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Genossenschaften für Sozialwohnungen am Landtag

Potsdam Genossenschaften für Sozialwohnungen am Landtag

Preiswert wohnen in Potsdams Innenstadt: Sollte das Areal der im Abriss befindlichen Fachhochschule am Landtag an die Wohnungsgenossenschaften gehen, würden dort auch Sozialwohnungen entstehen. Das erfuhr die MAZ am Dienstag auf Nachfrage. Mieter mit Wohnberechtigungsschein müssten dann nur 5,50 Euro pro Quadratmeter bezahlen.

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Auf dem Areal der alten Fachhochschule soll der Block III mit Wohnungen, Gewerbe und Kultur entstehen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Jetzt ist es raus: Die drei großen Wohnungsgenossenschaften wollen im geplanten Innenstadtkarree auf dem Fachhochschul-Areal am Landtag – dem sogenannten Block III – auch Sozialwohnungen bauen. Das bestätigte Bodo Jablonowski, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam, am Dienstag auf MAZ-Nachfrage. Mieter mit Wohnberechtigungsschein müssen dann nur 5,50 Euro pro Quadratmeter bezahlen.

Die „Karl Marx“-Genossenschaft bewirbt sich derzeit gemeinsam mit der Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 (PWG) und der Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft (PBG) in einem Ausschreibungsverfahren des Sanierungsträgers um die Neubauten.

Landesförderung macht’s möglich

Dass die „Genossen“ in der Filetlage mitten im Zentrum künftig auch Wohnen für die schmale Brieftasche anbieten wollen, kommt überraschend. Noch Ende letzten Jahres hatten sie mit Nettokaltmieten von mehr als zwölf Euro pro Quadratmeter gerechnet. Der Sinneswandel ist offenbar auch auf die Landesförderung für Neubauprojekte zurückzuführen, die erst seit diesem Jahr wieder in Potsdam zur Verfügung steht. Bislang hat allerdings nur die kommunale Pro Potsdam solche geförderte Neubauvorhaben errichtet.

Laut Jablonowski wollen die Genossenschaften für das Karree in der Mitte generell Mieten von 5,50 bis 9,50 Euro pro Quadratmeter aufrufen. „Mit dem Oberwert liegen wir mit zehn Prozent unter der ortsüblichen Miete nach dem Mietspiegel“, erklärte der Vorstand der „Karl Marx“-Genossenschaft. Der Block umfasst neun Baugrundstücke, auf denen jeweils ein bis drei Gebäude stehen werden. Die Wohnungsgenossenschaften haben Gebote für alle neun Lose abgegeben – jede Genossenschaft für drei Grundstücke.

Mit ihren Angeboten haben sie es in die zweite Runde des Auswahlverfahrens geschafft. Daneben sind auch noch Privatinvestoren, Baugruppen beziehungsweise Selbstnutzer und Projektentwickler in dem Pool, der aktuell 37 Bewerbungen umfasst.

Dank ihren Preisvorstellungen unterhalb des Mietspiegels könnten die Genossenschaften im laufenden Vergabeverfahren Pluspunkte sammeln. Bei der Jury-Bewertung zählen neben der Gestaltung der Gebäude nämlich der Nutzungsmix und die Nutzungsprivilegien. Unter die letzte Rubrik fallen auch Wohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindung, umgangssprachlich als Sozialwohnungen bekannt.

Genossenschaften sind zuversichtlich

Die Genossenschaften sind zuversichtlich. „Unsere neun Entwürfe, die von drei Genossenschaften eingereicht wurden, bilden einen in sich stimmigen Mix aus Wohnen und Gewerbe“, erklärte Matthias Pludra, Vorstand der PWG 1956, jüngst in einer Veröffentlichung des Arbeitskreises Stadtspuren, einem Kooperationsprojekt der Potsdamer Wohnungswirtschaft. Neben den Wohnungen setze man in den Entwürfen vor allem auf kleinteiliges und regionales Gewerbe, heißt es weiter. Außerdem angedacht: Angebote für Kunst, Begegnung und Bildung. „Wir planen hier Möglichkeiten für Kultur, Bildung und Kommunikation, die öffentlich nutzbar sind, also von jedem Potsdamer und jeder Potsdamerin in Anspruch genommen werden kann“, erläutert Jablonowski. Obwohl jede Genossenschaft autonome Entwürfe eingereicht hat, sei alles aufeinander abgestimmt. So habe man nicht nur „ein facettenreiches und harmonisches Gesamtbild der Fassaden“ entwickelt, sondern zudem ein grundstücksübergreifendes Konzept zur Gestaltung des Innenhofes, der tagsüber der Öffentlichkeit offenstehen soll. Ebenfalls im Gesamtpaket enthalten sind ein quartierbezogenes Energiekonzept und an ein Mobilitätskonzept.

Am 5. und 7. Dezember wird die Jury aus Experten und Stadtpolitikern erneut tagen, um über die aussichtsreichsten Entwürfe der Finalrunde zu entscheiden. Im März werden die Stadtverordneten das Thema behandeln.

Von Ildiko Röd

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