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Potsdam Flaschen, Grillreste und Kippen: Müll in Parks nimmt zu
Lokales Potsdam Flaschen, Grillreste und Kippen: Müll in Parks nimmt zu
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14:03 28.04.2018
Müllberge werden immer häufiger zum Problem in Parks – und nicht immer wird der Müll direkt neben den Eimern entsorgt. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Müllsünder verschmutzen regelmäßig Parks und öffentliche Plätze in Brandenburgs Kommunen. „Das ist ein ärgerliches Dauerthema“, sagte der Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Frank Kallensee. Dabei verwies er auf die jüngsten Vorfälle von Müllverschmutzung im Schlosspark „Neuer Garten“ sowie eine Kifferparty“ im Park Babelsberg, zu der fast 300 Personen kamen. Die beiden Parks in Potsdam würden am häufigsten von Müllsündern heimgesucht. In kleineren Parks wie in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald), Caputh (Potsdam-Mittelmark) oder Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) gebe es weniger Probleme.

Müll, wohin das Auge reicht: Am vergangenen Wochenende sah es im Potsdamer Park Babelsberg besonders schlimm aus. Zahlreiche Feierwütige ließen ihren Müll einfach liegen.

Kallensee beklagte auch Lagerfeuer und Grillfeten, die entgegen der Parkordnung auf den als Gartendenkmal ausgewiesenen Grundstücken stattfinden würden. „Die Leute denken, das wären x-beliebige Freizeitflächen. Das sind sie aber nicht.“ Zwar würden beispielsweise die 42 Abfallbehälter im Neuen Garten jedes Jahr ab Mai um 45 weitere ergänzt, das halte die Leute aber trotzdem nicht davon ab, ihren Müll in den Park zu schmeißen. Gut 69.000 Euro koste die Stiftung die Pflege des Parks im Jahr. „Davon fallen 21.000 Euro allein für die Abfallentsorgung an“, sagte der Sprecher.

Nach der Kifferparty im Park Babelsberg blieben unzählige leere Flaschen zurück. Quelle: Bernd Gartenschläger

Aufstellen weiterer Abfallbehälter hilft nicht unbedingt weiter

Dass vorhandene Abfallbehälter nicht genutzt werden, ist auch in anderen Bereichen der Stadt Potsdam ein Problem. „Insbesondere im Bereich der öffentlichen Grünanlagen und der Uferwege“, sagte Stadtsprecher Markus Klier. Beispielhaft sei das Müllaufkommen auf der Liegewiese am Bassinplatz, wo nach einem warmen Wochenende bis zu 60 Müllsäcke von den Gärtnern eingesammelt würden. Ähnliches gelte im Bereich der Freundschaftsinsel und des Uferwegs am Templiner See und am Gribnitzsee. „Es handelt sich hierbei um Verpackungsmüll, Grillrückstände und leider auch Essensreste“, sagte Klier.

Aufgrund der erhöhten Müllverschmutzung habe die Landeshauptstadt in den vergangenen zwei Jahren das Behältervolumen massiv erhöht und an den Schwerpunktstellen Behälter neu aufgestellt. „Dieses Jahr werden noch weitere Behälter folgen“, kündigte Klier an. Die Leerungshäufigkeit sei in den Monaten April bis September an den Schwerpunkten verdoppelt worden.

Dass das Aufstellen neuer Abfallbehälter manchmal nichts bewirkt, hat die Gemeinde Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) feststellen müssen. Einer Sprecherin zufolge sind Behälter dort immer wieder zerstört worden. „Wir testen gerade an einer Stelle, ob es vielleicht billiger ist, dort regelmäßig aufzuräumen, statt immer wieder neue Mülleimer aufzustellen“, sagte die Sprecherin. Etwa 10.000 Euro gebe Kleinmachnow jährlich aus, um „herrenlosen“ Unrat zu entsorgen.

Falkensee führte Grillverbot ein

Eine flächendeckende Vermüllung im Süden des Neuen Sees im Naherholungsgebiet „Falkenhagener See“ vor zwei Jahren hat die Stadt Falkensee (Havelland) dazu veranlasst, neue Benutzerregeln für das Gebiet aufzustellen. Demnach ist auch das Grillen untersagt, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. „Zur Durchsetzung der Verbote werden insbesondere auch an warmen Wochenenden verstärkt Streifen in Zusammenarbeit zwischen dem Ordnungsamt, einem beauftragten Wachschutzunternehmen und der Polizei durchgeführt“, sagte sie.

Mit nur zwei hauseigenen Ordnungskräften kann die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in ihren Potsdamer Parks oft wenig ausrichten. „Uns fehlt schlichtweg das Geld für weiteres Personal“, erklärte Kallensee. Allerdings führe die Stiftung auch in diesem Jahr wieder „Aktionstage“ durch, wobei vorhandene und externe Kräfte gezielt kontrollieren würden. „Damit wollen wir ein Zeichen gegen die Vermüllung setzen“, sagte der Sprecher.

Von Christian Bark

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