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Friedhof der Drahtesel

Die endgelagerten Schrotträder am Bahnhof Griebnitzsee werden in den kommenden Tagen entfernt Friedhof der Drahtesel

Einsam, traurig und verlassen und stehen sie da und harren aus, bis ihre Besitzer endlich zurückkehren. Doch das Warten der vergessenen, mittlerweile zu Schrott verkommenen Fahrräder ist aussichtslos und hat in dieser Woche ein Ende.

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Hinweis der Bahn am Rad. Fotos:F.M.Schade

Potsdam. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn und der S-Bahn Berlin entfernt die Stadtverwaltung Potsdam die Schrotträder morgen vom Bahnhof Griebnitzsee. Niemand wird sie vermissen und doch hinterlassen sie eine Lücke. „Die kaputten Räder werden nicht bewegt und versperren anderen den Stellplatz“, erzählt der Dauer-Radler Wolfgang Freihoff.

Tatsächlich müssen viele Radfahrer ihre Drahtesel an Laternen oder Zäunen parken, da die vorgesehenen Fahrradständer durch Dauergäste belegt sind. Die in die Kategorie „Schrottrad“ fallenden Zweiräder zeichnen sich durch fehlende Sättel, Ketten oder Reifen aus und besitzen zudem häufiger auch verschränkte Räder. Rostig sind sie allemal. Doch sind diese Eigenschaften wirklich ein Grund, die einst geliebten Begleiter auszusetzen?

Tina Schönfelder studiert Erziehungswissenschaften und Soziologie an der Universität Potsdam. Die 27-Jährige hat für das Problem „Fahrradleiche im Keller“ eine gute Lösung parat. „Solange es noch einigermaßen fährt, kann man es doch verschenken“, schlägt sie vor.

Ähnlich gehen auch die Betreiber der Fahrradwerkstatt in der Haeckelstraße vor. Norbert Grauert und seine Azubis bauen gespendete, rostige Klapperräder zu verkehrstüchtigen Fahrrädern um. „Man muss zugeben, dass unsere aufgebauten Räder, je nach Zustand der Rohlinge, optisch meist keine Schönheiten sind. Aber sie sind verkehrstüchtig und sicher“, erklärt der Werkstattleiter und Ausbilder.

Die Werkstatt gehört zum Verein Rückenwind, der besonders für sozial schwache Menschen Möbel und auch Räder anbietet. Die Spende der fahrenden Altlast befreit so nicht nur den ehemaligen Besitzer, sondern bietet später einem anderen die Möglichkeit, per Pedales zu reisen. Zumindest Teile des alten Rades können so vor dem Schrottplatz bewahrt werden. Es gibt jedoch Stahlrösser, für die jede Hilfe zu spät kommt. Ihr Leben sollte auf den Wertstoffhöfen enden. Verstoßen und unbrauchbar machen sie den jüngeren Rädern nur das Leben schwer. (Von Franziska Maria Schade)

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