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Gehoben wohnen auf dem Brauhausberg

Potsdam Gehoben wohnen auf dem Brauhausberg

Jahrelang verfiel der ehemalige „Kreml“ trotz Nutzung durch den Landtag. Der Erwerber ließ zunächst Flüchtlinge einziehen, doch ab 2019 oder 2020 kann er bauen. Die Architektur wurde viel gelobt, jetzt nennt der Bauherr exklusiv in der MAZ erste Zahlen und zeigt seine Planung.

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Fahrkartenautomat in Rehbrücke gesprengt

Blick vom Belvedere in den künftigen Innenhof des Ensembles – viele Elemente und Materialen des „Kreml“ sind aufgenommen.

Quelle: Eureka Immobilien

Südliche Innenstadt. Die Zustimmung der Stadtverordneten ist gesichert, die Tinte unter dem städtebaulichen Vertrag trocken – nun bleibt den Bauherren auf dem Brauhausberg Zeit für gründliche Planung – drei bis vier Jahre. Der ehemalige Landtag nebst 25 000 Quadratmetern „Umland“ wurde, wie berichtet, 2015 für neun Millionen an die Berliner Immobilienentwickler Eureka und Sanus verkauft. Sie wollen dort Wohnungen errichten.

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Projektleiter Dirk Klassen gewährte der MAZ jetzt exklusiv einen Einblick in seine Pläne auf dem Areal: Insgesamt sollen knapp 200 Wohnungen mit gehobener Ausstattung entstehen, die das Unternehmen dann an Einzelerwerber verkaufen möchte. „Da viele Erwerber das als Anlage nutzen, wird es einen hohen Anteil an Mietern geben“, ist Klassen überzeugt. Etwa 125 Wohnungen werden im Bestandsgebäude des alten Landtags entstehen, dessen Fassade zur Stadtseite hin denkmalgeschützt ist. Sie wird denkmalgerecht saniert, anstelle des Schattens des SED-Logos soll nach jetzigen Plänen eine große Turmuhr prangen – „es sei denn, jemand hat eine noch bessere Idee“, so Klassen.

Moderne Fassaden, die viel des alten Gebäudes zieren

Das Neue entsteht im Schatten des Alten: Hinter dem Landtag planen die Architekten des Berliner Büros Bruno Fioretti Marquez, das den zur Auflage gemachten Architekturwettbewerb gewann, einen L-Riegel, der dann das Gebäudeensemble zu einer Art Burgfried schließt. Hier regieren moderne Fassaden, die dennoch viel des alten Gebäudes zitieren. Sind sind jeweils dreigeschossig plus eines ausgebauten Daches mit sehr vielen Gauben, in dem Maisonette-Wohnungen entstehen.

Die sanierte Fassade, das „Stadtgesicht“ des Hauses, könnte mit einer großen Turmuhr glänzen

Die sanierte Fassade, das „Stadtgesicht“ des Hauses, könnte mit einer großen Turmuhr glänzen.

Quelle: Eureka

Am Kopf des Riegels, der etwas hinter dem alten Landtag rechts hervorlugt, planen die Bauherren einen Fünfgeschosser am Ort und in der Kubatur des ehemaligen Belvederes auf dem Brauhausberg. Es wird das einzige sein, das man vom Neubau von der Stadt aus sieht – durchaus gewollt. Solche Details waren es, die den Bauherren, die Bauverwaltung, den Bauausschuss und den Gestaltungsrat gleich für den Entwurf einnahmen.

Eine neue Zufahrt und eine große Tiefgarage

Zu den Aufgaben im städtebaulichen Vertrag gehört auch, dass die Eigner eine zwei Millionen teure neue Zufahrtsstraße bauen müssen, die das dahinter liegende Geoforschungszentrum ebenfalls nutzt.

Die Zufahrt erfolgt von der Straße Brauhausberg, kurz hinter der alten Brücke.

Diese ist bereits von 1922 und würde dem Verkehr nicht lange standhalten.

Als erstes wird die Tiefgarage gebaut, die quasi den gesamten Hof „unterkellert“. 160 Fahrzeuge sollen dort unterkommen, so dass alle Mieter trockenen Fußes vom Auto in die Wohnung gelangen.

Im Neubau entstehen 65 Wohnungen mit 5200 Quadratmetern Wohnfläche. Im Moment sind Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen geplant, aber das kann sich, je nach Nachfrage, auch noch ändern. Über Preise möchte Dirk Klassen noch nicht spekulieren, da er erst 2019 oder 2020 mit dem Bau beginnen kann – bis dahin betreibt die Awo dort ein Heim für Geflüchtete. Angesichts stetig steigender Baukosten wäre es unseriös. Ziel sei es aber, die Wohnungen trotz des gehobenen Standards bezahlbar zu halten. Da das alte Gebäude kein Innendenkmal ist, können die Bauherren es komplett umgestalten. Auch die Fassade zum Hof hin soll mit Loggien und Balkonen aufgewertet werden und auf diese Weise einen einheitlichen Rahmen für den Burgfried bieten.

 

Von Jan Bosschaart

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