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Potsdam Gregor Meyle rockt das Waschhaus
Lokales Potsdam Gregor Meyle rockt das Waschhaus
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18:50 11.06.2015
Gregor Meyle in Aktion. Quelle: Promo
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Potsdam

Das Fernsehen hat ihn berühmt gemacht, aber sein Herz schlägt für die Konzertbühne: Gregor Meyle ist am Freitag im Potsdamer Waschhaus zu Gast.

MAZ: Vergangenen Herbst haben Sie vor ausverkauftem Haus im Lindenpark gespielt – erinnern Sie sich an das Konzert?

Gregor Meyle: Na klar. Das war ein toller Abend. Die Band und ich sind sehr nett empfangen worden. Das Potsdamer Publikum ist wirklich freundlich und offen.

Was verbinden Sie mit Potsdam?

Meyle: Potsdam ist eine wunderschöne Stadt mit viel Geschichte. Bei allen Konzerten, die wir hier gespielt haben, wurden wir sehr herzlich empfangen. Wir spielen gerne hier. Übrigens, mein Opa kommt aus der Nähe von Potsdam.

Was hat sich nach der Ausstrahlung von „Sing meinen Song“ im Frühjahr 2014 für Sie am Meisten verändert?

Meyle: Die Konzerte sind jetzt voll. Ganz im Ernst, ich hab auch früher schon um die 100 Konzerte pro Jahr gespielt, aber eben in kleineren Venues und vor weniger Leuten. Inzwischen muss ich mein Mischpult nicht mehr selbst bedienen und stehe mit sechs Musikern auf der Bühne. Das ist schon toll.

Haben Sie mit solch einer Resonanz – man kann ja schon sagen einem Hype – gerechnet?

Meyle: Wir hatten schon vor der Ausstrahlung damit gerechnet, dass sich da was tut nach der Sendung. Aber dass es so abgeht, war uns nicht klar. Ist wirklich viel los im Moment. Ich bin für dieses Jahr völlig ausgebucht und nächstes Jahr geht ähnlich weiter.

Sie haben 2007 bei einem Fernsehcastingformat von Stefan Raab mitgemacht – haben die Erfahrungen die Entscheidung bei „Sing meinen Song“ mitzumachen eher positiv oder negativ beeinflusst?

Meyle: Das eine hatte nichts mit dem anderen zu tun. Bei Stefan Raab ging es um Wettbewerb. Das war in Südafrika bei „Sing meinen Song“ völlig anders. Wenn dich Xavier Naidoo anruft und fragt, ob du mit nach Südafrika fährst, um mit Stars auf einem Sofa zu sitzen, die dann deine Songs interpretieren und deren Songs du interpretieren darfst, dann antwortest du nicht: Nö, da bin ich gerade mit Paul McCartney Golf spielen!

Zwischen Ihrem ersten Album und dem großen Erfolg vergangenes Jahr liegt ja einige Zeit – haben Sie jemals daran gedacht, die Musik an den Nagel zu hängen und etwas anderes zu machen?

Meyle: Es gab immer Ups und Downs und natürlich ist es wichtig, von dem, was du machst, leben zu können. Bei mir war es so, dass ich als Tontechniker angefangen habe und wenn’s gar nicht geklappt hätte, wäre ich in diesen Beruf zurückgegangen oder Winzer oder Koch geworden. Aber der Plan war immer, Musik zu machen! Und so wie es jetzt aussieht, klappt das auch.

Sie sind aktuell einmal pro Woche auf Vox zu sehen – mit „Meylensteine“. Worum geht es da?

Meyle: Für „Meylensteine“ haben wir uns auf die Reise gemacht und Musiker besucht. Wir erzählen deren Geschichten und fragen viel nach. Ich fahre mit ’nem Bully durchs Land und treffe alte Freunde wie Stefanie Heinzmann oder lerne Musiklegenden wie Karat kennen, die für mich vorher ein unbeschriebenes Blatt waren. Die Sendung ist eine lustige, musikalische Reise mit viel Spontanität und echten, spannenden Geschichten.

Früher haben Sie Konzerte in kleine Clubs vor 50 Leuten gegeben, heute sind’s mehr als zehnmal so viele Menschen – was ist besser?

Meyle: Beides ist toll. Meine großartige Band und ich sind immer dicht dran an den Menschen, versuchen das ganze Publikum zu erreichen und zu berühren. Ich glaube, wir schaffen es, die Intimität der kleinen Clubs auch auf größere Bühnen zu übertragen. Mir ist der Kontakt zum Publikum ultra wichtig und die meisten Zuschauer, die jetzt kommen, sehen uns zum ersten Mal und denken, dass wir gerade noch in den kleineren Clubs spielen. Es sind ja nicht nur Arenen.

Unterscheiden sich die Open Air-Konzerte von den Clubshows? Was erwartet die Besucher?

Meyle: Bei Clubshows musst du dir keine Gedanken über das Wetter machen. In beiden Fällen wird’s hoffentlich ein schöner Abend mit viel Musik, viel Leidenschaft und der ein oder anderen Anekdote. Wichtig ist, dass die Leute happy nach Hause gehen und das haben wir bisher noch immer geschafft, glaube ich.

Interview: Friederike Steemann

Von Friederike Steemann

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