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Potsdam Fresdorfs Cheerleader holt WM-Gold
Lokales Potsdam Fresdorfs Cheerleader holt WM-Gold
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20:27 26.04.2018
Vize-Weltmeister: Die Junior Rokkaz aus Potsdam haben bei der WM in der Kategorie, bei der das Tanzen im Vordergrund steht, Silber gewonnen. Quelle: Privat
Fresdorf/Potsdam

Jubel in Fresdorf und nicht nur dort: Cheerleader Maurice Kammholz aus dem kleinen Dorf ist Weltmeister! Mit dem Junior-Team der deutschen Nationalmannschaft gewann er Donnerstagnacht mitteleuropäischer Zeit bei der Cheerleader-Weltmeisterschaft in Orlando in den USA die Goldmedaille. Die Freude im Haus Kammholz in Fresdorf war riesig. „Ich hatte gehofft, dass sie es aufs Treppchen schaffen. Dass sie Weltmeister werden, damit hat niemand gerechnet“, sagte Mutter Jaqueline Kammholz.

Die Eltern in Fresdorf verfolgten den Wettkampf live im Internet

Die Eltern des 16-Jährigen hatten den Wettkampf in Übersee in der Wohnstube in Fresdorf per Livestream im Internet verfolgt. „Es war sehr spannend und es sah erst gar nicht danach aus, dass sie gewinnen“, erzählte Matthias Kammholz, der Vater. „Wir kriegen gerade viele Anrufe“ sagte er am Donnerstagnachmittag, als die Nachricht vom Weltmeister-Titel unter Bekannten die Runde machte. Fresdorfs Weltmeister, der noch in den USA ist, hatte sein Telefon ausgestellt. Der Vater sah aber die Live-Bilder um Mitternacht kurz nach dem Sieg: „Sie waren alle vollkommen aus dem Häuschen.“

Die deutsche Weltmeister-Mannschaft im Junior-Bereich: Der Fresdorfer Maurice Kammholz (hintere Reihe 2.v.l.) ist der einzige im Team aus der Region Berlin-Brandenburg. Quelle: Kai Kuczera

Das gemischte Junior-Team der deutschen Nationalmannschaft steht erst seit einem dreiviertel Jahr. „Das ist eine Topleistung der Mannschaft und auch von den Trainern“, sagte der Vater. Der Sohn kehrt am 30. April aus den USA zurück. „Erstmal lassen wir ihn schlafen, danach wird gefeiert.“ Am 1. Mai wollen die Fresdorfer ihren Helden gebührend empfangen. Der Tag wird in die Ortsgeschichte eingehen. Erstmals nimmt am Fresdorfer Bolzplatz-Turnier ein Weltmeister teil. Beim Jubiläumsturnier – es ist die zehnte Auflage – werden gegen 12 Uhr Cheerleader der Potsdam Panthers und Maurice Kammholz erwartet. Das ist sein Heimatverein, bei dem er trainiert.

Die Potsdam Panthers sind zum Fresdorfer Bolzplatz-Turnier eingeladen

Die Fresdorfer hatten die Potsdam Panthers zum 10. Bolzplatz-Turnier eingeladen, weil sie beim ersten Turnier 2008 schon einmal da waren. Maurice Kammholz war damals noch ein kleiner Junge, für den sich der Kreis nun schließt. „Der Zufall wollte es, dass Maurice Kammholz mit dem deutschen Nationalteam zur Weltmeisterschaft gefahren ist und jetzt tatsächlich mit dem Titel heimkehrt“, sagte Bernd Herrmann, Vorsitzender des Fresdorfer Dorfvereins. Der Verein hatte den Auftritt der Cheerleader zum Bolzplatzturnier schon vor dem WM-Titel eingefädelt.

„Wir sind stolz“, sagte Herrmann, der sich noch gut daran erinnern kann, wie der heute 16-Jährige auch einmal beim Dorffest aufgetreten ist und eine Breakdance-Show geboten hat. „Wenn er am 1. Mai schon wieder fit sein sollte und den Jetlag überwunden hat, wird er beim Cheerleader-Auftritt sicher auch mitmachen“, so Herrmann. Beim Fresdorfer Bolzplatz-Turnier werden dieses Mal wohl die Fußballer Spalier für den Cheerleader stehen, der jetzt zu den besten der Welt gehört. „Wir lassen uns auf jeden Fall etwas einfallen“, kündigte Bernd Herrmann an.

