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Sensationsfund in Kleinmachnower Kita

Geheimnisvolle Olympia-Goldmedaille Sensationsfund in Kleinmachnower Kita

Bei der Renovierung einer Kleinmachnower Kita haben Bauleute einen sensationellen Fund gemacht: Hinter einer Wand kam ein Tresor zum Vorschein. Als dieser geöffnet wurde, lag darin eine Olympia-Goldmedaille aus dem Jahr 1932. Nun wird fieberhaft recherchiert, welchem Sportler einst das Edelmetall umgehängt wurde.

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So sahen Sieger aus: Die in Kleinmachnow gefundene Medaille wurde 1932 einem Olympioniken um den Hals gehängt.

Quelle: Gemeindeamt

Kleinmachnow.  Benjamin Franklin Gates hätte seine wahre Freude gehabt. Aber nicht der fiktive Jäger historischer Geheimnisse stieß in der Kita „Waldhäuschen“ an der Medonstraße auf Gold, sondern eine Gruppe von Handwerkern, die das Gebäude derzeit saniert.

Hinter einer Wand, die im Zuge der Bauarbeiten eingerissen wurde, kam unvermutet ein alter Tresor zum Vorschein. Ihrerseits vom Jagdfieber gepackt, versuchten sich die Bauarbeiter sogleich als Panzerknacker. Ein mühsames Geschäft, wie sich zeigen sollte. Aber nach viel Schweiß und manch verbalem Donnerwetter öffnete sich die schwere Tür des alten Safes. Und dann – war er leer. Welch Enttäuschung! Oder doch nicht? Was war das da? Ganz hinten in der Ecke? Da versteckte sich tatsächlich ein Schatz. Einer, der nun neue Rätsel aufgibt. Eine unscheinbare, quadratische Schatulle barg ihn: eine Goldmedaille von den Olympischen Sommerspielen 1932 in Los Angeles.

Echt ist diese Medaille. So viel ist sicher. Nach Angaben des Gemeindeamtes wurde sie „gewogen, vermessen, verglichen und schließlich für echt befunden“. Doch wie kam das historische Gold nach Kleinmachnow? Wie lange lag es in seinem Versteck? Wer gewann die Auszeichnung? Und gibt es vielleicht noch jemanden, der einen rechtmäßigen Anspruch auf sie erheben kann? Fragen wie diese fesseln KITA-Verbundschefin Susanne Feser, sie will nun die historischen Hintergründe des ungewöhnlichen Fundes aufdecken.

Drei Wettbewerbe gewannen deutsche Sportler bei den Olympischen Spielen von 1932 in Los Angeles. Es gab Gold im Ringen, Gewichtheben und im Rudern. Da alle Athleten eine eigene Auszeichnung erhalten, und es sich bei den Ruderern um den Vierer mit Steuermann handelte, gelangten insgesamt sieben Goldmedaillen in deutsche Hände. Im Internet recherchierte Feser die Namen der Laureaten.

Im Gewichtheben gewann Rudolf Ismayr, im Ringen Jakob Brendel und den Rudervierer mit Steuermann bildeten Hans Eller, Horst Hoeck, Walter Meyer, Carlheinz Neumann und Joachim Spremberg. „Die fünf Männer kamen alle vom Berliner Ruderclub“, hat Susanne Feser herausgefunden. „Die Vermutung, dass die Goldmedaille einem von ihnen gehörte, liegt also nahe.“ Aber die KITA-Verbundschefin fand noch mehr heraus. So hat es eine Nachlassversteigerung Horst Hoecks gegeben: alle seine sportlichen Trophäen kamen dabei unter den Hammer – nur die olympische Goldmedaille von 1932 nicht.

„Doch keiner der genannten Sportler wohnte in dem erst 1939 gebauten Haus oder überhaupt in Kleinmachnow“, teilt das Gemeindeamt mit. Eigentümer sei ein „Dr. Werner Brune“ gewesen, der 1948 unter Verweis auf seine NS-Vergangenheit enteignet wurde. In der DDR ging das Gebäude in volkseigenen Besitz über und wird seit 1964 als Kindertagesstätte genutzt, zunächst als Betriebskita des Teltower CvO-Werkes, seit 1990 als kommunale Einrichtung.

Gespannt auf des Rätsels Lösung ist auch Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD), der die Nachforschungen unterstützt: „Vielleicht kennt jemand Hintergründe und kann helfen.“

Von Marcel Kirf

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