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Potsdam Bedarf der Wirtschaft ist unerfüllbar
Lokales Potsdam Bedarf der Wirtschaft ist unerfüllbar
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00:30 31.05.2015
Auf dem Gelände von Gewerbe im Park an der Wetzlarer Straße könnte ein Asylbewerberheim entstehen.   Quelle: Lutz Hannemann
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Babelsberg

 Die Nachfrage der Wirtschaft nach hochwertigen Flächen steigt und steigt, doch die Stadt kann in der Sparte „höherwertiges Gewerbegebiet/Gewerbepark“ kaum etwas anbieten. Das Sago-Gelände an der Michendorfer Chaussee etwa ist für einen einzigen Großinvestor gedacht, der nicht in Sicht ist. Es gebe kein ausreichendes Angebot an kurzfristig verfügbaren Gewerbeflächen, räumt Wirtschaftsförderchef Stefan Frerichs ein. Die Nachfrage lag im vergangenen Jahr bei 12,3 Hektar, doch waren nur 3,3 Hektar schnell verfügbar.

Viele heimische Firmen aus dem Süden der Stadt suchen offenbar auch im Norden Standorte, finden aber keine. Frerichs fürchtet, dass sie mittelfristig abwandern, wie es der Orgelbauer Schuke nach Werder getan hat. Aus den Jahren 2011 bis 2013 sind noch 27 Anfragen mit eibnem Volumen von 20 Hektar offen. Gleichzeitig gibt es ein generelles Investoreninteresse zur Umnutzung von gewerblichen Bauflächen zugunsten von Wohnungsbau, 1,1 Hektar eigentlich geschützten Gewerbelandes wurden 2014 dafür in Anspruch genommen. Zudem steht Potsdam vor der Herausforderung, immer mehr Flüchtlinge unterzubringen. Das ist jetzt auch in Gewerbegebieten erlaubt, doch warnt Frerichs vor dieser Variante.

Unter Verweis auf vorerst aufgeschobene Pläne zur Schaffung eines Asylbewerberheims auf dem Gelände von Gewerbe im Park an der Wetzlarer Straße, hat Frerichs im Bauausschuss das Problem umrissen: Die Flüchtlinge müssten in einem Wirtschaftsgebiet mit starkem An- und Ausliefer- sowie Belegschaftsverkehr leben und eine teils nächtliche Produktion hinnehmen. Umgekehrt müssten die Unternehmen fürchten, dass sie in Verkehr und Produktion beschränkt werden, weil Menschen in der direkten Nachbarschaft leben. Dieser Konflikt müsse vermieden werden, fordert der Wirtschaftsförderer, sonst könnten Unternehmen ihre Standorte aufgeben. Insgesamt wurden in den zurückliegenden fünf Jahren 33,7 Hektar Gewerbeflächen an Unternehmen verkauft oder verpachtet.

Potsdam gerät nach Ansicht Frerichs in den Ruf, gewerbeunfreundlich zu sein. Es spreche sich herum, dass Potsdam ansiedlungswilligen Firmen „nichts zu bieten“ habe, zumal es für die Entwicklung und Nutzbarmachung von Gewerbeflächen in den Jahren 2015 und 2016 keinerlei Investitionsmittel gibt. Ohne Investmittel seien aber auch die wenigen verfügbaren Flächen nicht aktivierbar.

Von Rainer Schüler

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