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Potsdam Grüne wollen Abholzung mit Workshop stoppen
Lokales Potsdam Grüne wollen Abholzung mit Workshop stoppen
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12:25 27.02.2018
Baumfällungen am Plattner-Campus Griebnitzsee. Quelle: Rainer Schüler
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Babelsberg

Mit einem Workshop will die Grünen-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung die fortschreitende Auslichtung eines Waldgebietes nahe des Bahnhofes Griebnitzsee ein Vierteljahr lang aufhalten. Dort will sich das Hasso-Plattner-Institut (HPI) erheblich erweitern, doch haben die umfangreichen Fällungen nach Angaben des Software-Instituts und der Stadtverwaltung nichts mit den Bauvorhaben zu tun. Weder die Zahl der Gebäude, noch ihre Form oder die Einbettung ins Waldgebiet stehen bislang fest; es existieren nur Ideen.

Schnittmaßnahmen laufen seit November

Die radikalen Pflege- und Sicherungsmaßnahmen laufen seit November vergangenen Jahres und dauern bis Ende März/Anfang April. Begründet werden sie mit der Verkehrssicherungspflicht des HPI, das die Flächen erst im Oktober 2017 vom Land erworben hatte. Durch eines der beiden Waldstücke führen viel genutzte Wege; bei beiden Waldteilen muss durch das Fällen von Schadbäumen ein sicherer Abstand von 25 Metern zu Parkplätzen hergestellt werden.

Die Stürme des letzten Jahres haben zahlreiche Bäume gebrochen, entwurzelt und stark beschädigt. Dabei traten auch schwere Baumkrankheiten zu Tage, die auf einen übernässten Boden und jahrzehntelange Vernachlässigung des verwahrlosten Bestandes zurückgeführt werden. „Was nicht mehr sicher steht, muss leider weg“, sagte Baumgutachter Gert Kirschke gestern vor der Presse und vor Stadtverordneten, die sich die Lage ansahen.

Die Meinungen der Abgeordneten sind unterschiedlich

Die Meinungen waren hinterher geteilt. Die Grünen enthielten sich einer Beurteilung der Waldgesundheit, hoffen auf den Stopp der Arbeiten und suchen Aufklärung über die Absichten des HPI. Die Linken finden es „fragwürdig“, einen Sicherheitsrand nach jeweils vier Seiten zu schaffen und bezweifeln die Schadens- und Krankheitsbeschreibung durch die Gutachter. Ihr Stadtverordneter Ralf Jäkel findet den Eingriff „zu heftig“. Den Flächennutzungsplan der Stadt zu ändern für die Umwandlung von Wald in Bauland, sei unnötig, sagte er der MAZ, weil, das HPI genügend andere Erweiterungsflächen habe.

Dass das Hasso-Plattner-Institut sich deutlich erweitern will und muss am Standort Babelsberg, ist unstrittig, doch wie das aussehen soll, weiß derzeit niemand. Da werden die Baumfällungen als Plattmachen empfunden, obwohl sie zunächst nur der Sicherheit von Autofahren und Passanten dienen.

Das sehen andere Angeordnete ganz anders. Wohnungsunternehmer Wolfhard Kirsch vom Bürgerbündnis etwa sieht die Auslichtung des Waldes als völlig angemessen an. Die Hasso-Plattner-Stiftung habe als Waldbesitzer auch das Recht, alles zu fällen. Statt dessen treibe sie einen „irren Aufwand“, nur das herauszuschneiden, was eine Gefahr darstellt für den Restwald und die Menschen, die ihn betreten.

Passanten scheren sich nicht um den Baumschnitt über sich

Das tun offenbar viele. Obwohl alle Anwohner und die Passanten mit Aushängen und Hinweisschildern auf die Fällungen aufmerksam gemacht wurden und trotz der hör- und sichtbaren Arbeiten „laufen dauernd Leute sogar unter den Kettensägen durch“, berichtet Gutachter Kirschke, der den Journalisten und den Abgeordneten detailliert die vorgefundenen Schäden und Krankheiten demonstrierte, die Lebensfähigkeit der Bäume beurteilte und die Fällungen begründete. Extrem instabile und todkranke Bäume werden per Hubwagen aus der Umgebung haltbarer und gesunder Stämme von oben nach unten herausgeschnitten, um Fällschäden zu verhindern. Einige faktisch tote Bäume bleiben als Hort für Vögel und Käfer eine Zeitlang stehen.

Zahlreiche Bäume scheinen auf ihren Schnittflächen in Hüfthöhe gesund zu sein, weisen im Wurzel-und Kronenbereich aber dramatische Faulstellen auf; Baumpilze sind Zeichen einer Art Baumkrebs im Endstadium. In luftiger Höhe scheuern sich Kronen gegenseitig auf und verkümmern, der Baum stirbt ab.

Von Rainer Schüler

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