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Potsdam Garnisonkirche: Bischof sorgt für Irritationen
Lokales Potsdam Garnisonkirche: Bischof sorgt für Irritationen
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21:55 13.11.2015
Vor den Trümmern der Potsdamer Garnisonkirche. Quelle: Sammlung Saretz
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Innenstadt

Wie originalgetreu beziehungsweise wie wenig originalgetreu wird die Garnisonkirche? Diese Frage stellt man sich in Potsdam, nachdem Bischof Markus Dröge am Donnerstag auf der Landessynode für den Verzicht auf eine vollständige Wiederherstellung der Kirche nach historischem Vorbild plädiert hat.

Aber was heißt das konkret? Das interpretiert jeder anscheinend auf seine eigene Weise. Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg erklärte am Freitag, er sehe nun „eine echte Chance, dass der noch ausstehende Dialog für die Garnisonkirche endlich in Gang kommt“. Inhaltlich bezieht er Dröges Äußerung auf die ganze Kirche – auch auf den Turm. „Einen ergebnisoffenen Dialog zu führen, heißt, nicht auf dem originalgetreuen Wiederaufbau des Turms zu beharren.“ Linken-Kreischef Sascha Krämer begrüßte ebenfalls den Vorstoß des Bischofs als Voraussetzung „für einen ergebnisoffenen und konstruktiven Dialog – ohne Scheuklappen und Tabus“. Auch Lutz Boede (BI „Potsdam ohne Garnisonkirche“) interpretiert die Äußerung so, dass die Kirche nun von einem Eins-zu-Eins-Wiederaufbau des Turms abrückt. „Falls er das Kompromissangebot aber nur auf das Kirchenschiff bezieht, dann reicht das nicht.“

Ein Plädoyer für den Turm

Bei der Stiftung Garnisonkirche sieht man Dröges Statement hingegen als Plädoyer „ für den historischen Wiederaufbau des Turms und dazu einen Stilbruch beim Wiederaufbau des Kirchenschiffs“, sagte Sprecher Wieland Eschenburg zur MAZ. Schließlich gebe es eine Baugenehmigung für den Turm. „Wir haben abgestimmte Klarheit für unser Vorhaben, den Turm im Äußeren in seiner historischen Gestalt und im Inneren mit einer modernen vielfältigen Nutzungskonzeption zu bauen.“ Auch für die BI „Mitteschön“ war am Freitag klar: „Nach aktuellen Planungen soll zunächst mit dem originalgetreuen Bau des Kirchturmes begonnen werden – das steht außerhalb der Kritik und darauf bezog sich Dröge in seiner Rede.“

Kritiker sollen „die Kirche im Dorf lassen“

Irritationen gibt es momentan aber nicht nur wegen den Deutungen von Dröges Äußerungen. Auch ein Benefizkonzert zugunsten des Wiederaufbaus der Kirche am 17. November sorgt für Wirbel. Grund ist der Ort: die russische Botschaft in Berlin Unter den Linden. Kritiker werfen der Kirchenstiftung nun Liebedienerei gegenüber dem repressiven russischen Staat vor. Eschenburg nahm auch zu diesem Vorwurf im MAZ-Interview Stellung: „Unser Ziel des Friedens- und Versöhnungszentrums in der Kirche würden wir nie verwässern lassen – da muss man einfach von Seiten der Kritiker die Kirche im Dorf lassen.“

Dennoch rücken sogar prominente Aufbau-Befürworter von dem Konzertabend mit Star-Tenor Jochen Kowalski in der Botschaft ab. Ex-Innenminister Jörg Schönbohm (CDU), der zu den Schirmherren der Wiederaufbau-Initiative zählte, will deshalb laut Bild-Zeitung nicht an dem Konzert teilnehmen.


Er kritisiert darin unter anderem die Dialogfähigkeit der Bürgerinitiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“ und sagt: „Sie sollen sich an die eigene Nase fassen.“

Von Ildiko Röd

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