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Gemeinsam die Seele klingen lassen

Babelsberg Gemeinsam die Seele klingen lassen

Viele Schulen hatten sich beworben für das Education Projekt des professionellen RIAS-Kammerchores aus Berlin. Am Ende wurde die Junge Kantorei Hermannswerder zum Schulchorpaten erklärt. Am Mittwoch war Premiere für den Dokumentarfilm, der während des einjährigen Projektes entstanden ist.

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Filmemacherin Andrea Schumacher (M.) und Produzent Ulli Pösselt (2.v.r.) inmitten von Chormitgliedern.

Quelle: Gartenschläger

Babelsberg. Bereichernd, erfahrungsreich, lebendig – so beschreiben die Sängerinnen und Sänger der Jungen Kantorei Hermannswerder die Zusammenarbeit mit dem RIAS Kammerchor aus Berlin. Ein Jahr lang probten und sangen sie als erster Potsdamer Schulchor gemeinsam mit dem professionellen Ensemble, das zu den besten der Welt zählt. Einige Monate nach dem Abschluss des Projektes fand nun die Premiere des entstandenen Dokumentarfilms im Thalia Kino statt.

Bei der Erstaufführung des Werkes mit dem Titel „Lasst die Seele klingen – SINGT!“ ließen die über 60 Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder die vielen Proben mit und die Besuche beim RIAS Kammerchor Revue passieren und haben die lehrreiche Zeit nun für immer auf Band.

Filmteam begleitete fast alle gemeinsame Proben

Begleitet wurde das „Education Projekt“, bei dem die Berliner Profi-Gesangsgruppe einen Schulchor jeweils für ein Jahr zum Patenchor erklärt, von Filmemacherin Andrea Schumacher und einem zehnköpfigen Team. Sie waren bei nahezu jedem Treffen der beiden Chöre dabei. „Deshalb hatten wir Filmmaterial satt“, berichtete die Filmeditorin und Cutterin. Entstanden ist ein 88-minütiger Dokumentarfilm, der die Emotionen auf beiden Seiten des Projektes einfängt und ein Portrait der Leidenschaft für die schulische aber auch die professionelle Chorarbeit abbildet.

Schüler lernen Unterschiede in der Chorarbeit kennen

Gelernt haben die jungen Sängerinnen und Sänger aus Hermannswerder bei dem einjährigen Projekt nicht nur neue Gesangstechniken. „In Probensituationen hat man schnell gemerkt, wie unterschiedlich gearbeitet wird“, berichtete die Zwölfklässlerin Lea Koleslyk und merkte an, dass das Vor- und Nachteile hat. Immerhin ist ganz klar, dass die Schülerinnen und Schüler neue Stücke nicht so schnell aufnehmen und korrekt wiedergeben können wie die Profis aus Berlin.

Dafür ist Lea und ihren Freunden allerdings deutlich geworden, dass das Miteinander in der Jungen Kantorei herzlicher und enger ist. „Bei den professionellen Sängern ist die Chorarbeit wesentlich weniger spaßig als bei uns“, sagte sie. Die Erfahrung mit einem professionellen Kammerchor singen zu können, möchte sie dennoch nicht missen. Vor allem die Offenheit des Ensembles und das Interesse am Nachwuchs überraschte sie.

Nachwuchssänger brachten eigene Ideen ein

Ein positives Fazit zog auch der Hermannswerderaner Chorleiter Matthias Salge. Er ist stolz darauf, wie gut sich seine Schützlinge in der Arbeit mit den Profis geschlagen haben. „Die Schülerinnen und Schüler sammelten dabei viele, ganz verschiedene Erlebnisse“, erklärte er. Denn die Nachwuchstalente erhielten im Laufe des Projektes nicht nur Einblicke in musikalische und künstlerische Aspekte des Chorsingens und des Berufsbildes eines Sängers. Mit der Idee zum Flashmob, einem spontanen Auftritt im Berliner Technikmuseum, brachten sich die Schüler auch selbst mit Engagement ein und konnten den Profis sogar ein neues Lied beibringen.

Einblick hinter die Kulissen der Profis

Das Management des Berliner Ensembles erweiterte die gesammelten Eindrücke zudem auf die administrativen Tätigkeiten und gewährte Einblicke in das, was täglich hinter den Kulissen passiert. „Auf diese Weise konnten wir ganz andere Dimensionen des Chorsingens kennenlernen“, berichtete der 17-jährige Konrad Amrhein, „man sah nicht nur das perfekte Konzert, sondern bekam auch mit, wenn hinter der Bühne mal etwas schiefging.“

Das Education Projekt des RIAS Kammerchors

Seit 2009 schließt der RIAS Kammerchor regelmäßig Schulchor-Patenschaften. Das Evangelische Gymnasium Hermannswerder ist die erste teilnehmende Schule außerhalb Berlins.

Zum Projekt gehört der Austausch auf musikalischer und persönlicher Ebene. Mitglieder des RIAS Kammerchors besuchen Proben des Schulchors und umgekehrt. Außerdem werden die einzelnen Stimmgruppen der Schülerinnen und Schüler von Mitgliedern des Ensembles gecoacht.

Höhepunkt der Patenschaft ist alljährlich die Eröffnung eines RIAS-Kammchor-Konzerts durch den Schulchor. In Hermannswerder wurde zu diesem Anlass eine neue Komposition mit dem Titel „Flucht“ in Auftrag gegeben. Das Konzert fand im Juli 2016 in Potsdam statt.

Von Victoria Barnack

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