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Für Schloss Bellevue und die gute Stube

Werderaner Tannenhof öffnet neue Stände in Berlin und weitere Plantage Für Schloss Bellevue und die gute Stube

Die Lebkuchen, Zimtsterne und Schoko-Weihnachtsmänner in den Supermarktregalen künden schon seit zwei Wochen das nahende Jahresende an. Ehe man aber über Adventsdekoration und Weihnachtsbaum ernsthaft nachdenken muss, ist Tannengrün für Garten und Friedhof gefragt.

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Inhaber des Werderander Tannenhofes, Gerald Mai.

Quelle: Mende

Werder. Die Saison für die Produzenten von Nadelbäumen beginnt mit Allerheiligen und Totensonntag. Auf dem Werderaner Tannenhof war gestern deshalb zum ersten Mal in diesem Jahr richtig Betrieb. Etwa 60 saisonale Mitarbeiter für Verkauf, Transport und Logistik wurden für die bevorstehenden Verkaufswochen geschult. Und sie kamen nicht nur aus Werders Umgebung, sondern auch aus Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Frankfurt (Oder), Cottbus oder Halle. Denn überall dort betreibt der Tannenhof mittlerweile in der Vorweihnachtszeit Verkaufsplätze, 30 an der Zahl.

"Die meisten Mitarbeiter sind schon seit Jahren für uns tätig, aber es kommen in jedem Jahr auch neue hinzu, beispielsweise für die drei zusätzlichen Standorte in Berlin, die es in diesem Jahr geben wird", erklärt Gerald Mai, der Inhaber des Werderaner Tannenhofs. Sie alle erhalten ein Verkaufstrainig, werden auf der Plantage an der Lehniner Chaussee mit den Baumarten vertraut gemacht und bekommen Informationen über deren Pflege. Dienstältester im Tannenhof-Verkaufsteam ist der 76-jährige Potsdamer Peter Kruse, der seit 20 Jahren dabei ist und den Verkaufsplatz auf dem Frischemarkt an der B 1 in Werder leitet. Dort und an der Potsdamer Markthalle betrieb der Tannenhof 1990 seine ersten Weihnachtsbaum-Verkaufsstände. "Damals hatten wir eine Anbaufläche von zwei Hektar", erinnert sich Gerald Mai. Inzwischen umfasst die Plantage gut 50 Hektar. Dennoch können noch nicht alle Verkaufsplätze mit eigenen Produkten beliefert werden. "Wir kaufen bei befreundeten Produzenten im Sauerland und in Dänemark Bäume dazu", informiert der Chef. Die Verkaufsstände öffnen am 15. November.

Zunehmend beliebter bei den Kunden ist die Baumsuche direkt in der weitläufigen Plantage, bei der man selbst die Säge an das auserwählte Prachtstück setzen darf. Ab dem 20. November kann man das auf dem Tannenhof täglich von 9 bis 17 Uhr, selbst am Heiligabend noch bis mittags um 12 Uhr machen. Ein zwei Hektar großer Bestand gleich neben dem Parkplatz wird erstmals für den Verkauf freigegeben. Hier findet der Kunde neben der am meisten gefragten Nordmanntanne auch Sorten wie Blaufichten, Rotfichten, Schwarzkiefern, serbische Fichten, Korktannen, Coloradotannen, Bergkiefern sowie Frasertannen. Bis zur "Erntezeit" in den kommenden Wochen hatten die vier festangestellten Tannenhof-Mitarbeiter ein arbeitsreiches Jahr. Auf fünf Hektar wurden Bäumchen angepflanzt, rund 10 Kilometer PE-Rohre für die Bewässerung verlegt, die Beregnungsanlage modernisiert. Damit wachsen die frischen Schößlinge nahezu hundertprozentig an. Und wenn im Frühjahr Spätfröste die Triebe zu schädigen drohen, kann dem mit einem Wasserschleier begegnet werden. "Das Unkraut bekämpfen wir größtenteils mit Mulcher und Motorsensen", berichtet Gerald Mai. "Aber gerade die frischen Anpflanzungen müssen wir auch leicht mit Pflanzenschutzmitteln behandeln, damit die Jungpflanzen nicht im Begleitwuchs untergehen."

Ein Lebensmittellabor untersuchte im vorigen Jahr Proben der zum Verkauf bestimmten Bäume und fand keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Derartige Proben werden auch jetzt wieder genommen, versichert Mai.

Die ersten Kunden für große Bäume haben ihre Auswahl bereits getroffen. "Vertreter der Beelitzer Kliniken waren dieser Tage schon hier", verrät Mai. Zu seinen Stammkunden zählt seit Jahren das Berliner Schloss Bellevue. Im vorigen Jahr konnte sogar der Hauptstadt aus der Patsche geholfen werden. Denn auf dem Weihnachtsmarkt vorm Roten Rathaus war zunächst eine Tanne von mäßiger Schönheit aufgerichtet, die Spott auslöste. Der Werderaner Tannenhof lieferte kurzfristig ein würdigeres Exemplar als Ersatz.

Von Edith Mende

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