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Weiter Zoff um Stromtrasse in Golm

Unterirdische Leitung möglich, wenn Potsdam zahlt Weiter Zoff um Stromtrasse in Golm

Die Debatte um die Umverlegung der 110-kV-Leitung lässt die Golmer nicht zur Ruhe kommen. Die Leitung soll noch stärker und höher sein als bisher. Der Stromkonzern Edis würde die Leitung aber auch unterirdisch verlegen, wenn die Stadt Potsdam dies bezahlt. Oberbürgermeister Jann Jakobs hat da eine Idee, ist aber auf die Golmer angewiesen.

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Streitthema Freileitung.

Quelle: Peter Geisler

Golm. Dass der Stromkonzern Edis die Stromtrasse, die quer durch den Potsdamer Ortsteil Golm führt und dabei zahlreiche Grundstücke überspannt, im Zuge einer Erneuerung noch höher, ausladender und kapazitätsstärker bauen will, steht als Schreckgespenst im Raum. Insgesamt sind es ungefähr 40 Eigentümer, deren Grundstücke unterhalb der Freileitung liegen beziehungsweise bis zu zehn Metern davon entfernt.

Viele von ihnen können sich anscheinend durchaus vorstellen, sich anteilig an den Umverlegungskosten der Stromtrasse zu beteiligen, damit diese außerhalb des Ortes unter der Erde verschwindet: "Bei einer Anwohnerversammlung hat sich eine deutliche Mehrheit der ungefähr 20 anwesenden privaten Grundstückseigentümer grundsätzlich dafür ausgesprochen", erklärte Mario Wersig von der Bürgerinitiative "Golm unter Strom" am Montag auf MAZ-Nachfrage.

Wie berichtet, wäre der Stromkonzern Edis zwar durchaus willens, die Leitung abzumontieren und außerhalb des Ortes unter die Erde zu verlegen - allerdings nur unter der Bedingung, dass die Stadt die Kosten von mehr als drei Millionen Euro übernimmt. Dort will man den Millionenbetrag nicht alleine schultern: Schließlich würden die Grundstückseigentümer von der Trassenverlegung in Form eines Wertzuwachses profitieren. Deshalb sei es nur recht und billig, dass sie sich auch beteiligen, befanden Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und die Mehrzahl der Stadtverordneten. In einem jüngst gefassten Beschluss heißt es: "Sollten sich alle betroffenen Grundstückseigentümer zum Ausgleich des der Höhe nach noch zu ermittelnden Wertzuwachses verpflichten, sind die entsprechenden Vereinbarungen mit den Grundstückseigentümern abzuschließen."

In Golm sorgte die Formulierung in den vergangenen Wochen für mächtig Zündstoff, der sich an dem Wort "alle" festmacht: "In der Realität ist es schlicht fast unmöglich, dass wir zu einer einstimmigen Lösung kommen", fasst BI-Sprecher Wersig die Bedenken zusammen. "Die von der Verwaltung geforderte Beteiligung aller betroffenen Grundstückseigentümer, die bezogen auf ihr Grundstück von einer Wertsteigerung profitieren würden, ist aus meiner Sicht als Sollbruchstelle von der Verwaltung eingebaut. Es wird immer jemanden geben, der aus irgendwelchen Gründen - aus finanziellen oder anders gearteten - nicht mitmachen will", befürchtet Wersig.

In einem Fragebogen der Stadt wurden die Eigentümer gefragt, ob sie "grundsätzlich bereit" seien, "den infolge der Verlegung der 110-kV-Leitung entstehenden Wertzuwachs an die Landeshauptstadt Potsdam auszugleichen". Für Wersig ist dieses Vorgehen "problematisch" ‒ man kaufe damit sozusagen die Katze im Sack. Seine Kritik: "Die Eigentümer sollen grundsätzlich ihre Bereitschaft zur Zahlung des Wertzuwachses erklären, ohne die Kosten und den Zahlungstermin zu kennen."

Am Mittwoch wird die Freileitung wieder mal Thema im Hauptausschuss sein. Dann wird der Oberbürgermeister über den Sachstand berichten. Im Vorgriff wollte man sich gestern bei der Verwaltung nicht zum Thema äußern.

Von Ildiko Röd

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