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Potsdam Medienstadt Babelsberg im Gründungsfieber
Lokales Potsdam Medienstadt Babelsberg im Gründungsfieber
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13:04 11.03.2018
Claudia Wolf vor dem Medienhaus, ab April Sitz des „Media Tech Lab“. Quelle: Volker Oelschläger
Potsdam/Babelsberg

In der Medienstadt Babelsberg herrscht Gründungsfieber. Im April wird eine komplette Etage von Studio Five im Medienhaus an junge Firmen übergeben, die dort über 21 Monate in engem Kontakt mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft an innovativen Projekten arbeiten sollen.

19 Jungunternehmer als Potsdam, Berlin und Helsinki haben sich nach Angaben von Projektleiterin Claudia Wolf (40) beworben. Über die Auswahl entscheide am 1. März eine Jury, in der unter anderem Hasso Plattner Ventures, SAP, die Ufa, Rolls Royce und das Fraunhofer-Institut vertreten seien, aber auch die Filmuniversität und die Filmförderanstalt Medienboard.

Das „Media Tech Lab“ genannte Gründerzentrum ist Wegmarke einer vom Bund ausgelobten Exzellenz-Initiative, über die bundesweit zwölf Orte und Regionen als Knotenpunkte für die digitale Revolution benannt wurden. Die Bewerbung Potsdams lief auf Initiative des Landeswirtschaftsministeriums, der Landeshauptstadt, des Vereins Medianet Berlin-Brandenburg mit seinen fast 440 Mitgliedsunternehmen und des Vereins VR BB, der die Entwicklung speziell im Bereich der Virtuellen Realität vorantreiben will.

Medientechnologie ist Schwerpunkt in Potsdam

Jede der ausgewählten Städte und Regionen zwischen Hamburg und München ist als sogenanntes „Digital Hub“ von Chemie bis zu künstlicher Intelligenz für einen anderen Branchenschwerpunkt zuständig. Potsdam bekam den Zuschlag für den Schwerpunkt Medientechnologie: „Nirgendwo in Deutschland gibt es eine solche Nähe zwischen Medienwirtschaft und Forschung“, sagte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD).

Das Ministerium und die Landeshauptstadt finanzieren mit insgesamt 800 000 Euro das Management des Potsdamer „Media Tech Hub“, der in einem ersten Schritt als Knotenpunkt für ein Netzwerk aus Unternehmen, Eichrichtungen und Verbänden installiert wurde. Das Wirtschaftsministerium finanziert laut Projektleiterin Wolf zusätzlich die Büromiete für die insgesamt 400 Quadratmeter im Medienhaus, die am 1. April an die Jungunternehmen übergeben werden sollen.

Als Beispiele für Bewerberkonzepte nannte Wolf die Entwicklung von Software für Computerspiele und die Entwicklung einer Software mit Virtueller Realität für Museumsbesucher, die über Datenbrille und Kopfhörer in künstliche Welten versetzt werden könnten, spezielle Drohnentechnologien für Kameraaufnahmen aus der Luft und Apps für Produktinformationen in Filmproduktionen.

Zum Programm des Media Tech Lab gehört neben der Bereitstellung von Arbeitsplätzen die Unterstützung durch Institutionen und Unternehmen auch als potenziellen Investoren. Das Fraunhofer Institut etwa gilt als Pionier bei der Entwicklung von Lösungen für Virtuelle Realität (VR).

Virtuelle Realität ist zentrales Zukunftsthema

In der Medienstadt zählt VR zu den zentralen Zukunftsthemen. Die Ufa ist ebenso damit befasst wie die Filmuniversität. Die Studio Babelsberg AG hat gerade zum Berlinale-Auftakt bekannt gegeben, dass sie ein eigenes VR-Studio entwickeln will. Auch eines der beiden Nachwuchsteams, die in dieser Woche für ein Jahr in das von Studio Babelsberg und Filmuniversität bereit gestellte „Startbüro“ für innovative Jungunternehmen einziehen, beschäftigt sich mit VR. Im Gegensatz zum Startbüro in einem Anbau der Marlene-Dietrich-Halle, das im Jahresrhythmus an neue Nutzer übergeben wird, ist für das „Media Tech Lab“ laut Projektleiterin Wolf zunächst keine Verlängerung geplant.

Die Initiatoren des Projekts setzten allerdings darauf, dass in der Medienstadt in den nächsten Jahren spürbar mehr Büroflächen entstehen. Wolf verweist dabei nicht nur auf Bauvorhaben in Babelsberg, sondern auch auf die Pläne zum Umbau des Lokzirkus von Orenstein & Koppel in Babelsberg und zur Entwicklung des alten RAW-Geländes am Hauptbahnhof zum Zentrum für innovatives Gewerbe.

Neubaupläne in der Medienstadt

Die Landeshauptstadt hat in der Medienstadt Babelsberg mit dem Guido-Seeber-Haus bereits vor Jahren ein eigenes Gründerzentrum für innovative Jungunternehmen eröffnet.

Die schon seit längerem angekündigte Errichtung eines weiteren geförderten Technologiezentrums durch die Stadt ist laut Sprecher Markus Klier zwar noch nicht sicher, es gebe aber „positive Signale“.

Erfreulicherweise seien in der Medienstadt „aktuell verstärkt auch private Entwickler aktiv“, so Klier gestern. So wird aktuell an der Marlene-Dietrich-Allee gebaut.

Von Volker Oelschläger

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