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Potsdam Freier Blick statt Gefängnisgitter
Lokales Potsdam Freier Blick statt Gefängnisgitter
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21:07 16.01.2014
Blick aus dem zentralen Treppenhaus des Potsdam-Museums durch das Gittergeländer auf den Alten Markt. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Wie berichtet, war das Gitter vom Architekten Reiner Becker beim Umbau des Alten Rathauses für das Potsdam-Museum ohne Absprache mit den späteren Nutzern eingesetzt worden. Eingeweiht war lediglich Bernd Richter, Chef des Kommunalen Immobilienservices, der die Baustelle für die Stadt betreute. Richter hatte bereits vor Monaten im Kulturausschuss freimütig bekannt, dass der Entwurf für das Treppenhaus bei einer insgesamt recht umfassend diskutierten Baustelle nicht vorab präsentiert wurde, weil sich dadurch nichts geändert hätte.

Museumsdirektorin Jutta Götzmann bekräftigte im Kulturausschuss, dass sie erst von dem Einbau erfahren habe, als die Schweißarbeiten bereits in Gange waren und sie zufällig vorbei kam. Richter habe ihre sofortige Intervention mit dem Verweis auf die künstlerische Freiheit des Architekten zurückgewiesen. Götzmann verwies auch darauf, dass das Gitter weder im Baugenehmigungsverfahren erwähnt, noch von der Denkmalpflege genehmigt worden sei. Nach öffentlicher Kritik am Gitter zeigten sich Richter und Becker in einem ersten Gespräch vor dem Kulturausschuss im vergangenen Jahr ebenso wenig kompromissbereit wie später bei einem von Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski (CDU) arrangierten Schlichtungstermin mit dem renommierten Bauexperten Florian Mausbach.

Mausbach, der zu Gast im Kulturausschuss war, lässt den Verweis auf Urheberrecht und künstlerische Freiheit nicht gelten, da die Arbeit nicht bestellt und auch nicht mit den Nutzern abgesprochen war. Als langjähriger Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung habe er mit zahlreichen Wettbewerben für Kunst am Bau zu tun gehabt. In keinem Fall sei ohne das Wissen der Nutzer gearbeitet worden. Mausbach empfahl der Stadt den Rückbau auf Kosten der Verursacher. Der Antrag der Bündnisgrünen ist ein Kompromissangebot. Er muss noch vor der Stadtverordnetenversammlung bestätigt werden.

Von Volker Oelschläger

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