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Großreinemachen in der Alten Fahrt

Eine Woche vor Inselschwimmen Großreinemachen in der Alten Fahrt

Am Sonnabend förderte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wieder Müll vom Grund der Havel. Drei Räder und ein Restaurant-Tisch zählten zur Ausbeute der Taucher. Doch das ist bei weitem nicht so viel, wie es noch vor einigen Jahren war. Direkt nach der Wende landeten auch schon mal aufgebrochene Klein-Safes oder Waffen in der Alten Fahrt.

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Einsatztaucher der DLRG tauchten am Sonnabend in der Alten Fahrt nach Müll und anderen Sperr-Gegenständen.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Drei Fahrräder, ein Restaurant-Tisch, eine Gehhilfe und jede Menge Kleinkram wie Flaschen: Das war am Sonnabend die Ausbeute der großen Tauchaktion der Potsdamer Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) an der Alten Fahrt. Das Abtauchen feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Die Tradition entstand zusammen mit dem Inselschwimmen der DLRG, das am kommenden Sonnabend ebenfalls zum 20. Mal veranstaltet wird. Einige Tage vor dem Event gibt es immer das Großreinemachen in der Alten Fahrt, damit die Schwimmer in dem nur zwei bis drei Meter tiefen Havelarm gefahrlos unterwegs sein können.

Am Sonnabend tasteten die Taucher akribisch stundenlang den Boden ab – Meter für Meter. Ein gelbes Seil verband die „Froschmänner“, die mit Pressluftflasche und Gesichtsmaske ausgestattet waren, mit den Leinenführern am Ufer. Mit ruckartigen Bewegungen am Seil wurden untereinander Signale ausgetauscht: Zweimal ziehen bedeutet etwa „Nach links tauchen“ und dreimal ziehen heißt „Nach rechts tauchen“.

Eines der drei Räder, die am Sonnabend aus der Havel gezogen wurden

Eines der drei Räder, die am Sonnabend aus der Havel gezogen wurden.

Quelle: Friedrich Bungert

Bevor es losging, gab Sven Friebel, Referent Tauchen in der DLRG-Ortsgruppe, den Journalisten einen Abriss der Geschichte des Abtauchens. Fazit: Die Zeit ist auch an der Alten Fahrt nicht spurlos vorbeigegangen – allerdings im positiven Sinne: „In der ersten Zeit nach der Wende war das eine richtige Kloake, aber jetzt ist die Alte Fahrt fast besenrein“, erzählte er. Die in den Anfangsjahren geborgenen Gegenstände könnten ein ganzes Kuriositätenkabinett füllen: Aufgebrochene Klein-Safes wurden ebenso vom Flussboden geholt wie Waffen, Munition und Personalausweise. Ein besonders dolles Ding war das große Dieselaggregat, das zu einem Lkw gehört hatte und von der Feuerwehr mit einem Kran herausgeholt werden musste.

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Potsdam, 6. August 2016 – Drei Fahrräder, ein Restaurant-Tisch, eine Gehhilfe und jede Menge Kleinkram wie Flaschen: Das war die Ausbeute der großen Tauchaktion der Potsdamer Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) an der Alten Fahrt. Das Abtauchen feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum.

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Die 500 Mitglieder der Ortsgruppe sind alle Ehrenamtler. Mit nur acht Mitgliedern ist die Tauchergruppe relativ klein. Ein Grund für den Nachwuchsmangel ist wohl auch die zeitintensive Ausbildung. Vorausgesetzt wird eine mehrjährige Erfahrung als Rettungsschwimmer. Außerdem braucht man „physische und psychische Belastbarkeit“, so Friebel. Neben der Rettung verunglückter Menschen kommen die Taucher auch bei so genannten „Großschadenslagen“ zum Einsatz. Beim Oder- und Elbe-Hochwasser tauchten sie die Deiche ab und brachten an den beschädigten Bereichen Folien an.

Relativ neu ist das „Bündnis Flüchtlingsschwimmen“. Hintergrund ist, dass die Asylsuchenden häufig kaum oder gar nicht schwimmen können. „Die vielen unbewachten Badestellen in Potsdam sind da eine tickende Zeitbombe“, erläuterte Janosch Raßmann, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, die Problematik. Gemeinsam mit der Stadt, dem Landkreis und Vereinen will die Ortsgruppe möglichst vielen Flüchtlingen eine Schwimmausbildung anbieten.

Das Miteinander wird auch intern groß geschrieben. „Wir sind wie eine Familie“, beschreibt Sven Friebel die Motivation für das zeitintensive Ehrenamt. Bei der DLRG hat der Physiotherapeut zudem sein privates Glück gefunden. Hier lernte er seine Frau Beate kennen, die am Sonnabend als Leinenführerin beim Abtauchen mitmachte.

Von Ildiko Röd

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