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Potsdam Geschichte zum Anfassen
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18:23 11.09.2018
Das Gröbener Kirchenbuch original in der Vitrine und als Faksimile zum Blättern. Quelle: Peter Degener
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Potsdam/Innenstadt

Keine zwei Monate nach Schließung der ständigen Ausstellung „Land und Leute. Geschichten aus Brandenburg und Preußen“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) sind einige der herausragenden Exponate wieder in der Vitrine. Thematisch neu geordnet, erzählen Schädel und Pestfloh, Tabakdose und Bierhumpen, Münzen und die slawische Tretfalle in einem ganz speziellen Zusammenhang von der bewegten Vergangenheit des Landes.

„Auf den Spuren der Migranten in der brandenburgisch-preußischen Geschichte“ ist der Titel der gestern von Kulturministerin Martina Münch (SPD) eröffneten Schau, die speziell für Schulklassen eingerichtet wurde. Gezeigt werden in dem laut HBPG-Direktor Kurt Winkler bundesweit einmaligen Projekt Originalexponate, „an denen man Geschichte erzählen kann“: „Es geht darum zu zeigen, wie Brandenburg über viele Jahrhunderte geprägt worden ist dadurch, dass Menschen hier hergekommen sind, um dieses Land zu ihrer neuen Heimat zu machen.“

Mit der Ausstellung wird pünktlich zum Schuljahresbeginn die landeskundliche Schau als Station in einem der ältesten und erfolgreichsten kulturellen Bildungsprogramme des Landes abgelöst, das von HBPG und Schlösserstiftung gemeinsam entwickelt wurde. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung als Förderer ist dem Projekt über zwölf Jahre treu geblieben. Mehr als 70 000 Schüler kamen seit dem Auftakt des außerschulischen Bildungsangebotes „Ein Tag in Potsdam – Geschichte erleben“ im Jahr 2006 für einen Projekttag nach Potsdam.

Geschichte zum Anfassen gibt es etwa mit dem auf 1576 bis 1769 datierten Gröbener Kirchenbuch, das im Original in einer Glasvitrine verwahrt ist; daneben liegt für Neugierige zum Blättern eine Nachdruck des fast 1000 Seiten dicken Wälzers. An der Wand informiert ein Zeitstrahl über „Botschafter des Christentums“ – von mittelalterlichen Mönchen und Kaufleute über französische und böhmische Glaubensflüchtlinge, die in dem vom Dreißigjährigen Krieg ausgebluteten Land als Fachkräfte und Aufbauhelfer willkommen waren, bis zu den Soldaten, die für Friedrich II. in vieler Herren Länder angeworben wurden.

An der Stirnseite des Saals sieht man eine mit Eingilbungen, Flecken, Löchern und Rissen sehr authentische Nachbildung der im Dom zu Magdeburg verwahrten originalen Gründungsurkunde des Bistums Brandenburg aus dem Jahr 948. Original ist die slawische Tretfalle aus Eichenholz, die sogar noch älter als die Urkunde sein könnte. Neben dem Jagdinstrument zeigt ein Bild mit gefangenem Reh, wie es funktionierte, an der Wand gibt es Informationen zu den Wenden und Sorben als den letzten Nachfahren der Ureinwohner Brandenburgs.

Programmpunkte des „Tags in Potsdam“ sind neben der interaktiven Führung durch die Ausstellung des HBPG eine Stadtrallye durch die historische Potsdamer Mitte und Führungen rund um die Weinbergterrassen und im Schloss Neue Kammern. Die Resonanz lässt sich auch in der neuen Saison erfreulich an. Laut Kuratorin Ruth Slenczka sind schon jetzt 95 Schulklassen mit 2183 Schülern angemeldet. Die ersten zwei Klassen kamen zur Eröffnung mit dem Bus aus Schwedt.

Ende Juli ist die ständige Ausstellung „Land und Leute. Geschichten aus Brandenburg und Preußen“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HPBG) für einen kompletten Neuaufbau geschlossen worden.

Seit der Eröffnung dieser Ausstellung von fast 15 Jahren sind gut eine halbe Million Besucher gekommen. Die neue landesgeschichtliche Brandenburg-Ausstellung soll im Oktober 2020 eröffnet werden.

Zur Überbrückung der Ausstellungspause wird im Kutschstall ein Intermezzo unter dem Titel „Der Kutschpferdestall 1790 bis 2020 – Das preußische Potsdam im Stadtmodell“ präsentiert. Auch das interaktive Potsdam-Modell der Garnisons- und Behördenstadt im Jahr 1912 ist weiter zugänglich.

In einer als Gesamtkunstwerk inszenierten Sonderausstellung präsentiert das Haus der Geschichte noch bis zum 20. Januar in einem separaten Saal mit „Beiderseits der Oder. Geschichtsraum. Grenzraum. Begegnungsraum“ Impressionen zur deutsch-polnischen Geschichte.

Von Volker Oelschläger

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