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Potsdam Geröstete Heuschrecken als Imbiss
Lokales Potsdam Geröstete Heuschrecken als Imbiss
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18:46 22.05.2016
Der menschliche Körper und die Funktion seiner Organe war Ziel dieser wissbegierigen jungen Leute. Quelle: Christel Köster
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Babelsberg

Wie hieß es einst zu Schulzeiten so schön und naiv? „Wissen ist Macht – nix wissen macht nix.“ Na gut, lang ist’s her. Heute weiß man: Wissen macht mächtig Spaß! Mehrere Tausend Potsdamer und Besucher aus Berlin und dem Umland stürmten am Sonnabend den 4. Tag der Wissenschaften, der diesmal an der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ ausgerichtet wurde.

„So voll wie heute und so altersgemischt ist es hier selten“, sagte Uni-Präsidentin Susanne Stürmer bei der Eröffnung auf der kleinen Bühne, während Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) das mittlerweile fest etablierte Event als „ein Schaufenster der Wissenschaften“ lobte.

Unterdessen entfaltete sich ringsum das pralle Entdeckerleben. Im Forschercamp draußen auf der Wiese wuselten die Flaneure zwischen weißen Zelten umher. In der Uni zogen die wissbegierigen Karawanen durch das Atrium mit den Wissens-Ständen und durch die Räume, wo teilweise Wundersames wartete: Etwa die Klänge jenes kostbaren Cellos, auf dem einst Carl Philipp Emmanuel Bach in Frankfurt (Oder) gespielt hatte und das 300 000 Euro wert ist. Sorgen, dass das gute Stück im Trubel Kratzer abbekommen könnte, braucht man sich aber nicht zu machen. Das Cello ruhte nämlich sicher und wohlbehütet in einer Museumsvitrine in einem Museum und war nur virtuell anwesend.

Zum ersten Mal fand der Potsdamer Tag der Wissenschaften auf dem Gelände der Babelsberger Filmuni „Konrad Wolf“ statt. Tausende Besucher ließen sich von Experimenten und Spitzenforschung faszinieren.

„Wir haben das Spiel des Cellos in einem schalltoten Raum aufgenommen, so dass man es jetzt mit 32 Lautsprechern in jedem beliebigen Raum reproduzieren kann“, erklärte Sound-Professor Klaus Hobohm das Pilotprojekt. Gespielt wird das virtuelle räumliche Instrument mittels Computer-Tastatur. Hast du Töne!

Überall in dieser riesigen Wissenschaftswundertüte – drinnen in der Uni und draußen konnte man staunen und lernen. Kleiner Programmauszug: „Antike Megalithen transportieren“, „Fleischfressende Pflanzen füttern“, „Nach kosmischen Quellen suchen“. All das bei super Sommerwetter, während es in der Ortschaft Ny-Ålesund auf Spitzbergen am Sonnabend gerade mal null Grad hatte. Warum das an dieser Stelle erwähnt wird? Weil man im Zelt der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) direkt per Computer mit der arktischen Außenbasis verbunden war. Wer wollte, konnte im Zelt auch gleich in klobige polartaugliche Stiefel schlüpfen, in denen man sich so elegant wie ein Yeti fortbewegte. Aber nicht nur der Wissensdurst wurde in mehr als 160 Einzelveranstaltungen von 38 wissenschaftlichen Instituten, Hochschulen und Schulen aus dem ganzen Land Brandenburg gestillt. Auf lecker Snacks brauchte man auch nicht zu verzichten. „Ich habe hier zum ersten Mal eine geröstete Heuschrecke gegessen“, schwärmte Steffen Kammradt von der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB): „Sie war knusprig und nussig.“ Und das Beste: bis obenhin voll mit Eiweiß und somit in Pulverform möglicherweise eine Zukunftsoption als Nahrungsergänzung für die Weltbevölkerung. Gut möglich, dass das kein Traum bleibt, denn momentan ist die ZAB mit einem Brandenburger Unternehmen in Gesprächen über eine solche Produktion. Für Kammradt sind Veranstaltungen wie der „Tag der Wissenschaften“ ein toller „Markt der Möglichkeiten“.

Denn aus den Forscherideen von heute, kann schnell das zündende Unternehmerkonzept von morgen werden. Im Forschercamp verging die wie im Fluge. So schnell, dass man am Ende sogar das segensreiche Seminar „Erfolg für Frauen“, angeboten von der Uni Potsdam, verpasste!

Na, dann klappt es hoffentlich im nächsten Jahr. Der nächste Tag der Wissenschaften findet am 13. Mai 2017 im Wissenschaftspark Golm statt, sagte Andrea Jacob, Sprecherin des Vereins „Pro Wissen“, der die Veranstaltung organisiert. Forschungsfans sollten sich das Datum schon einmal rot und fett im Kalender anstreichen!

Von Ildiko Röd

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