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Potsdam Friedhelm Schatz, der unermüdliche Macher
Lokales Potsdam Friedhelm Schatz, der unermüdliche Macher
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10:44 22.09.2016
Friedhelm Schatz – wie so oft mit Zigarre. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Irgendwo im australischen Outback genießt Friedhelm Schatz bei einer guten Zigarre und eisgekühltem Sauvignon Blanc seinen Ehrentag am Donnerstag. Fernab vom Trubel, den der 65. Geburtstag des Medienstadt-Zampanos mit sich brächte. Stattdessen holt er das jüngste seiner vier Kinder von einem Jobben-und-Reisen-Abenteuer auf dem fünften Kontinent ab. Wer den geschäftsführenden Gesellschafter des Babelsberger Filmparks ohne dessen exakte Eckdaten kennt, staunt: 65 soll der schon sein? Kaum zu glauben! Tatsächlich wirkt der Hüne wesentlich jünger, vitaler. „Dieses Datum ist völlig unerheblich – es soll bloß keiner denken, dass ich mich in den Ruhestand verabschiede“, sagt Schatz beim Gespräch mit der MAZ vor dem Abflug.

Sein Jubiläum nimmt der Wahl-Babelsberger zum Anlass, – nicht das Paffen der geliebten Zigarren aufzugeben – , sondern „auf die aufregendsten Zeiten meines Lebens“ zurück zu blicken. 1993 lockte ihn Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff, damals Studio-Babelsberg-Boss, von der Münchener Bavaria hierher. Schatz witterte in der Alles-ist-möglich-Nachwendezeit ein herausforderndes Betätigungsfeld auf filmhistorischem Boden. „Fertige Sachen haben mich nie gereizt.“

Schatz ließ das Krongut Bornstedt sanieren

Der Rest ist Geschichte. Schatz wurde Chef der Studiotour, so hieß der Filmpark anfangs. Ende der 1990er Jahre verließ er die Medienstadt, um das abgewrackte Krongut Bornstedt zu sanieren und glanzvoll wiederzueröffnen. Als der Laden lief und 2003 das Angebot vom französischen Konzern Vivendi kam, den Filmpark plus weiterer 14 Hektar zu kaufen, griffen Schatz und sein Geschäftspartner Ekkehard Streletzky zu. Seither geht’s rund in der Medienstadt. Zwei Beispiele: 2008 eröffnete Schatz die Metropolis-Halle, längst ein etablierter Veranstaltungsort. An der Marlene-Dietrich-Allee entsteht der „Campus“ mit Wohnungen und Handel, den er anschob. Im Herbst will der unermüdliche Macher die Planungen für das nächste große Ding – ein Hotel- und Kongresszentrum – vorstellen, das alles, nur „kein Glaspalast“ werden soll.

Gefragt nach Niederlagen, schüttelt Schatz den Kopf. Diesen Begriff mag er nicht, räumt aber zwei wirtschaftlich „nicht so dolle“ Beteiligungen ein. Dazu zählt das Familienradio Teddy, an dem Schatz noch fünf Prozent hält, und das wissenschaftliche Mitmachmuseum Extavium, das fünf Jahre in der Caligari-Halle stand. Was ihn richtig „wurmt“, sind die angespannten Beziehungen zum Filmstudio. „Das Potenzial, das der Studiobetrieb bietet, bleibt ungenutzt.“ Schatz möchte – wie beim Weltkriegsdrama „Monuments Men“ geschehen – Kulissen oder Requisiten aus internationalen Produktionen nach dem Dreh zeigen. „Das wäre eine zusätzliche Auswertung für die Filme.“ Entsprechende Wünsche beantwortet das Studio jedoch regelmäßig mit Absagen, bedauert Schatz.

Im Filmpark entsteht die Kulisse für „Lummerland“

Und so beteiligt er sich selbst am nächsten Filmprojekt: Auf seinem Gelände entsteht momentan eine gigantische Kulisse für die Kinoadaption des Bestsellers „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Drehstart ist Mitte Oktober. In der Filmpark-Saison 2017 soll man „Lummerland“ besichtigen können. Bis zu 350 000 Besucher kommen pro Jahr in den Filmpark. Die Million Gäste, von der Schatz einst fabulierte, deutlich verfehlt. Dennoch sei der Vergnügungspark mit seinen 150 Beschäftigten „wirtschaftlich gesund wie nie“. Seit 2006 gehört zur „Schatzkiste“ auch die Westernstadt Eldorado im uckermärkischen Templin. Auch dies eine Erfolgsgeschichte dank 100 000 Besuchern jährlich.

Unruhe und Neugierde haben Schatz immer umgetrieben. „Nun bin ich so was von angekommen“, sagt der Jubilar: „Beruflich und privat.“ In Babelsberg habe er alles gefunden, um glücklich zu sein. Das beste Geburtstagsgeschenk.

Von Ricarda Nowak

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