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Potsdam Höhe des Schadens im Filmstudio unklar
Lokales Potsdam Höhe des Schadens im Filmstudio unklar
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17:54 30.08.2015
Feuerwehr an den Babelsberger Filmstudios. Quelle: Julian Stähle
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Babelsberg

Der Großbrand bei den Filmaufnahmen zum Horrorthriller „A Cure for Wellness“ am Samstagabend hat offenbar keinen Einfluss auf den Fortgang der Dreharbeiten. „Nach dem derzeitigen Kenntnisstand wird es keine Verzögerungen im Ablauf geben. Beschädigt wurde nur ein einzelnes Motiv. Das Filmprojekt ist nicht gefährdet“, sagte Studio-Babelsberg-Sprecher Eike Wolf am Sonntag auf MAZ-Anfrage.

Das Traditionsfilmstudio koproduziert den mit Spannung erwarteten neuen Film von „Fluch der Karibik“-Regisseur Gore Verbinski. Gedreht wird seit Ende Juni. Wolf bestätigte jedoch nicht, dass „A Cure for Wellness“ bei dem Brand in der Halle „Neue Film 2“ an der Ahornstraße betroffen war. Dies berichteten jedoch Augenzeugen.

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Bei Dreharbeiten ist am Abend des 29. August 2015 ein Feuer im Filmstudio Babelsberg ausgebrochen und hat Kulissen zerstört.

Kontrolliertes Feuer außer Kontrolle

Bei den Filmaufnahmen – angeblich für eine Bergwerksszene – sollte ein kontrolliertes Feuer ausbrechen. Das lösten Experten für Spezialeffekte aus. Bei dem Brand auf dem dafür vorgesehenen Raum blieb es jedoch nicht. Die Flammen griffen rasend schnell auf die Kulisse über, fackelten sie komplett ab. Es entwickelte sich eine große Rauchwolke, ein beißender Brandgeruch lag weiträumig in der Luft. Als das Feuer ausbrach, sollen sich rund 100 Teammitglieder am Set aufgehalten haben. Verletzt wurde niemand. Die Filmcrew um Verbinski und Hauptdarsteller Dane DeHaan konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden und kam mit dem Schrecken davon. Unklar ist, ob die Szene bereits im Kasten war oder wiederholt werden muss.

Wie hoch der nach dem Brand entstandene Schaden ist, konnte Eike Wolf am Sonntag noch nicht beziffern. „Momentan befindet sich ein Gutachter vor Ort. Wir müssen das Ergebnis der Analyse abwarten, das kann ein paar Tage dauern.“ Am Sonntagmorgen besah sich Michael Düwel, Geschäftsführer des studioeigenen Art Department, das Set. Sein erster Eindruck: Die Schäden seien verkraftbar. In der einstigen Werkhalle stehen noch weitere Sets, die unversehrt geblieben seien.

Einsatz bis zum Morgen

Bis in die frühen Morgenstunden waren 79 Einsatzkräfte sowie 19 Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehren der Stadt vor Ort. „Die Kameraden hatten ordentlich zu tun, bis die Flammen gelöscht waren“, schilderte Einsatzleiter Marko Wolf. Fünfeinhalb Stunden waren die Feuerwehrleute im Einsatz. „Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da der Brand in der Dachkonstruktion schlecht zu erreichen war.“ In der Hallendecke klaffte ein rund 20 Quadratmeter großes Loch. Über viele Stunden sei unklar gewesen, ob die Dachkonstruktion durchhält. Doch sie hielt, so dass das Feuer nicht auf nahestehende Gebäude und Kulissen übergriff. Da die Feuerwehrleute erst weit nach Mitternacht die Halle betreten konnten, löschten sie zunächst das Dach von Drehleitern aus.

Unterschiedliche Darstellungen

Entgegen der Darstellung der Feuerwehr sei das Loch in der Decke jedoch nicht durch den Großbrand entstanden, sondern laut Studio-Sprecher Eike Wolf bewusst im Vorfeld des Drehs für die Spezialeffekte „geöffnet“ worden. Ironie der Ereignisse: Teile der Kulisse wurden von den Handwerkern des Art Department entsprechend für einen „angekokelten Look“ präpariert. Welche Firma mit den Spezialeffekten betraut worden war, konnte Wolf nicht sagen. Für Feuer-, Rauch- oder pyrotechnische Effekte sorgen bei den meisten Studio-Produktionen die erfahrenen Kollegen der Nefzer Babelsberg GmbH.

Fahrlässige Brandstiftung

Nach dem Feuer ermittelt die Kriminalpolizei nun routinemäßig wegen fahrlässiger Brandstiftung. Zwar wurde das Feuer auf Bestellung gelegt, da es sich ungeplant ausbreitete, sei Unaufmerksamkeit im Spiel gewesen. Deshalb „können wir nicht nichts tun“, begründete Polizeihauptkommissar Udo Häusler die Ermittlungen.

„A Cure for Wellness“ wird voraussichtlich noch bis Anfang Oktober gedreht. Als Schauplätze dienten außerhalb des Studios unter anderem die einstigen Lungenheilstätten in Beelitz und die Burg Hohenzollern in Baden-Württemberg – „Stammsitz des preußischen Königshauses“.

Von Ricarda Nowak

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