Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Gestaltungsrat kritisiert IT-Projekt in Potsdam
Lokales Potsdam Gestaltungsrat kritisiert IT-Projekt in Potsdam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:16 17.12.2018
Architekt Jürgen Mayer H. möchte die alten Wagen-Hallen des Reichsbahnausbesserungswerkes modern überbauen. Quelle: KlierM
Potsdam

„Das ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Potsdam sollte sich nicht von der Schnelllebigkeit der IT-Branche das Bauprojekt diktieren zu lassen“, fasste Anke Schettler das Votum des Gestaltungsrates am Freitagabend zusammen. Das Gremium der Stadt stimmte dem Architekturentwurf für einen Digitalcampus auf dem RAW-Gelände nicht uneingeschränkt zu.

Gestaltungsrat streitet „fast erbittert“

Es habe „fast erbittert über den Entwurf gestritten“, berichtete die Gutachterin Ulla Luther. Projektentwickler Mirco Nauheimer und Architekt Jürgen Mayer H. stellten ihr Vorhaben bei der öffentlichen Sitzung des Gestaltungsrates in der Potsdamer Fachhochschule vor. Zur Diskussion stand der Entwurf, der einen superlativen Digitalcampus zwischen Friedrich-Engels-Straße und den Gleisanlagen vorsieht. Es sei „ein schwieriges Grundstück, das wahnsinnig spitz zuläuft“, sagte sie.

Architekt: „Büroriegel mit Regalcharakter“

Neu war die Idee, dass in die alte Bausubstanz neben zweistöckig angeordneten Modulen mit Arbeitsplätzen und einer Cafeteria auch noch ein Hochschulsaal mit 500 Plätzen integriert werden soll. Diese denkmalverträgliche Nutzung fand allgemeine Zustimmung. Der private Investor möchte allerdings die attraktive Gestaltung des öffentlich zugänglichen Innenraumes durch einen „sehr effizient und wirtschaftlich gestalteten“ 255 Meter langen „Büroriegel mit Regalcharakter“ finanzieren, der sich siebenstöckig an der Friedrich-Engels-Straße entlangzieht, hieß es von den planenden Architekten aus dem Büro Jürgen Mayer H.. Vor allem die Höhe der Baumasse stieß bei vielen anwesenden Fachkollegen und Denkmalschützern auf Kritik.

Mirco Nauheimer, Geschäftsführer der The RAW Potsdam GmbH Quelle: Bernd Gartenschläger

Die geplante einstöckige Brücke degradiere das Denkmal, hieß es aus dem Publikum. „Es war der ausdrückliche Wunsch des Gestaltungsrates, dass eine Brücke die alten Hallen überspannt. Die ist so teuer, dass sich damit keine Rendite erzielen lässt“, sagte Nauheimer und fügte hinzu: „Wir brauchen die Masse an Quadratmetern.“ Und er versprach Potsdam einen „wirtschaftlichen Knalleffekt“. Auch für diese Vision äußerten mehrere Diskutanten Zustimmung.

Investor warnt vor Verzögerung

„Wir sind ein beratendes Gremium, kein beschließendes. Wir empfehlen, in ein konkurrierendes Verfahren zu gehen“, lautete das Urteil des Gestaltungsrates. Das würde bedeuten, dass noch Entwürfe von anderen Architekturbüros eingeholt werden sollten. Der private Bauherr wehrte ab: „Wir müssen schnell an den Start. Die Branche ist wie ein Hefeteig, wenn wir nicht in vier bis sechs Jahren liefern, dann ist die Chance weg.“

Von Karim Saab

Ab Freitagabend fällt die S7 zwischen Potsdam und Berlin aus. An der Gleiserweiterung wird gebaut. Es fahren Ersatzbusse und die Regionalbahnen.

14.12.2018

Friedrike Völk hat als wissenschaftliche Volontärin des Potsdam-Museums für die Sonderausstellung „Umkämpfte Wege der Moderne“ Wissenswertes über Künstler und ihre Werke zusammengetragen.

14.12.2018
Kultur „Potsdam liest ein Buch“ - Die ganze Stadt liest Terézia Mora

Die Gewinnerin von „Potsdam liest ein Buch“ steht fest: Terézia Mora mit „Die Liebe unter Aliens“. Ihr Buch geht auf Lesereise durch die Stadt.

15.12.2018