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Potsdam Gift im Gymnasium: Dachsanierung gestoppt
Lokales Potsdam Gift im Gymnasium: Dachsanierung gestoppt
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00:35 30.05.2015
Auf dem Dachboden des Altbaus ist DDT entdeckt worden. Quelle: Foto: B. G.
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Potsdam

Bei den Sanierungsarbeiten im Dachstuhl sowie in den darunter liegenden Räumen des alten Hauses des Helmholtz-Gymnasiums ist eine „deutlich erhöhte Konzentration“ des Insektizides Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) festgestellt worden, das auch als Holzschutzmittel verwendet wird. „Das Dach und die Räume waren bereits auf Schadstoffe untersucht worden. Rein auf Verdacht haben wir noch einmal in der Aula der Schule Staubproben nehmen lassen, in denen das DDT ermittelt wurde“, sagt Bernd Richter, Werkleiter des Kommunalen Immobilien-Service (Kis), der im Auftrag der Stadtverwaltung das Projekt koordiniert. Die Arbeiten seien sofort unterbrochen und die Leitungen des Gymnasiums sowie der benachbarten Eisenhartschule auf dem Campus in der Kurfürstenstraße informiert worden, so Richter.

Sanierer will personelle Konsequenzen prüfen

Wer für etwaige Versäumnisse bei der Schadstoffuntersuchung verantwortlich ist und inwieweit die Stadt Schadensersatzansprüche stellen kann, soll jetzt eine Potsdamer Anwaltskanzlei herausfinden. Kis-Werkleiter Richter will außerdem prüfen lassen, inwieweit er in seinem eigenen Haus personalrechtliche Konsequenzen anordnen muss. Das Ausmaß der Belastung ist nach seinen Worten bis jetzt noch unbekannt. Das Schadstoffbüro sei umgehend mit erneuten Untersuchungen und der Erarbeitung eines Sanierungsplanes beauftragt worden, dessen erster Entwurf in der nächsten Woche vorliegen soll. Ob die betroffenen Hölzer nur gründlich gereinigt und anschließend mit einem Schutzanstrich versehen oder gar komplett ausgetauscht werden müssen, soll in diesem Zusammenhang geklärt werden. Sicher sei aber, dass die Beseitigung des DDTs ein sehr aufwendiges Verfahren ist, bekräftigte Richter. Was die zusätzliche Schadstoffbeseitigung kostet, könne noch nicht gesagt werden, meinte der Kis-Werkleiter.

Wiedereinzug verzögert sich

Fest steht allerdings, dass die „Helmhöltzer“ nicht wie geplant zum neuen Schuljahresbeginn aus dem bereits sanierten Haus der Eisenhart-Grundschule in ihr altes Gebäude zurückziehen können. Richter rechnet im „optimistischen Fall“ mit einer Bauverzögerung von vier bis sechs Wochen. Damit können wiederum auch die Eisenhart-Grundschüler nicht aus ihrem Ausweichquartier in der Gutenbergstraße 67 auf den Campus in der Kurfürstenstraße zurückkehren. Der Kis-Werkleiter datiert den frühestmöglichen Umzug aller Schüler auf die Herbst-, schlimmstenfalls sogar auf die Winterferien.

Der gefundene Giftstoff

Eine akute Vergiftung durch Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) äußert sich vor allem in neurotoxischen (nervlichen) Wirkungen wie Zungentaubheit, Schwindel, Zuckungen der Gesichtsmuskulatur bis hin zu Krampfanfällen und Lähmungen.

Die Gesamtkosten für den Campus an der Kurfürstenstraße belaufen sich auf rund 19,3 Millionen Euro. Allein für die Sanierung und Erweiterung des Helmholtz-Gymnasiums gibt die Stadt etwa 13 Millionen Euro aus.

Der Campus Kurfürstenstraße besteht aus dem Helmholtz-Gymnasium, der Eisenhart-Grundschule und dem Fröbelhort „Sonnenschein“.

Noch dramatischer ist, dass die Container, die vom Helmholtz-Gymnasium genutzt werden, nicht pünktlich zum neuen Schuljahresbeginn an die Grundschule im Bornstedter Feld umgesetzt werden können. Der Containermarkt in ganz Deutschland sei aufgrund der anhaltenden Flüchtlingsströme nahezu leer und die Bestellung zusätzlicher Systeme schwierig, heißt es. „Wir haben drei Unternehmen finden können, mit denen wir derzeit verhandeln. Ich bin optimistisch, dass wir den Neubeginn der Grundschule hinbekommen werden“, sagt Richter. Geklärt werden muss auch noch, ob die Stadt die zusätzlichen Container kaufen oder nur mieten sollte.

Der Schadstofffund ist nur ein weiteres Glied in der Kette der Probleme, die der Kommunale Immobilien-Service der Stadt seit Sanierungsbeginn im Mai 2011 auf dem Campus Kurfürstenstraße lösen musste. Nach Konflikten mit der Denkmalbehörde und einigen Nachbarn war bei den Sanierungsarbeiten auch Schwammbefall festgestellt worden.

Von Heinz Helwig

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