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Gemeinsam für Patric: Alte Freunde, neue Verbündete

Bewegende Hilfsaktion für ALS-Erkrankten Gemeinsam für Patric: Alte Freunde, neue Verbündete

Das Schicksal des an ALS erkrankten Potsdamers Patric Zocher (40) berührt viele. Längst vergessen geglaubte Freunde haben Geld gesammelt, auf dass er kaufen kann, wofür die Krankenkasse nicht aufkommt: flüssige Vitamine zum Beispiel. Auch die Zigeunerköche wollen Patric helfen und bitten am 19. November zum Benefizdinner.

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Patric und Nicole Zocher kämpfen gegen die teuflische Nervenkrankheit ALS.

Quelle: Claudia Jonov

Potsdam. Plötzlich standen sie vor seiner Tür. Sechs Schulkameraden, die er seit 20 Jahren und mehr nicht gesehen hatte. Ein wenig klamm war ihnen ums Herz, gaben sie später zu. Einige andere Kumpel aus Jugendtagen waren aus Furcht, mit der Situation überfordert zu sein, gar nicht erst mitgekommen. Wieder andere blieben aus Rücksicht auf ihn, den Schwerkranken, daheim und schickten mit dem Erlös eines eigens für ihn ausgetragenen Benefiz-Tischtennisturniers auf­munternde Grüße: „Gemeinsam für Patric. Gemeinsam gegen ALS.“

Kampf gegen teuflische Krankheit – Ringen mit der Krankenkasse

Nach den ersten Beschwerden im Februar und einer monatelangen Ärzte-Odyssee erhielt der Potsdamer Patric Zocher (40) im Mai die Diagnose Amyothrophe Lateralsklerose. Sein Kampf gegen diese teuflische, bislang unheilbare Nervenkrankheit, sein Ringen mit einer unflexiblen Krankenkasse, sein ungebrochener Lebensmut und seine Hoffnung auf ein gutes Ende berühren viele, nicht nur die alten Mitschüler. Die Kollegen von der Step hupen, wenn sie in ihren orangeroten Lastern an dem Haus vorbeifahren, in dem Patric Zocher mit seiner Ehefrau Nicole lebt. Jeden Freitag machen die engsten Kollegen ihre Mittagspause bei ihm. Als Freunde vor ein paar Wochen das alte Wannenbad in ein barrierfreies Duschbad umbauten, packten die Kollegen mit an – Patric und Nicole Zocher konnten derweil in der Dominikanischen Republik Sonne und Zuversicht tanken. Auch den Urlaub am Meer hatten Freunde und Kollegen ermöglicht.

Endlich barrierefrei

Endlich barrierefrei: Freunde haben das alte Wannenbad zu einem modernen Duschbad umgebaut – eine riesige Erleichterung im Alltag für Patric und Nicole Zocher.

Quelle: Claudia Jonov

„Da muss einem erst so etwas passieren, dass man wirklich begreift, wie wertvoll Freundschaft ist“, sagt Patric Zocher (40). Seine Stimme ist leise geworden, das Atmen fällt ihm schwer – so schwer, dass er kaum noch stehen kann. Weil das Kohlendioxidspiegel im Blut steigt und der Sauerstoffgehalt fällt, hat er starke Kopfschmerzen. Er muss sich nun oft hinlegen und ausruhen. Der Rücken tut ihm weh, er hat Krämpfe in den Beinen.

Zigeunerköche bitten zum Benefizdinner am 19. November

Doch Hilfe ist nah. Weil seine Atemmuskulatur so schwach ist, verbringt Patric Zocher diese Woche im Pneumologischen Beatmungs­zentrum des Ernst-von- Bergmann-Klinikums in Bad Belzig. Dort wird er auf die nicht-invasive Beatmung über eine Maske eingestellt, die er auch zu Hause anwenden kann. Er hofft, sich so ein wenig erholen zu können. Immerhin hat er ein Ziel: gesund werden oder die Krankheit zumindest ausbremsen.

Hilfe für Patric Zocher

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des Nervensystems.

Die Krankheit ist derzeit nicht heilbar und verläuft in der Regel tödlich. Ihre Ursache ist noch unbekannt. Verlauf und Tempo der ALS sind von Patient zu Patient unterschiedlich. Bekanntester Betroffener ist der Physiker Stephen Hawking: Er war 21, als bei ihm ALS erkannt wurde, heute ist er 74.

„Gemeinsam für Patric – gemeinsam gegen ALS“ heißt die Facebookseite von Nicole Zocher. Wer möchte, kann Patric dort Mut machen.

Die Zigeunerköche unterstützen verschiedene karitative Aktionen, vor allem aber Kinder. So bitten sie am 19. November auch für Roma-Kids in Rumänien und für die Kita Nuthewinkel zu Tisch.

Für die kommenden Wochen haben Patric und Nicole Zocher, die ihrem Mann nicht von der Seite weicht und ihn rund um die Uhr pflegt, schon einige Pläne. Das Leben, sagen sie, geht weiter – so oder so. Ein besonderer Termin steht am 19. November an. Dann bitten die Zigeunerköche zum Benefizdinner, dessen Erlös unter anderem auch Patric Zocher zugute kommen soll. Wer dabei sein will, wenn Josef Riha und sein Team im Restaurant „Grashorn“ in Geltow ein klassisches Vier-Gänge-Menü der Roma-Küche servieren, muss sich ranhalten, denn viele Karten sind schon weg.

Karten für das Benefizdinner sind für 33,33 Euro im Altstadthotel Potsdam, Dortustraße 9-10, und im Restaurant Grashorn, Am Wasser 2-4 in Geltow, zu haben.

 

Von Nadine Fabian

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