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15:29 25.07.2013
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Potsdam

Für sein Verhalten hat Alexander M. eine Erklärung: Er ist seit Jahren spielsüchtig. Das Geld, das er sich erschwindelt, verballert er sofort in der nächsten Spielothek. Zu Hause zockt er täglich am Computer. Dass er ein ernstes Problem hat, weiß er seit Langem. Er hat sich freiwillig bundesweit für alle Spielbanken sperren lassen. 2011 stellte er sich zum ersten Mal bei der Suchtberatung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) vor. "Zu den Gesprächen mit dem Psychologen bin ich aber nicht wirklich oft gegangen", erzählt er. "Ich habe das abgebrochen, weil ich der Meinung war, dass es nichts bringt."

Alexander M. spielt nach dem Misserfolg weiter, geht aber 2012 erneut zur Suchtberatung. Von Februar bis April 2013 besucht er regelmäßig die Tagesklinik der Psychiatrie des Bergmann-Klinikums. "Das hat mir gut getan", sagt er. Die Ärzte bescheinigen ihm denn auch, auf einem guten Weg zu sein und empfehlen eine stationäre Behandlung. Doch in der renommierten Salus-Klinik in Lindow (Ostprignitz-Ruppin) gefällt es Alexander M. ganz und gar nicht. Der Grund: Die Experten attestieren ihm neben der Spielsucht ein Alkoholproblem. "Das habe ich so nicht eingesehen, ich würde nicht sagen, dass ich süchtig bin", sagt M. Was er nicht sagt: Bereits die Bergmann-Spezialisten haben den Alkoholmissbrauch erkannt.

Nach zwei Wochen fährt Alexander M. gegen den ärztlichen und therapeutischen Rat heim. In den Entlassungspapieren heißt es, dass sein Problemverständnis und seine Änderungsbereitschaft gering sind. Bei der Urteilsfindung spielt das eine wichtige Rolle, denn Alexander M., der ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung bekommt, erhält die Auflage, sich therapieren zu lassen. "Sie haben das Gefängnis im Nacken", betont Richterin Ahle. Sie und der Verteidiger sind sich einig, dass der Druck der Bewährungsauflage sinnvoll ist, wenn M. die Therapie durchhalten soll.

Alexander M. wurde als voll schuldfähig eingestuft. "Dass Sie krank sind, ist keine Entschuldigung für Ihre Taten", so die Richterin. M. soll den Schaden, den er angerichtet hat, "nach besten Kräften" wiedergutmachen. Die Anträge auf Schadenersatz, die 14 Geschädigte gestellt haben, wurden anerkannt. "Es sind Urteile in dieser Welt, aber wir wissen alle, wie das mit der Vollstreckung ist", so die Richterin. Alexander M. hat bereits Privatinsolvenz angemeldet.

Von Nadine Fabian

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