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Gekauft, beplant, im Bau, verkauft

Potsdam Templiner Vorstadt Gekauft, beplant, im Bau, verkauft

Sie ist seit spätestens 1996 völlig leergezogen und verfiel nun langsam, die 1893 erbaute Villa Luisenhof an der Templiner Straße, malerisch an der Havelbucht gelegen. 2013 vom Land verkauft, hat nun der bayrische Entwickler seine Pläne verraten. Alle 125 Wohneinheiten sind schon verkauft, die Villa steht kurz vor der Sanierung.

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So stellt sich der Architekt die sanierte Villa vor.

Quelle: Kaufeigenheime

Templiner Vorstadt. Verwildert und verfallen war das Gelände rund um die Villa Luisenhof, malerisch gelegen an der Templiner Straße und der Havelbucht „Vorderkappe“ – die meisten Mieter der Gebäude ringsum zogen zwischen 1994 und 1996 aus, die aus der Villa 2001. Das Land schrieb das Areal 2012 zum Verkauf aus und wollte mindestens knapp zwei Millionen Euro für das 2010 denkmalgeschützte, rund 40 000 Quadratmeter große Ensemble zwischen Straße und Wasser – der Uferweg wurde nicht mitverkauft. Es gab 16 Bewerber, am Ende setzte sich die „Kaufeigenheime“ aus dem bayrischen Geisenfeld nahe Ingolstadt durch. Wie viel sie geboten hatte, verrieten weder das Land noch die Käuferin. Seit dem Frühjahr wird dort nun kräftig gebaut. Es entstehen Stadthäuser mit Grundflächen von 115 bis 193 Quadratmetern sowie Wohnungen mit Grundrissen von 52 bis 184 Quadratmetern – insgesamt 125 Wohneinheiten auf 12 300 Quadratmetern Grundfläche. Beplant wurde das Gelände von den renommierten Potsdamer Architekten Van Geisten und Marfels, die sich nach den Denkmalschutz-Vorschriften richten mussten und daher den Parkcharakter rund um die Villa erhielten.

Die Baugenehmigung für die Sanierung der denkmalgeschützten Villa wurde erst vor Kurzem erteilt, doch ringsum schießen schon die Gebäude aus

Die Baugenehmigung für die Sanierung der denkmalgeschützten Villa wurde erst vor Kurzem erteilt, doch ringsum schießen schon die Gebäude aus dem Boden.

Quelle: Friedrich Bungert

Im Zentrum steht die Turmvilla mit ihrem 32 Meter hohen Ausguck, die ab 1893 für den Generaldirektor der Schultheiß-Brauerei, Richard Roesicke, errichtet wurde. Roesicke benannte sie nach seiner Frau Luise, konnte selbst die Idylle aber nur wenige Jahre genießen, er starb 1903. Die Stadt erwarb danach das Areal und verpachtete es, unter anderem an das „Töchterheim Annenhaus“, die „Höhere Lehranstalt für praktische Landwirte“ und den „Reichsnährstand“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Labors eingerichtet, auf dem östlichen Teil steht noch ein Landeslabor, dass nun Pächter des neuen Eigners ist. Der will in einem zweiten Bauabschnitt auch diesen Teil ab 2020 entwickeln.

In der Villa selbst entstehen ebenfalls Wohnungen, und zwar gleich sieben – mit Grundrissen von 115 bis 209 Quadratmetern und drei bis sehr Zimmern. Hier liegt Kaufeigenheime-Inhaber Uwe Emontz bereits die Baugenehmigung vor, doch angesichts von einigen „Schandtaten“ im Bescheid muss dieser noch mit der Stadt „diskutieren“, sieht aber keine „unüberbrückbaren Differenzen“, wie er der MAZ mitteilte. Wohnungen, Stadthäuser und Villa sind bereits verkauft, und zwar am Stück an einen Anbieter, der diese samt und sonders vermieten will. Wer das ist, darf Uwe Emontz laut Kaufvertrag nicht sagen, spätestens mit Beginn der Vermarktung dürfte es aber öffentlich werden. Ende 2017 sollen die Wohnungen und Stadthäuser bezugsfertig sein, bei der Sanierung der Villa dürfte es nun noch etwas länger dauern.

Besonderes Glück dürfte jedenfalls der Mieter der sogenannten Attika-Wohnung in der Villa haben: Er genießt einen „einzigartigen Panoramablick nach Sanssouci, auf den Brauhausberg, den Telegrafenberg und die Havel“, ebenso von Attika wie vom Turm aus. Bodenbeläge aus Echtholzparkett, Jura-Marmor oder Granit lassen annehmen, dass die Wohnungen eher für wohlhabende Mieter erschwinglich sein dürfen – dazu passen auch die großzügigen Außenanlagen und die Schnitte der Wohnungen.

Für die Kaufeigenheime GmbH dürfte es demnach ein lukratives Geschäft sein, auch wenn noch etwas Streit ins Haus steht. Ähnlich ging es dem ursprünglicher Architekten Franz Heinrich Schwechten, der die Berliner Gedächtniskirche und den „Kreml“ auf dem Brauhausberg entwarf, allerdings auch.

Auch am Jungfernsee ist die Firma vertreten

Die Firma Kaufeigenheime aus der Nähe von Ingolstadt (Bayern) ist nicht nur mit dem Neubau des Luisenhofsensemble und der Sanierung der Villa in Potsdam befasst.

Sie hat auch einen Teil des künftigen Wohngebiets am Jungfernsee, direkt unter dem sogenannten Plattnercampus erworben.

Dort wird sie auf 15 410 Quadratmetern in unmittelbarer Wassernähe 41 Häuser bauen.

Geplant sind ein Einfamilienhaus, zwei Dreispänner und 17 Doppelhäuser.

Von Jan Bosschaart

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