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Gesamtschule nach einjähriger Verspätung eröffnet

Potsdam Gesamtschule nach einjähriger Verspätung eröffnet

Ein Jahr länger als geplant mussten sich Schüler und Lehrer der Leonardo-Da-Vinci-Gesamtschule gedulden. Zum Start des neuen Schuljahres haben sie nun ihr Domizil im Potsdamer Norden bezogen. Doch für die Stadt geht der Nervenkitzel um das Bauprojekt weiter.

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Bürgermeister Burkhard Exner (SPD), Bauberater Wolfhardt Focke, Schulleiterin Kirsten Schmollack, die Schüler Klara Schott (17) und Lucas Spelly (18) und Bernd Richter (Kis, v.l.) beim Rundgang.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Bornstedter Feld. Wolfhardt Focke hat gute Aussichten auf einen neuen, fordernden Job. „Wir können Sie gerne an den BER empfehlen“, sagt Bernd Richter, Werkleiter des Kommunalen Immobilienservice (Kis), denn der Potsdamer Architekt, der unter anderem die Evangelische Grundschule in Kleinmachnow geplant hat, war als Krisenmanager eingesprungen als eines der wichtigsten Potsdamer Bauprojekte der vergangenen Jahre mehrfach ins Stocken geraten war.

Weicher Beton, Feuchtigkeitsschäden und Schimmel hatten den Zeitplan für den dringend benötigen Neubau der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule im Bornstedter Feld und damit die gesamte Potsdamer Schulplatzplanung ins Wanken gebracht. Am Montag konnten nun 630 Schüler und 67 Lehrer mit einem Jahr Verspätung die modernen Klassenzimmer auf dem 25 500 Quadratmeter großen Areal an der Esplanade in Beschlag nehmen.

Ein „wunderbarer Ort zum Lernen“ mit der größten Schulsporthalle Potsdams sei die Schule nun geworden, schwärmte Bauretter Focke am Dienstag bei einem Rundgang, doch für die Stadt ist das Projekt noch lange nicht ausgestanden. Der juristische Clinch mit dem Generalplaner und weiteren Baufirmen kann sich laut Kis-Chef Bernd Richter noch lange hinziehen. Die Landeshauptstadt hatte den Generalplaner, ein Leipziger Architektenbüro, vor die Schultür gesetzt. Dass den Generalplaner wirklich die Hauptschuld trifft, muss erst bewiesen werden. Die Stadt macht Schadenersatzforderung in sechsstelliger Höhe geltend. Das Architektenbüro wollte sich gestern auf MAZ-Anfrage mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. Auf die endgültige Schlussrechnung muss Bürgermeister und Kämmerer Burkhard Exner (SPD) also noch warten. Im Moment wird mit Gesamtinvestitionskosten von 25,4 Millionen Euro kalkuliert. Bei Planungsbeginn war man einmal von rund 22 Millionen Euro ausgegangen.

Schule sehr gut nachgefragt

Dass sie einmal die Leiterin einer „Problemschule“ werden würde, hätte sich Kirsten Schmollack, die mit ihren Kollegen 1000 Umzugskisten gepackt hat, nicht träumen lassen. Aber seit Montag seien die Sorgen des vergangenen Jahres vergessen, sagt die Rektorin der Da-Vinci-Schule. „Ich bin ein Mensch, der nach vorne schaut“, so Schmollack. Als sie damals die Nachricht bekommen habe, dass sich der Umzug um ein Jahr verzögert, habe sie versucht, trotzdem gute Laune zu verbreiten. Die Verzögerung hatte nicht nur für ihre Schule Konsequenzen, die dadurch mangels Platz nur vier statt fünf Klassen in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 aufnehmen konnte. Das neue Gymnasium in Potsdam-West sollte im Vorjahr eigentlich in den Räumen der Da-Vinci-Schule in der Haeckelstraße starten, musste dann aber behelfsmäßig im Oberstufenzentrum in der Jägerallee untergebracht werden.

Die 2011 gegründete Da-Vinci-Schule ist seit Jahren übernachgefragt. Für dieses Schuljahr habe es 200 Anfragen gegeben, so Kirsten Schmollack. 130 Siebtklässler wurden aufgenommen, die meisten davon aus dem Potsdamer Norden. Maximal 860 Schüler kann der Neubau beherbergen. Am neuen Standort macht in diesem Jahr der erste 13. Jahrgang sein Abitur. Aus Sicht der Schüler hat sich das Warten auf die neue Schule gelohnt. „Echt fesch hier“, findet Elftklässler Tim.

Chronologie der Baupannen

Im September 2014 war Spatenstich für die neue Schule, wegen Planungsproblemen ein Dreivierteljahr später als geplant.

Ende März 2015 konnte erst der Grundstein gelegt werden, weil der feuchte Winter die Arbeit verzögerte.

Das für Dezember 2015 geplante Richtfest wurde abgesagt, weil die Betondecke nicht fest war. Als Schimmel auftrat, musste der für September 2016 geplante Einzug verschoben werden. Auch in der Turnhalle traten Mängel auf.

Von Marion Kaufmann

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