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Gemälde gehen ins Depot

Stiftung Schlösser und Gärten Gemälde gehen ins Depot

Die Arbeiten für das geplante neue Depot der Schlösserstiftung in der Potsdamer Innenstadt haben begonnen. Noch wird auf dem Terrain neben den Hallen des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks nach explosiven Hinterlassenschaften gesucht. Doch der Platzbedarf der Stiftung ist noch nicht gedeckt. Ein zusätzliches Skulpturen-Depot wird benötigt.

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Munitionssuche am Depot-Standort.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Noch wird nach explosiven Hinterlassenschaften im Erdreich gegraben. Aber bereits in Kürze soll ein neues Archiv für wertvolle Gemälde und gediegene Möbel anderer Epochen entstehen. Die Kampfmittelbergung hat die Arbeiten für das neue Zentrale Depot der Schlösserstiftung zwischen Babelsberg und der Innenstadt nahe dem Hauptbahnhof eingeläutet. Danach rücken die Bautrupps an. Bis Ende kommenden Jahres sollen die neuen Hallen mit 6000 Quadratmeter Lagerfläche stehen.

Bereits Ende des vergangenen Jahres waren gegenüber des Terrains auf dem Gelände des früheren Reichsbahnausbesserungswerks (RAW) an der Friedrich-Engels-Straße in umfangreichen Grabungsarbeiten nötige Anschlüsse für das geplante Großlager gelegt worden. Der sich hinziehende Einsatz der Kampfmittelbergung entspreche dem üblichen Standard, konkrete Verdachtsmomente auf Blindgänger oder ähnliches gebe es nicht, so der Sprecher der Schlösserstiftung Frank Kallensee.

„Zeitgemäße Architektur“

11,5 Millionen Euro sollen nach aktuellen Angaben zunächst auf dem Gelände für das neue Depot aus Mitteln des bestehenden Masterplans investiert werden. Eine weitgehend schnörkellose „ganz klar zeitgemäße Architektur“ verspricht der Leiter des vom Bund sowie den Ländern Berlin und Brandenburg mitfinanzierten Ergänzungstopfs der Stiftung für Sanierungen, Ayhan Ayrilmaz. Geplant sei ein quaderförmiger Flachbau mit klaren Linien, der die Sägezahndachform (Sheddach) der benachbarten denkmalgeschützten früheren RAW-Gebäude aufnimmt.

Die unmittelbar angrenzenden Areale der noch stehenden denkmalgeschützten Hallen des ehemaligen Bahnwerks sowie besonders des Anfang Januar endgültig dicht gemachten Autozulieferers Magna Steyr bieten offenbar ohnehin Anlass für Gedankenspiele. Ayrilmaz hatte für die Schlösserstiftung schon zu Beginn der Planungen für das neue Lager eine mögliche „additive Erweiterung“ ins Gespräch gebracht. So wird unbedingt zusätzlich ein Skulpturen-Depot benötigt. Ein erster Austausch mit Magna soll bereits stattgefunden haben. Der Autozulieferer bestätigt das zwar nicht explizit, arbeitet aber weiter an einer Nachfolgelösung für den Standort. „Wir sind hier in Gesprächen“, räumt Magna-Sprecher Rej Husetovic allgemein ein. Sobald sich etwas Konkretes ergebe, werde man über Details informieren.

Gespräche mit Interessenten

Auch für das benachbarte „Neue Halle“ genannte Areal des früheren RAW sucht der Eigentümer Semmelhaack Wohnungsunternehmen nach wie vor eine geeignete Nutzung. Anfang des vergangenen Jahres publik gewordene Pläne für ein Einzelhandelszentrum hatten sich zerschlagen. „Es werden fortlaufend Gespräche mit potenziellen Interessenten geführt“, sagt Semmelhaack-Prokurist Arne Parchent. Schlösser und Gärten habe sich zwar noch nicht gemeldet, „die Nutzung der Neuen Halle durch die Stiftung, wäre aber sicher eine interessante Möglichkeit, eine Revitalisierung der Fläche darzustellen“.

Das nun im Bau befindliche Zentral-Depot soll indes was den Schutz der Ausstellungsstücke der Schlösserstiftung angeht „bundesweit Maßstäbe setzen“, sagt Sprecher Kallensee. Das für zunächst 1700 Gemälde, 700 Rahmen sowie 1500 Möbel vorgesehene Lager bedarf spezieller räumlicher Bedingungen. So muss eine ausgeklügelte Klimatechnik dafür sorgen, dass keine Schädlinge den wertvollen Utensilien zusetzen können. Eine besonders nachhaltige Bauweise soll dazu beitragen. Zwecks besserer Kühlung werden die zu errichtenden Wände mehr als einen Meter dick sein. Spezielle Schleusen des Gebäudes sollen schon bei der Anlieferung der Utensilien sicherstellen, dass Mikroorganismen und anderes gar nicht erst Einlass ins Depot finden. Die Ausstellungsstücke aus dem Bestand der Stiftung sollen per Lkw angeliefert werden.

 

Von Gerald Dietz

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