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Führungschaos bei Pogida geht weiter

Pegida in Potsdam Führungschaos bei Pogida geht weiter

Es war der bisher friedlichste Demo-Abend seit Anfang Januar. Am Mittwochabend sind hunderte Menschen in Potsdam auf die Straße gegangen, um gegen eine Kundgebung der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung zu demonstrieren. Etwa 100 Anhänger kamen auf deren Seite zusammen. Das Führungschaos bei Pogida geht in die nächste Runde.

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Pogida-Gegner in Potsdam.

Quelle: dpa-Zentralbild

Mitte. Heute so, morgen anders: Bei der islamfeindlichen Pogida ist das Führungsproblem weiter ungeklärt. Nachdem der vorbestrafte Cheforganisator und Kundgebungsanmelder Christian Müller vor zwei Wochen einen Führungswechsel angekündigt hatte, dann aber sofort Zweifel äußerte, erklärte er zur achten Veranstaltung am Mittwochabend am Hauptbahnhof, er werde „vorerst weitermachen“. Das sei der Wunsch der Potsdamer Pogida und der Partnerorganisationen aus Berlin und Leipzig. Seine Berater hätten ihm versichert, er könne das tun, ohne sein Berufungsverfahren gegen eine Gefängnisstrafe von Ende Februar zu gefährden. „Ich kenne mich hier am besten aus und habe immer die Gespräche mit der Polizei geführt“, begründete Müller vor knapp 100 Anhängern seine Entscheidung. Er werde aber seinen Platz räumen, falls ein anderer ihn ausfüllen kann.

– Der Abend im Liveticker: Lesen Sie hier nach, wie der Abend verlief.

– Lesen Sie hier, warum eine skurille Aktion Lärm bei Pogida machte

Rund 100 Pogida-Anhänger kamen am Mittwoch in Potsdam zusammen

Rund 100 Pogida-Anhänger kamen am Mittwoch in Potsdam zusammen.

Quelle: Stähle

Außer dem Leipziger Pegida-Redner Enrico Graziani ergriff dieses Mal auch ein Dresdner Anwalt das Wort. Er hatte zur Auftaktkundgebung am Bahnhof aber seine Mühe, weil Unbekannte zum Redebeginn einen lärmenden Alarmton neben der Versammlung „zündeten“; er kam aus einem verschlossenen Metallkasten, der auf den Gepäckträger eines Fahrrades geschraubt war, das man an einem Werbeschild gleich neben Pogida angeschlossen hatte. Die Polizei hatte große Mühe, den Kasten vom Rad zu bekommen, in ein Auto zu verfrachten, dort aufzubrechen und den Ton abzuschalten.

Die Pogida – ein Phänomen von 2016

Pogida 1 am 11. Januar, Bassinplatz: Ausnahmezustand am Montag am Bassinplatz. Die Pogida-Demo verlief zunächst friedlich. Als eigentlich schon alles vorbei schien und die Islamfeinde per Bus abreisen wollten, gab es aus den Reihen der Gegendemonstranten Krawalle. Böller krachten, Steine und Fahrradständer flogen, Straßen wurden blockiert, ein Bus beschädigt. Die Polizei musste teils Gewalt einsetzen.

Pogida 2 am 20. Januar, Bassinplatz: Ein Großaufgebot der Polizei hatte am Mittwoch die Innenstadt abgesichert. Die knapp 300 Pogida-Anhänger wollten einen Abendspaziergang durch die Stadt machen. Doch es gab massive Proteste von mehr ehr als 1000 Menschen. Der angekündigte Abendspaziergang konnte den Bassinplatz nur ein paar Meter weit verlassen.

Pogida 3 am 27. Januar, vom Hauptbahnhof zum Filmmuseum: 150 Pogida-Anhänger konnten vom Hauptbahnhof aus über die Lange Brücke zum Filmmuseum demonstrieren und liefen von dort zurück, begleitet von massivem Gegenprotest und einem großen Polizeiaufgebot.

Podida 4 am 3. Februar, Schlaatz: Etwa 130 Anhänger der islamfeindlichen Pogida zogen durch einen Randbereich des Schlaatz, behindert von rund 1000 Gegendemonstranten. Die Pogida-Anhänger liefen unter anderem an einem Asylbewerberheim vorbei, weitgehend schweigend, wie von der Polizei verlangt.

Pogida 5 am 10. Februar, vom Bahnhof Rehbrücke nach Drewitz: Riesiges Polizeiaufgebot und erhebliche Verkehrsbehinderungen: Rund 100 Pogida-Anhänger waren da, etliche wurden von der Polizei nicht mehr zum Kundgebungsort gelassen. Es gab drei Gegendemos in Sichtweite.

Pogida 6 am 17. Februar in Babelsberg: Die Pogida musste ihren Abendspaziergang vom Bahnhof Medienstadt zum Rathaus Babelsberg auf der Großbeerenstraße nach wenigen hundert Metern beenden und wegen einer massiven Sitzblockade von Gegnern umkehren. Auch Kinder waren an der Blockade beteiligt. Insgesamt waren sieben Gegendemonstrationen angemeldet.

Pogida 7 am 24. Februar am Bornstedter Feld: Rund 1000 Menschen in mehreren Kundgebungen demonstrierten an der Kirschallee gegen Pogida, die nur etwa 80 Anhänger aufbot. Erneut behinderte eine Sitzblockade die Islamfeinde.

Auf dem „Abendspaziergang“ zum Filmmuseum und zurück gab es lautstarke Proteste, die aber deutlich geringer waren als bislang. Auch die Polizei hatte ihren Einsatz zurückgefahren und keine 1000 Beamten mehr vor Ort. Die nächste Pogida-Kundgebung soll kommenden Dienstag am Bahnhof Griebnitzsee starten.

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Potsdam, 9. März 2016: Am Mittwochabend haben in Potsdam zum achten Mal Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung demonstriert. Gegen die Kundgebund der rund 100 Anhänger demonstrierten hunderte Menschen. Der Abend verlief friedlich.

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Von Rainer Schüler

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