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Potsdam Garnisonkirche als Moschee: Vorschlag abstrus?
Lokales Potsdam Garnisonkirche als Moschee: Vorschlag abstrus?
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18:47 05.04.2017
Das Freitagsgebet der Potsdamer Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Nach der Podiumsdiskussion mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) über den künftigen Moschee-Standort in Potsdam wirft die CDU Kulturministerin Martina Münch (SPD) Naivität und Respektlosigkeit vor. Münch hatte bei der Debatte in der Reithalle des Hans-Otto-Theaters am Dienstag wie berichtet vorgeschlagen, das neu zu erbauende Schiff der Garnisonkirche als Moschee zu nutzen. Damit zeige die Ministerin, „dass sie das Thema Integration nicht verstanden hat“, so der CDU-Kreischef und Landtagsabgeordnete Steeven Bretz.

Martina Münch (SPD, Mitte) am Dienstag bei der Podiumsdiskussion. Quelle: Bernd Gartenschläger

Münch habe versucht, sich „mit einem völlig abstrusen Vorschlag in Szene zu setzen“. Ihre spontane Einlassung auf dem Podium sei „ein inhaltlicher und konzeptioneller Totalsausfall“. Münch zeige damit einen respektlosen Umgang mit vielen Ehrenamtlichen, die sich für den Wiederaufbau der Garnisonkirche einsetzten. Die Ministerin vermittle damit „ein erschreckendes Defizit an Sensibilität“ gegenüber jeder Religion und gieße „fröhlich und naiv Öl ins Feuer“ eines schwierigen Dialogprozesses.

AfD-Chef Gauland kritisiert Münch

Auch AfD-Landeschef Alexander Gauland meldete sich am Mittwoch zu Wort: „Kulturministerin Martina Münch meint in völliger Weltfremdheit, dass sich das Christentum durch den Islam ersetzen lässt und möchte unsere Kirchen auf dem Altar der Willkommenskultur opfern.“ Die „roten Politiker“ seien damit „Handlanger von Erdogan“.

Gauland kritisierte zudem, dass der Potsdamer Imam Kamal Abdallah, der seit mehr als 20 Jahren in Deutschland lebe, nicht auf dem Podium der Diskussionsrunde saß. Abdallah hatte das damit begründet, dass sein Deutsch nicht gut genug sei. Der Verein der Potsdamer Muslime wurde auf dem Podium durch seinen Sprecher, den Deutschen Habib Hermann Weide, vertreten. Abdallah verfolgte die Runde vom Publikum aus.

Der Kreischef der Linken, Sascha Krämer, interpretierte den Münch-Vorstoß positiv: „Wenn man den Gedanken von Ministerin Münch aufgreift und weiterdenkt, dann können wir über die Errichtung eines interreligiösen Zentrums in einem noch zu errichten Turm nachdenken“, so Krämer. „Bildung, Toleranz und das Wissen über den Anderen tragen zu einer offenen und demokratischen Gesellschaft bei.“

Von Marion Kaufmann

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