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Geduldsprobe auf Potsdams Straßen

Das Verkehrschaos regt nicht nur die Autofahrer auf – auch bei den Politikern entbrennt ein Streit über die Baustellen in der Stadt Geduldsprobe auf Potsdams Straßen

Für sechs Kilometer brauchte der Babelsberger René Keulon gestern 45 Minuten – mit durchschnittlich acht Kilometern pro Stunde war er unterwegs. Seine Fahrt führte den 44-Jährigen am Vormittag vom Plantagenplatz über die Friedrich-Engels- und die Breite Straße weiter Richtung Geltow.

POTSDAM. Auf der kompletten Strecke war Stau. Weiß bestäubte Autoschlangen bestimmten am Dienstag Potsdams Stadtbild. Der Schnee sorgte für 31 Unfälle in der Stadt und im Umland, die zahlreichen Baustellen ließen den Verkehr nur zäh fließen.

Staupunkt Nummer eins: die Friedrich-Engels-Straße. Hier wird die Fahrbahn am Hauptbahnhof in Richtung Innenstadt seit Montag einspurig. Bauarbeiten an den Tramgleisen blockieren den Weg. „Die Gleisanlage wird saniert“, sagt Stefan Klotz, Sprecher der Verkehrsbetriebe. Aufgrund des erneuten Wintereinbruchs mussten die Arbeiten gestern allerdings erstmal eingestellt werden. „Sobald das Wetter es wieder zulässt, werden die Bauleute noch zwei bis drei Arbeitstage zu tun haben“, so Stefan Klotz.

Staupunkt Nummer zwei: die Nuthestraße. Aufgrund der Bauarbeiten an der Humboldtbrücke ist bis Gründonnerstag in Richtung Innenstadt auf einer Länge von rund 260 Metern nur eine Fahrspur frei. Im morgendlichen Berufsverkehr staute sich der Verkehr deshalb gestern bis zur Ausfahrt Horstweg zurück.

Staupunkt Nummer drei: die Breite Straße. Hier wird das Fundament für die Garnisonkirche gelegt. Die Straße ist deshalb verengt.

Staupunkt Nummer vier: die Heinrich-Mann-Allee und der Horstweg. Wegen Leitungsbauarbeiten sind die Straßen halbseitig gesperrt. Im Berufsverkehr brauchten die Autofahrer deshalb gestern auch hier viel Geduld.

Doch nicht nur die Bürger regen sich über die Staus auf, auch die Politiker streiten über das richtige Baustellenmanagement. So äußerte Katherina Reiche, CDU-Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende, gestern ihren Unmut: Potsdams Baubeigeordneter Matthias Klipp (Grüne) scheine nach dem Motto vorzugehen: „Wie bekomme ich Potsdam am wirkungsvollsten lahmgelegt? Wie erzeuge ich maximalen Frust bei Autofahrern?“ Die Baustellen seien nicht aufeinander abgestimmt.

Dies wies die Stadt von sich. Die Maßnahmen seien sehr wohl koordiniert, die Staus nicht nur auf die Baustellen zurückzuführen, sondern vielmehr auf den Wintereinbruch, so Stadtsprecher Jan Brunzlow. Viele Radfahrer würden bei Schnee auf das Auto umsteigen, das sorge für mehr Verkehr.

Autofahrer René Keulon fragt sich dennoch: „Warum werden so viele Baustellen gleichzeitig betrieben?“ Er würde sich wünschen, dass die Bauarbeiten in die Abendstunden oder in die Ferienzeit gelegt würden. „Dann stören verengte Straßen nicht ganz so sehr.“ (Von Meike Jänike)

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