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Furioser Klassikabend nach Regen und Sturm

16. Potsdamer Stadtwerkefest Furioser Klassikabend nach Regen und Sturm

Nach einer Verschiebung wegen einsetzenden Regens startete das 16. Potsdamer Stadtwerkefest am Freitag mit einem furiosen Klassikabend. Die Norddeutsche Philharmonie aus Rostock begeisterte mit einer wahrhaft sportlichen Darbietung.

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Beeindruckende Körperspannung: Dirigent Nicholas Milton.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Eine Unwetterwarnung verschob den Beginn des sehr gut besuchten 16. Stadtwerkefestes am Freitagabend im Neuen Lustgarten. Schon kurz nach Bekanntgabe dieser Verschiebung flüchteten sich die Besucher zu Hunderten vor den urplötzlich lospeitschenden Regenmassen unter Bäume und Dächer. Dieser panikartige Aufbruch des Publikums erinnerte, wegen der vielen schneeweißen spitzen Zeltdächer der Caterer, ein wenig an die Belagerung Wiens durch die Osmanen. Die kollektive Dusche aber stärkten Zusammengehörigkeitsgefühl und Kommunikation ungemein und stiftete Harmonie.

Takako Onodera und Nicholas Milton auf der Bühne

Takako Onodera und Nicholas Milton auf der Bühne.

Quelle: Christel Köster

Die war bei der Platzsuche in den durchnummerierten Stuhlreihen der einzelnen Blöcke auch von Nöten, um rechtzeitig den passenden Platz zur aufgedruckten Kartenziffer ausfindig zu machen. So landeten einige verzweifelte Irrläufer frühzeitig an den Verpflegungsständen, die hinreichend Futter und Getränke bereit hielten. Bier und Cola in Kunststoffbechern sowie Mixgetränke und Erdbeerbowle waren die Renner bei der Flüssigbetankung. Häufig traf man den lange vermissten Nachbarn unter den Schildern, auf denen man Kompakt-Hinweise wie Wurstbraterei, Fritten oder Döner lesen konnte. Noch längere Schlangen bildeten sich an gewissen Wagen die der Entsorgung der einverleibten Köstlichkeiten dienten. Entsorgungsprobleme ganz anderer Art plagten den Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke, Bürgermeister Burkhard Exner (SPD), als er bei seiner Begrüßung wortreich die aktuellen Turbulenzen in der Chefetage der Stadtwerke kleinzureden versuchte.

Wegen einer Unwetterwarnung begann das Konzert verspätet, dann aber hielt sich das Wetter

Wegen einer Unwetterwarnung begann das Konzert verspätet, dann aber hielt sich das Wetter.

Quelle: Christel Köster

Das Motto war „Musik und Sport“

Ungetrübt glanzvoll gestaltete sich dann der dem Motto „ Musik und Sport“ gewidmete Klassikabend mit den Norddeutschen Philharmonikern unter dem Dirigat des Australiers Nicholas Milton. Bereits beim furiosen Auftakt mit dem als Eurovisionsfanfare bekannten Motiven des Preludes aus dem „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier bewies Milton seine beeindruckende Körperspannung und Energie beim Dirigieren. Sichtlich die Tempiwechsel und die barocke Verspieltheit auskostend, führte er seine Musiker zielsicher in das umjubelte Finale dieses medialen Ohrwurms.

Sportliche Einlage beim Klassikabend

Sportliche Einlage beim Klassikabend.

Quelle: Christel Köster

Ebenso locker und publikumsfreundlich agierte Holger Wemhoff vom Klassikradio mit seiner wohldosierten und gehaltvollen Moderation. Zu Höhepunkten des Abends wurden die Auftritte der Mezzosopranistin Takako Onodera mit dem Orchester. Natürlich durfte die „Habanera“ aus Georges Bizets Oper Carmen nicht fehlen mit der einst die große Maria Callas glänzte. Zur Freude des Publikums umtanzte dabei die Japanerin verführerisch den unbeeindruckten Dirigenten.

Milton ließ keine Gelegenheit aus, um zu demonstrieren, dass Klassik kein verstaubtes Hobby von Senioren ist. So dirigierte er im Fußballtrikot wie entfesselt den von Christian Edelmann in Sportreporterart kommentierten 1. Satz der 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Anrührend sang Onodera mit sinfonischer Begleitung den aus Fußballarenen bekannten Fangesang „ You will never walk alone“ und hell stieg ihre Stimme in den Nachthimmel als die Beteiligten, Orchester und Zuschauer zum Abschluss gemeinschaftlich „We are the Champions“ intonierten. Was für ein toller Abend.

Von Lothar Krone

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