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Grüne bringen Abriss der Biosphäre ins Spiel

Streit um Tropenhalle in Potsdam Grüne bringen Abriss der Biosphäre ins Spiel

Bündnis 90/Die Grünen haben am Mittwoch im Hauptausschuss als erste Fraktion des Potsdamer Stadtparlaments den Abriss der Biosphärenhalle ins Spiel gebracht – ohne allerdings das Wort „Abriss“ in den Mund zu nehmen. Die Kosten für die Tropenhalle seien zu hoch und kaum kalkulierbar, so die Begründung.

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Architektonisch einzigartig: Die Biosphäre.

Quelle: Friedrich Bungert

Bornstedt. Der Streit um die Zukunft der einst als Blumenhalle gebauten Biosphäre im Norden Potsdams spitzt sich zu! Bündnis 90/Die Grünen haben am Mittwoch als erste Fraktion den Abriss der Tropenhalle ganz offiziell ins Spiel gebracht. Ohne das Wort „Abriss“ direkt zu benutzen, beauftragten sie im Vorfeld der Sitzung des Hauptausschusses den Oberbürgermeister, einen „Architekturwettbewerb für einen Neubau auf dem Grundstück auszuschreiben“.

Ausführliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass Sanierung und dauernde Bezuschussung des bestehenden Biosphärengebäudes bei gleichbleibender Nutzung eine zu große Belastung des städtischen Haushaltes darstellen. „Egal, was man tut, wir zahlen höhere Zuschüsse als vorher und kriegen keine Nutzungen, die wir im Bornstedter Feld brauchen“, sagte Fraktionschef Peter Schüler und nannte als Stichworte Bürgertreff, Jugendclub, Gastronomie, Sportanlagen. „Schade um die schöne Architektur, aber eine wirtschaftliche Nutzung ist nicht absehbar“, bedauerte er.

Bei den Linken rief der unerwartete Änderungsantrag großes Kopfschütteln hervor. „Das ist ein Paradigmenwechsel. Ich dachte, es wäre im Hauptausschuss Konsens gewesen, dass die Biosphäre erhalten bleiben soll und wir hier über die künftige Nutzung diskutieren. Wenn wir die Biosphäre abreißen, ist alles beliebig“, sagte Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg.

Vor der munteren Diskussion hatte die Verwaltung nach Prüfung zahlreicher Nutzungsvarianten noch einmal dargelegt, dass „die Benutzung des Betriebes einer modifizierten Tropenhalle die kostengünstigste Alternative“ sei.

Nach gegenwärtigen Berechnungen müsste die Stadt alljährlich 1,9 Millionen Euro zuschießen. Alle anderen Nutzungsarten, ob als Sport- oder Schwimmhalle, als Naturkundemuseum, Schule oder Jugendeinrichtung, seien unabhängig von den immensen Umbaukosten deutlich kostenintensiver. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) spitzte die Diskussion noch einmal zu. „Wer die Tropenhalle erhalten und mit neuen Funktionen haben will, muss wissen, das kostet 1,9 Million Euro plus. Ich brauche Vorschläge.“

Diese waren auf die Schnelle nicht zu haben, so dass die Diskussion schließlich vertagt wurde. Zuvor hatte CDU-Fraktionschef Matthias Finken noch einmal gemahnt: „Wir wollen nicht Investitionen tätigen, die dann weiter finanziert werden müssen.“

Von Jens Trommer

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