Die Sektkorken flogen Donnerstagnacht auch in Potsdam

Die Sektkorken flogen Donnerstagnacht auch in Potsdam: Im sogenannten Performance Cheer sicherte sich das deutsche Jugendteam bei der Cheerleader-WM in Orlando einen Platz auf dem Treppchen. Die Junior Rokkaz vom Tanzhaus Potsdam gewannen die Silbermedaille. „Es ist Wahnsinn. Das war Euphorie pur. Wir lagen uns mit Tränen in den Augen in den Armen“, erzählte Sven Seeger am Telefon. Während bei der Cheerleader-Kategorie, in der Maurice Kammholz mit seinem Team Weltmeister wurde, die Akrobatik ein wesentliches Element ist, steht beim Performance Cheer das Tanzen im Vordergrund. Was die Junior Rokkaz, die alle aus Potsdam kommen, in Übersee erreicht haben, macht dieser Satz klar: „Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass in dieser Kategorie ein deutsches Team eine Medaille gewinnen konnte“, sagte Sven Seeger. Bislang dominierten hier Amerikaner, Mexikaner und Japaner. Groß feiern konnte Seeger noch nicht. Er hatte in der Nacht zu Freitag mitteleuropäischer Zeit noch einen Wettkampf mit dem Senior-Team ab 16 Jahren. Da ging es um den Einzug ins Finale. Vielleicht kommt Seeger ja mit zwei Medaillen nach Hause. Einen anderen Titel hat er wohl sicher. Mit seinen 44 Jahren dürfte er der älteste Teilnehmer der Cheerleader-WM in den USA sein. „Ich gehe davon aus“, sagte er. Die Potsdamer, die im Cheerdance stark vertreten waren, fliegen am 2. Mai zurück in die Heimat.

Da steht dann auch schon fest, wer das 10. Fresdorfer Bolzplatz-Turnier gewonnen hat. Titelverteidiger sind die „Zuspätkommer“, die ihren Namen den Umstand verdanken, dass sie 2017 erst nach Anmeldeschluss eintrafen. „Wir wollten sie aber nicht nach Hause gehen lassen“ erzählte Fresdorfs Ortsvorsteher Sebastian Häsel. Er kündigte für das 10. Bolzplatz-Turnier noch eine andere Ehrung an. Das Fresdorfer Fußballfeld soll einen Namen bekommen und fortan „Karl-Heinz-Spiel-und-Bolzplatz“ heißen. Karl-Heinz ist der Vorname seines Vorgängers, der sich um den Platz und das Turnier verdient gemacht hat. Der damalige Ortsbürgermeister Karl-Heinz Schmidt hatte mit dem Ortsbeirat um den Bau des Bolzplatzes gekämpft und das Turnier ins Leben gerufen. Der Pokal, den es beim Fresdorfer Turnier zu gewinnen gibt, ist so groß und schwer wie der Championsleague-Pokal. „Er ist abgekupfert“, sagte Häsel.

Der Weltmeister wird am 1. Mai empfangen

Das 10. Fresdorfer Bolzplatz-Turnier findet am 1. Mai statt.

Los geht es um zehn Uhr mit dem Wettbewerb der Kindermannschaften.

Gegen 12 Uhr treten Cheerleader von den Potsdam Panthers an.

Zu der Zeit wird auch Maurice Kammholz, der frisch gekürte Weltmeister, beim Bolzplatz-Turnier erwartet.

Die Potsdam Panthers sind der Heimatverein des Weltmeisters. „Cheerleading ist ein knallharter Leistungssport“, sagte der Fresdorfer in einem MAZ-Beitrag vor der Fahrt zur WM in Orlando. es ist eine Mischung aus Akrobatik und Turnen.

Um 13 Uhr beginnt dann das Turnier der Männer, die um einen Wanderpokal spielen, der dem Championsleague-Pokal nachempfunden ist.

Beim Fresdorfer Bolzplatz-Turnier treten Freizeitmannschaften gegeneinander an. Veranstalter ist der Ortsbeirat Fresdorf in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung.

Von Jens Steglich

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