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Potsdam „Gemütlich wie ein großes Wohnzimmer“
Lokales Potsdam „Gemütlich wie ein großes Wohnzimmer“
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17:02 15.08.2016
Das begehrte Plakat. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Wer die Potsdamer bislang auf ein schlecht gelauntes Völkchen reduzieren wollte, bestehend einerseits aus Barockfanatikern, die nur noch ein Freiluftmuseum alter Fassaden haben wollen und Ostalgikern andererseits, die möglichst viel Plattenbaucharme zu bewahren trachten, unterliegt einem fatalen Irrtum. Im Zuge der „Wir lieben Potsdam“-Aktion, bei der die MAZ um Liebeserklärungen bittet und dafür die auffälligen, gleichbeschrifteten Plakate der Berliner Firma Wall verlost, liefen unsere Mailboxen mit Liebeserklärungen geradezu über. Neben der Größe, der Lage und dem Schloss Sanssouci nannten die meisten die historischen Gebäude und die wiedererstehende Alte Mitte als Schönheiten, und jeder pries seinen Kiez, ob nun Babelsberg oder Schlaatz, als den schönsten.

Uta Strauß etwa verriet uns, sie liebe Potsdam, „weil meine Kinder in dieser Stadt glücklich und in Frieden erwachsen werden konnten. Auch weil ich hier die meisten Jahre meines Berufslebens verbrachte und dabei viele nette und vor allem interessante Menschen kennen und schätzen lernte .“

Patrick Kastner erspähte das Plakat, als er auf seiner Vespa morgens daran vorbeifuhr. „Sofort dachte ich, das hätte ich gerne für zuhause“, verriet er. „Potsdam, das ist für mich vor allem dieses wundervolle Licht der Sonne! Das Plakat ist ja auch knallgelb. Wenn man dieses Licht genießt, verwandelt es einen förmlich. Besonders am Heiligen See, in den Parks der Schlösser und den vielen Gärten. Die Sonne und Potsdam – das gehört für mich zusammen. Bei besonders schönen Tagen denke ich immer „Oh, heute ist Potsdam-Wetter“, so Kastner fast schon lyrisch: „Nicht so schön sind sicherlich die ollen Plattenbauten ... Aber irgendwie sehe ich sie gar nicht mehr – besonders: Wenn die Sonne scheint – in Potsdam!“

Angelika Schuppert aus Fulda verbringt gerade zum neunten Mal ihren Sommerurlaub in der Stadt – für drei Wochen: „Wir lieben die Stadt wegen der vielen Möglichkeiten, die sie bietet: Radfahren in wunderschöner Natur und sogar in der Stadt auf gut ausgebauten Radwegen. Bootfahren auf malerischen Gewässern, Seen und Kanälen. Zum dritten ist es die Nähe zu Berlin, so dass auch bei schlechterem Wetter keine miese Laune aufkommen kann. Last not least sind es die vielen netten und sympathischen Menschen, die wir nicht nur in unserem Hotel sondern auch außerhalb kennengelernt haben und die uns sicherlich auch veranlassen werden, im nächsten Jahr zu unserem Zehnjährigen wieder hierherzukommen!“

Carolin Ganzer aus der Waldstadt liebt ihr Potsdam für „seine landschaftliche und kulturelle, aber vor allem für seine menschliche Vielfalt. Ich fühle mich hier zu Hause und weiß, dass Potsdam viel mehr zu bieten hat als die Nähe zu Berlin und Sanssouci. Schade finde ich, dass es immer noch zu viele Stellen im Straßenverkehr gibt, die für Radfahrer wie mich sehr gefährlich sind – und dass Potsdam leider viel zu oft auf die touristischen Ziele reduziert wird.“

Gabriele Penquitt sagt indes, Potsdam sei „gemütlich wie ein großes Wohnzimmer – mit viel Wasser und Parks drum herum.“ Sie liebt „das lebendige Stadtbild mit den Potsdamern und Touristen.“

Endspurt bei der Plakataktion

Aufgrund der schönen Sommerplakate der Berliner Firma Wall AG, auf denen sie ihre Liebe zu Potsdam erklärt, fragt die MAZ ihre Leser, was sie an Potsdam lieben – und natürlich auch, was weniger.

Wer bis zum 16. August an Potsdam-Stadt@MAZ-online.de seine Liebeserklärung schickt, kommt in die Verlosung von 33 der riesigen Plakate (1,17 mal 1,74 Meter), die nirgendwo erhältlich sind. Auch nicht bei Wall, wo schon mehr als 150 Anfragen nach dem Poster vorlagen.

Von Jan Bosschaart

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