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Potsdam Heimkehr in die Innenstadt
Lokales Potsdam Heimkehr in die Innenstadt
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21:07 29.04.2018
Ein Gemeindemitglied betet in der neuen Al Faruk Moschee auf dem Hinterhof der Straße Am Kanal. Quelle: dpa
Potsdam/Innenstadt

Die Gemeinde der Al Faruk Moschee ist in die Innenstadt zurück gekehrt. Mit einem Tag der offenen Tür wurden die neuen Gebetsräume in einem früherem Heizhaus der Energieversorgung Potsdam (EWP) am Sonnabend offiziell eröffnet. Imam Kamal Abdallah sprach von einem „historischen Tag für uns“: „Es ist wie für jemanden, der geflüchtet war und jetzt ein Zuhause gefunden hat.“

Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) erinnerte an die lange Suche nach einem geeigneten Ort, nachdem die früheren Gebetsräume in einem Ladenlokal Am Kanal 61 wegen Überfüllung aufgegeben werden mussten: Es sei eine „unhaltbare Situation“ gewesen, dass Teile der Gemeinde sich aus Platzgründen auf dem Gehweg vor den Moscheeräumen zum Gebet versammelten.

Imam Kamal Abdallah . Quelle: Christel Köster

Übergangsweise stellte die Stadt dem Verein der Muslime in Potsdam die Orangerie der Biosphärenhalle zur Verfügung. Bis zu 400 Gläubige versammelten sich dort allwöchentlich zum Freitagsgebet. Das Übergangsdomizil wurde von der Stadt wöchentlich mit 1000 Euro unterstützt. Insgesamt summierte sich die Förderung auf 70 000 Euro.

Neue Räume wurden unter anderem am Schlaatz gesucht, bis die Wahl auf die Nachbarschaft der alten Moschee fiel: „Manchmal sieht man den Wald vor Bäumen nicht“, sagte Sozialdezernent Schubert, der für die SPD als Oberbürgermeister kandidiert. Für das schon vor längerer Zeit stillgelegte Heizhaus hat die Stadt nach Rathausangaben einen auf zehn Jahre befristeten Mietvertrag mit der EWP abgeschlossen.

Die Stadt zahlt pro Jahr 12 000 Euro an die EWP, der Verein erstattet der Stadt die Miete sowie Betriebs- und Nebenkosten. In dem neuen Gebetssaal finden laut Imam rund 150 Gläubige Platz. Bei gut besuchten Veranstaltungen würden zeitgleich auch die alten Gebetsräume im Vorderhaus genutzt.

Die neue Moschee. Quelle: Christel Köster

Abdallah schloss aus, dass erneut Gläubige auf dem Bürgersteig knien. Bei Bedarf werde es das Freitagsgebet in mehreren Schichten gebetet. Frauen nehmen an den Freitagsgebeten nicht teil – aus Platzgründen, sagt der Imam.

Schubert appellierte am Sonnabend an den Verein, „sich zu öffnen und das nicht nur am Tag der offenen Moschee“. Es gehe nun in einem nächsten Schritt um den Dialog zwischen der muslimischen Gemeinde mit den Anwohnern und anderen religiösen Gemeinschaften. Als Partner für gemeinsame Veranstaltungen nannte er den Verein neues Potsdamer Toleranzedikt.

CDU-Oberbürgermeisterkandidat Götz Friedrich sagte, die Veranstaltung sei ein Beleg mehr für die religiöse Vielfalt, die diese Stadt auszeichne. Begleitet wird die Arbeit der Muslime auch vom Verein zur Förderung des interreligiösen, weltanschaulichen und Interkulturellen Dialogs (BeDiTo).

Kritik am Inhalt von Predigten bei den Freitagsgebeten in der Al Faruk Moschee äußerte zuletzt der ARD-Reporter Konstantin Schreiber in seinem Anfang 2017 erschienenen Buch „Inside Islam“. Imam Abdullah versprach daraufhin zur Vermeidung von Missverständnissen die regelmäßige Veröffentlichung seiner Predigten in deutscher Übersetzung. Auf der Internetseite des Vereins findet sich allerdings nur eine Freitagsansprache vom 27. März 2018 zum Thema „Der Neid – Krankheit des Herzens“.

Am Sonnabend versicherte der Imam, die Predigten sollten „aktuell im Internet veröffentlicht werden. Wir haben es einige Zeit nicht gemacht, das war nicht gut. Aber wir hatten viel zu tun“.

Von Volker Oelschläger

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