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Potsdam Garage Du Pont verwöhnt bedürftige Familien
Lokales Potsdam Garage Du Pont verwöhnt bedürftige Familien
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20:20 08.04.2016
Spaghetti satt, Geschenke und ein Clown – die Kinder waren aus dem Häusen. Quelle: Manto Sillack
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Berliner Vorstadt

Einmal nett ins Restaurant gehen mit allen fünf Kindern: Dafür haben die Minijobber Anika und Andreas Hofmann aus Werder ein Jahr lang gespart. Als es endlich so weit war, ging alles schnell, schnell. Die Teller waren kaum leer, da sind Hofmanns mit ihrer Rasselbande auch schon wieder abgedreht. Vier der Kinder sind autistisch und machen schon mal so richtig Rabatz. „Wenn dann die Blicke vom Nachbartisch kommen...“, sagt Anika Hofmann (36). „Aber hier ist alles so bunt und aufgeweckt, hier sind so viele Kinder – da kommen sie auch mit uns klar.“

Nein, in der „Garage Du Pont“ wird am Donnerstag beim großen Abendessen für die Stiftung „Familien in Not“ niemand schief angeschaut. Nicht die alleinerziehende Aufstockerin aus Brandenburg mit ihren zwei Jungs und dem kullerrunden Babybauch. Nicht die Familie aus Afghanistan, die bis auf ein paar Koffer nichts mehr hat. Und auch Hofmanns aus Werder nicht. Es gibt Spaghetti für die Kinder, Lachs und Rosmarinkartoffeln, Coq au Vin, Mousse au Chocolat – und eine riesige Portion Wohlwollen. Die Kinder können sich schminken und vom Clown an der Nase herumführen lassen und sind allesamt so aufgezogen, dass sie die kleinen orangen Beutel ganz vergessen, die an ihren Stühlen baumeln – die kleinen Spiele und der Familienpass sind erst an der Reihe, wenn’s nach all dem Trubel wieder heimwärts geht.

Garage-Du-Pont-Chef Kai Desinger (r.) und Matthias Platzeck (M.) im Gespräch mit einer Flüchtlingsfamilie Quelle: Manto Sillack

19 Familien aus Potsdam und dem Umland hatten Sandra und Kai Desinger, die Inhaber der „Garage Du Pont“, in ihr feines Restaurant an der Glienicker Brücke eingeladen. 32 Erwachsene und 49 Kinder, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind und sich so einen Tag mit allem Drum und Dran nicht leisten können. Diese geschlossene Gesellschaft der besonderen Art erinnert Kai Desinger daran, „dass Zusammenhalt das Wichtigste ist“. Die Sammelbüchse für die Stiftung stehe daher auch immer auf der Theke – nur von vielen Gelegenheiten, wie er für die Stiftung wirbt.

Ute Tenkhof, die Vorsitzende des Stiftungsrats, nennt Desingers ein Vorbild, „weil sie nicht nur Geld in die Stiftung investieren, sondern auch viel Arbeit – ihr Engagement ist überdurchschnittlich.“ Kai Desinger – Ehefrau Sandra war krank geworden und konnte zur Feier nicht kommen – scheint solch Lob unangenehm: „Es macht uns einfach Spaß.“

Die Stiftung „Familien in Not“

1992 regte Regine Hildebrandt die Stiftungsgründung an, um in Not geratenen Familien und werdenden Müttern finanzielle Unterstützung zu bieten, wenn gesetzliche Ansprüche nicht ausreichen und Hilfe auf andere Weise nicht möglich ist.

Seitdem konnte die Stiftung mehr als 3930 Brandenburger Familien mit mehr als 2,8 Millionen Euro helfen und ihnen damit eine neue Perspektive eröffnen.

Allein im Jahr 2015 half die Stiftung 211 Familien mit 114800 Euro.

Auch bei der Geburt eines Kindes stand die Stiftung in den vergangenen Jahren vielen Frauen mit einer ergänzenden Babyerstausstattung bei. 2015 wurden 5213 bedürftige Schwangere aus Brandenburg mit rund 3,4 Millionen Euro aus Mitteln der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ unterstützt.

Bereits zum dritten Mal fand die Benefiz-Aktion statt. Auch der nur zwei Stunden zuvor mit dem Flieger aus Moskau gelandete Ministerpräsident a.D. Matthias Platzeck (SPD) schaut vorbei. Als Schirmherr der Stiftung beruft er Sandra und Kai Desinger zu Botschaftern von „Familien in Not“. „Die beiden haben das Herz nicht nur am richtigen Fleck, sie tun auch etwas und sind verlässliche Partner“, sagt Platzeck. „Immer vom Herzen weg – und ich hoffe, dass es so bleibt.“

Das hofft auch Nadja Diehl (37) aus Königs Wusterhausen. Sie hat Desingers als kleines Dankeschön Pralinen in einem herzförmigen Karton mitgebracht und der Stiftung eine rührende Karte geschrieben. „Ich habe harte Zeiten hinter mir“, sagt Nadja Diehl. „Die Stiftung hat mir sehr geholfen, das werde ich nie vergessen.“ Jetzt, endlich, gehe es bergauf. Ein neuer Job, eine neue Liebe – in ein paar Tagen gebe es nach Jahren am Existenzminimum das erste Gehalt. Vielleicht kommt sie im Sommer wieder, sagt Nadja Diehl, und gönnt sich ein Gläschen Sekt auf der Terrasse der „Garage“.

Von Nadine Fabian

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