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Potsdam Geistige Tankstellen
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08:17 28.08.2017
Stefanie Müller (l.) und Andrea Schneider haben ihre Buchhandlung „Viktoriagarten“ Ende 2011 an der Geschwister-Scholl-Straße eröffnet. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

„Das Gütesiegel ist das eine“, sagt Andrea Schneider, eine der beiden Inhaberinnen des Viktoriagartens, „aber die finanzielle Unterstützung kleiner Buchhandlungen ist ebenso wichtig.“ Wer beim Ringen um den Buchhandlungspreis obsiegt, sichert sich mehr als ein Zertifikat: Der Hauptpreis ist mit 25 000 Euro dotiert. Am 31. August entscheidet sich in Hannover im opulenten Schloss Herrenhausen, ob auch eine Prämie nach Potsdam geht. In der Landeshauptstadt zittern gleich zwei Nominierte: der kleine aber feine Babelsberger Script-Buchladen und die Buchhandlung Viktoriagarten in der Brandenburger Vorstadt.

Kulturelle Begegnungsorte

Die Gewinner dürfen der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), die Hand schütteln. Sie ist die Initiatorin der Veranstaltung. Auf der Website des Deutschen Buchhandlungspreises schreibt sie vom Zweck und von der Hoffnung, die sie in die Verleihung setzt. „Möge der Deutsche Buchhandlungspreis das Kundenbewusstsein für die Bedeutung kleiner, inhabergeführter Buchhandlungen – dieser ,geistigen Tankstellen’ und kulturellen Begegnungsorte in unseren Städten, schärfen!“

Kulturelle Begegnungsorte sind der Viktoriagarten und das Script. In beiden Läden finden regelmäßig Lesungen statt. Der Viktoriagarten wartet sogar mit Kaffee auf. Auf Sitzecken kann man’s sich draußen wie drinnen mit Kuchen gemütlich machen. Die Verbindung von Café und Buchhandlung war von Beginn an gesetzt. Doch seit der Gründung des hellen, freundlichen Ladens im November 2011 ist besonders die Beziehung zum Kunden in den Fokus gerückt. Andrea Schneider (41) sagt: „Wichtig ist vor allem, dass einen die Kunden mögen. Dass man sie versteht, richtig zuhört, aufmerksam ist und ihnen das Programm bietet, das zu ihnen passt.“ Und so vielfältig wie die Leser sind, die den Viktoriagarten besuchen, ist auch das Angebot. Es findet sich Populärliteratur, Bücher die den Inhaberinnen gefallen und solche, die den Kunden zusagen. „Die Spiegelbestsellerliste ist nicht unser Maßstab“, erläutert Andrea Schneider. Jung wie Alt, Familien wie Singles können im Fundus stöbern, ohne sich deplatziert zu fühlen.

30 Quadratmeter voller Literatur, Fotografie, Kunst und Philosophie

Den Vergleich mit dem Viktoriagarten braucht das literarische Angebot im gerade einmal 30 Quadratmeter großen Script-Buchladen nicht zu scheuen. Das überschaubare, liebevoll eingerichtete Geschäft bietet ausgesuchte Werke an. Kerstin Seefeldt, die Inhaberin, die das Script 1997 gegründet hat, spricht von Kinder- und Sachbüchern, von Werken über Fotografie, Kunst, Design und Philosophie und von Regionalem, wenn man sie nach der Auswahl fragt. Auch Bücher aus Kleinverlagen haben hier ein Dach über dem Kopf gefunden.

Seit 20 Jahren eine sichere Adresse für gute Lektüre: der Script-Buchladen von Kerstin Seefeld in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Quelle: Bernd Gartenschläger

„Als Buchhändlerin suche ich den Kontakt zum Kunden. Ich sortiere meine Auswahl vor und trage diese Verantwortung gerne in die Welt. Mit einem kritischen Blick kann ich verhindern, dass Bücher mit zum Beispiel rechtsradikalem Inhalt weiter vertrieben werden“, sagt Kerstin Seefeldt. In dem mit Holzdielen ausgelegten Raum lassen sich Werke entdecken, denen man beim Onlineshopping wohl nie seine Aufmerksamkeit geschenkt hätte. Kerstin Seefeldt sieht in Handelsriesen wie Amazon auch keine Konkurrenz. „Kleine Buchläden sind Nischen, wo es nicht allein um den Verkauf von Büchern geht, sondern vielmehr um deren Inhalte. Ich denke, die großen Ketten werden sich gegenseitig kaputt machen: Am Beispiel vom Thalia konnte man das doch sehr gut beobachten.“

Lesungen und einiges mehr fürs kulturellen Leben der Stadt

Mit dem Gewinn des Deutschen Buchhandlungspreises würde die Script-Inhaberin ebenso die Möglichkeit gewinnen, neue Inhalte zu schaffen: Sie möchte mit Lesungen und anderen Projekten zum kulturellen Leben in der Landeshauptstadt beitragen.

Andrea Schneider vom Viktoriagarten sieht es ähnlich. „Wir machen Lesungen, die sehr teuer sind und sich nicht rechnen. Sie gehören aber dazu und wir veranstalten sie gerne“, sagt sie „Auch der Laden ist knapp kalkuliert – und manchmal wird es einfach eng.“

Die Finanzspritze, die mit dem Buchhandlungspreis verbunden ist, kann also einiges bewirken. In zweieinhalb Wochen entscheidet sich, wer sie bekommt. Potsdamer, die ihre kleinen Läden unabhängig davon unterstützen möchten, können das mit ihrer Kaufkraft tun und einfach mal vorbeischauen und stöbern.

In Potsdam gibt es bereits Preisträger

Mit dem Deutschen Buchhandlungspreis werden inhabergeführte Buchhandlungen ausgezeichnet, die ein literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten, die innovative Geschäfts­modelle verfolgen oder sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung engagieren.

Der Preis wird am 31. August 2017 in Hannover von der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), zum dritten Mal verliehen.

Partner des Preises sind die Kurt-Wolff-Stiftung und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Die Jury unter Vorsitz von Iris Radisch, Ressortleiterin Feuilleton bei der „Zeit“, hat unter den 502 Bewerbungen 117 Geschäfte nominiert.

Aus Brandenburg im Rennen: die Fontane-Buchhandlung in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin), die Buchhandlung Viktoriagarten und die Script-Buchhandlung in Potsdam sowie Tenglers Buchhandlung in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz).

Nach Potsdam ging der renommierte Preis schon einige Male: zwei Mal an den Literaturladen Wist als hervorragende und als besonders herausragende Buchhandlung und einmal an den Buchladen Sputnik als hervorragende Buchhandlung.

Von Maria Hutmacher

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