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Größte Babelsberger Postfiliale schließt

Mietvertrag nicht verlängert Größte Babelsberger Postfiliale schließt

Die Post-Partnerfiliale in der Karl-Liebknecht Straße macht dicht. Ab Juni 2018 können Kunden an dem Babelsberger Standort keine Briefe und Pakete mehr abgeben. Der Mietvertrag sei nicht verlängert worden, erklärt die Deutsche Post. Der Vermieter sieht die Lage anders.

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Die Partnerfiliale der Deutschen Post in der Karl-Liebknecht-Straße 138 ist für Babelsberger und S-Bahn-Pendler gut gelegen.

Quelle: Foto: Christel Köster

Babelsberg. Christin Fischer kann es nicht fassen. „Wo sollen wir dann künftig unsere Geschäftspost abgeben?“, fragt die Personaldisponentin entgeistert vor dem Schalter der Post in der Karl-Liebknecht-Straße. Erst kürzlich sei ihr Arbeitgeber – ein Personalservice – in die Wetzlarer Straße gezogen. Schon jetzt müsse sie mehrmals pro Woche mit dem Auto herfahren, um die Arbeitspost abzugeben, aber der Weg sei noch akzeptabel. „Die können hier doch nicht einfach schließen“, sagt Christin Fischer empört.

In der stets gut besuchten Filiale gegenüber des S-Bahnhofs Babelsberg hat die schlechte Nachricht die Runde gemacht: Die Partnerfiliale der Deutschen Post macht dicht. „Bedauerlicherweise muss die Partnerfiliale zum 15. Juni 2018 schließen“, bestätigt Postsprecher Markus Wohsmann auf MAZ-Anfrage. „Sowohl unser Partner als auch wir als Deutsche Post hätten den Standort gerne weiter betrieben“, sagt er. „Da der Mietvertrag nicht verlängert wurde, wurden wir zu dieser Maßnahme gezwungen.“ Man arbeite derzeit intensiv an einer Nachfolgelösung. Der Vermieter, die Treuinvest Immobilien Management, hat sein Büro gleich um die Ecke in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Dort ist man erstaunt über die Aussage der Deutschen Post. „Wir haben niemandem gekündigt“, sagt ein Mitarbeiter, der für detaillierte Auskünfte auf die Rückkehr des Chefs aus dem Urlaub verweist. Auch die Chefin des Shops, die die Filiale für die Post betreibt, ist derzeit nicht erreichbar.

Wie viele Mitarbeiter in der Filiale beschäftigt sind und welche Lösung für sie angestrebt wird, kommentiert die Post nicht. Ihre Kunden tröstet sie damit, dass sie in weniger als einem Kilometer Entfernung von der Karl-Liebknecht-Straße, in der Plantagenstraße 25, Post- und Paketdienstleistungen erhalten. Der dortige Partner ist eine Drogerie, deutlich kleiner als die gut gelegene Filiale am S-Bahnhof, die auch eine Geschäftspostannahme hat.

Eine weitere, zumindest für motorisierte Babelsberger noch relativ gut erreichbare Partnerfiliale befindet sich im Hans-Marchwitza-Ring im Zentrum-Ost. Daneben verweist die Deutsche Post auf Paketshops in der Garnstraße und der Wiesenstraße. „Verkaufspunkte für Brief- und Paketmarken befinden sich in unmittelbarer Nähe in der Karl-Liebknecht-Straße 4–5 sowie in der Rudolf-Breitscheid-Straße 49“, zählt Sprecher Wohsmann auf.

Die Filiale im Stern-Center öffnet am 28. Juli wieder

Für Kunden wie Christin Fischer ist das kein Ersatz – zumal sie den Ärger über eine Filialschließung schon einmal erlebt hat. Ihr Arbeitgeber hatte seinen Sitz bis vor Kurzem im Stern-Center. Um die dortige Filiale war lange gerungen geworden. Die Postbank hatte angekündigt, ihr Finanzcenter in Potsdams größten Einkaufscenter, indem auch Postdienstleitsungen angeboten wurden, am 22. Juni dieses Jahres zu schließen.

Linksfraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg forderte daraufhin in einem Antrag in der Stadtverordnetenversammlung den Erhalt der Post. Am 28. Juli eröffnet nun als Ersatz eine Partnerfiliale im Stern-Center – eine Woche später als zunächst versprochen. „Unter Kundenfreundlichkeit verstehe ich etwas anderes“, so Scharfenberg. Die Post hatte ihren den Kunden em­pfohlen, vorübergehend die Filiale am Platz der Einheit zu nutzen. Dort bilden sich schon jetzt auf lange Schlangen.

Das Postnetz in Potsdam

Seit 2011 werden Postdienstleistungen ausschließlich in Partner-Filialen angeboten, das heißt es gibt seitdem keine mit eigenem Personal der Deutschen Post betriebenen Filialen mehr.

In Potsdam betreibt die Post mit Partnern des Einzelhandels insgesamt 22 Filialen.

Hinzu kommt ein Potsbank-Finanzcenter Am Kanal 16–18, das mit Personal der Postbank betrieben wird und in dem auch alle Postdienstleistungen angeboten werden.

Darüber hinaus gibt es im Stadtgebiet weitere 23 DHL-Paketshops, in denen Kunden bereits frankierte Pakete, Päckchen und Retouren einliefern sowie Brief-, Päckchen- und Paketmarken kaufen können.

In weiteren elf Verkaufspunkten in Potsdam können Kunden Brief- und Paketmarken erwerben.

Von Marion Kaufmann

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