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Potsdam Gott wohnt in Potsdam auch im Plattenbau
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19:54 11.11.2016
In diesem Hochhaus am Schlaatz sind die Räume von „Kirche im Kiez“. Quelle: Christel Köster
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Schlaatz

Die Anfänge von „Kirche im Kiez“ vor gut zehn Jahren waren ziemlich ungewöhnlich: Matthias Stempfle setzte sich einfach auf den Marktplatz, vor sich einen Informationstisch, neben sich ein Schild mit der Aufschrift „Kirche im Kiez“. Viele Leute wunderten sich, was das sollte. Manche gingen zu dem Diakon und fragten nach der Bedeutung von „Kirche im Kiez“. Was denn dahinter stecke? Wo denn in ihrem Kiez die Kirche wäre? Matthias Stempfle erklärte ihnen, dass sie – also die Leute – die Kirche wären. Wenn sie Lust hätten, könnten sie als Ehrenamtler mitmachen bei diesem neuen Projekt mit dem ungewöhnlichem Ansatz.

Der Schlaatz, der zur Stern-Kirchengemeinde gehört, gilt gemeinhin nicht als extrem religiöse Gegend. Umso spannender war die Idee, den Stern-Pfarrer Andreas Markert und der damalige Superintendent Bertram Althausen ersannen. „Im Schlaatz, der keine eigene Kirche hat, aber ein eigenes Lebensgefühl wollten wir präsent sein“, erzählt Markert über den Ursprungsgedanken. Besonders wichtig war ihnen die Vernetzung mit den sozialen Trägern vor Ort.

Pfarrer Andreas Markert hatte die Idee zu „Kirche im Kiez“.

Die neue Stelle ließ sich auch die Stern-Kirchengemeinde einiges kosten: Sie übernahm 20 Prozent der Kosten, die wiederum aus Spenden der Gemeindemitglieder finanziert wurden. Matthias Stempfle, der zuvor in Babelsberg tätig gewesen war, wurde zum Aufbauhelfer. Seine Aktion auf dem Marktplatz löste zuerst Neugierde bei den Passanten aus, später echtes Engagement: „Einige dieser ersten Ehrenamtler sind heute noch bei uns“, erzählt Tobias Stute. Der Pädagoge mit Master-Abschluss ist seit Jahresanfang für „Kirche im Kiez“ zuständig und einer der Nachfolger von Stempfle. Auch heute noch ist „Kirche im Kiez“ ein ungewöhnliches Projekt. Die Räume befinden sich in einem der ortstypischen Plattenbauten: im Schilfhof 18. Früher hatte hier eine Handwerkerfirma ihr Büro. Aber irgendwie passt die ungewöhnliche Location zum Ansatz, frei nach dem Motto: Mittendrin im Alltag. Im Schilfhof finden die Begegnungsnachmittage statt und die Einzelgespräche. Außerdem ist er der Treffpunkt der Ehrenamtler, wo sie planen und Ideen entwickeln können.

Gottesdienste in freier Form

Kiezgottesdienste finden jeden dritten Freitag im Monat um 18 Uhr im Bürgerhaus am Schlaatz statt. Dabei handelt es sich um einen „Gottesdienst in freier Form und mit der Möglichkeit, die eigene Meinung zu sagen“, wie es auf der Internetseite heißt.

„Schnuppern in der Bibel“ ist eine Veranstaltung, die alle zwei Wochen mittwochs um 19 Uhr im Bürgerhaus am Schlaatz abgehalten wird.

Dienstags von 17 bis 18 Uhr wird es musikalisch mit der Gitarrenrunde im Familienzentrum. Die Termine finden nach Absprache statt.

Weitere Informationen findet man unter www.kircheimkiez.de.

Mittlerweile ist „Kirche im Kiez“ wieder in ruhigen Fahrwassern. Die großen Turbulenzen, die vor ziemlich genau einem Jahr Schlagzeilen machten, seien überwunden, versichert Tobias Stute. Anfang November 2015 schaffte der Streit um die damalige „Kirche im Kiez“-Pfarrerin Ute Pfeiffer große Gräben. Bei der Herbstsynode des Kirchenkreises 2015 gab es sogar eine Demonstration mit erbitterten Wortgefechten. Die Hintergründe für die Trennung von Pfarrerin Pfeiffer, die bis Sommer 2016 bei voller Bezahlung frei gestellt war, wurden nie so recht klar.

Viel lieber sprechen Markert und Stute über die aktuellen Aktivitäten und über den Zusammenhalt bei „Kirche im Kiez“, wo zum Beispiel ein gemeinsamer Spendentopf zur Finanzierung von Ausflügen herumgeht. Ein Highlight sind die Gottesdienste. Da werden immer wechselnde Gäste für die Predigt eingeladen und jeder kann seine Gedanken, Sorgen, Ängste und Freuden äußern. „Gottesdienste sind Teamwork“, sagt Stute und lächelt. Er selbst sieht sich als Teil dieses Teams, das„Kirche im Kiez“ gemeinsam stemmt.

Von Ildiko Röd

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