Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Grünes Licht für Plattner-Campus
Lokales Potsdam Grünes Licht für Plattner-Campus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:41 28.02.2018
Das Rotkäppchen und kein Wolf am Uni Standort Griebnitzsee. Gegenüber soll ein Waldcampus entstehen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Anzeige
Babelsberg

In der Debatte um die geplante Erweiterung des Uni-Campus am Griebnitzsee durch SAP-Gründer Hasso Plattner melden sich nun auch Vertreter der Universität zu Wort – dabei werden eigene Bedürfnisse hinsichtlich von künftigen Erweiterungsplanungen am Griebnitzsee geltend gemacht, vor allem was die Fakultäten der Juristen, der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und der studentischen Infrastruktur angeht.

„Es ist keine homogene Uni, die hier baut“

„Es wäre uns daran gelegen, dass die universitären Interessen berücksichtigt werden“, sagte Vizepräsident Andreas Musil am Dienstag vor dem Bauausschuss. Musil betonte zwar die „große Freude“ der Universität über Plattners Erweiterungsprojekt. Gleichzeitig machte er deutlich, dass „es keine homogene Uni ist, die hier baut – es gibt einen staatlichen Teil der Uni und eine Plattner-Stiftung, die die Flächen besitzt“. In künftigen Planungen solle man auch die etwaigen Interessen der staatlichen Teile der Universität im Blick behalten.

„Inneruniversitäre Diskussion, kein Städtebau“

Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) reagierte reserviert: „Eine inneruniversitäre Diskussion sollte nicht Gegenstand einer Diskussion um städtebauliche Fragen sein“, sagte der Beigeordnete. Zudem gebe es bereits einen Masterplan für die Nutzung, der zwischen der Universität und der Hasso-Plattner-Stiftung abgestimmt sei.

Ein „Waldcampus“ soll entstehen

Wie berichtet, will die neue Fakultät für Digital Engineering, die von SAP-Gründer Hasso Plattner finanziert wird und gemeinsam mit der Universität gegründet worden ist, dank deutlich aufgestockter Forschungs- und Studienkapazitäten am Griebnitzsee auf Wachstumskurs gehen. In den nächsten Jahren soll gegenüber vom Universitätsgebäude 1 – dem ehemaligen DRK-Präsidialgebäude – ein „Waldcampus“ mit Laboren und Unterrichtsräumen entstehen.

Am Dienstag gab der Bauausschuss dann grünes Licht für den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans für die Erweiterung des Campus Griebnitzsee und für eine Änderung des Flächennutzungsplans – gegen den Widerstand der Grünen und der Linken. Knackpunkt ist für die beiden Fraktionen die Debatte um die Umwandlung von Wald- in Baufläche. Der Bauausschussvorsitzende Ralf Jäkel (Linke) begründete seine Ablehnung damit, dass „die Frage der Berücksichtigung des Grüns noch nicht ausreichend bewältigt“ sei. Ungewöhnlich ist aus Jäkels Sicht zudem der frühe Beschluss über die Änderung des Flächennutzungsplans.

Grüne fordern Aufschub

Kritik kam auch von den Grünen, die eine „Werkstatt Griebnitzsee“ ins Spiel gebracht hatten. Ziel: ein Aufschub um mehrere Wochen, um zu eruieren, welchen Baubedarf Plattner hat und wie der in den Waldbestand eingefügt werden kann. Lars Eichert (CDU) hielt dagegen: Dadurch würde das Verfahren noch mehr in die Länge gezogen; die Bürgerbeteiligung erfolge dann im Zuge des Aufstellungsbeschlusses.

Baudezernent Rubelt warb für den Aufstellungsbeschluss – als Voraussetzung für den Planungsstart: „Das ist ein wichtiges Signal; bleiben Sie bei dem Projekt bitte im Boot“, appellierte er an die Ausschussmitglieder. Die Ziele der Flächennutzungsplanänderung sind nun laut Stadtplanungschef Andreas Goetzmann folgendermaßen formuliert: „Sonderbaufläche mit hohem Grünanteil „Hochschule und Forschung’. – analog zum Telegrafenberg oder zum Neuen Palais.“

Von Ildiko Röd

Die Elternbeitragssatzung der Stadt Potsdam steht derzeit auf dem Prüfstand. Längst ist klar, dass die Eltern zuviel gezahlt haben – im Extremfall sogar mehr als das Doppelte des angemessenen Höchstsatzes, wie der Sozialbeigeordnete Mike Schubert (SPD) erstmals in einer Beispielrechnung mitgeteilt hat.

28.02.2018

Der Vorstoß eines Regelwerks für alle Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Potsdam ist vom Tisch, der Antrag der Grünen blieb ohne Befürworter außerhalb der eigenen Reihen. Stattdessen setzen die anderen Fraktionen und der Oberbürgermeister angesichts der kritischen Potsdamer Öffentlichkeit auf die Selbstverpflichtung für einen sauberen Wahlkampf.

28.02.2018
Potsdam Potsdams Baubeigeordnete im Gespräch - Über die Transparenz bei Bauvorhaben in Potsdam

Der Potsdamer Baubeigeordnete Bernd Rubelt (parteilos) bestreitet eine Stadtgestaltung hinter verschlossenen Türen oder in Hinterzimmern. Im Interview mit der MAZ spricht er über den geheim beratenden Gestaltungsrat und über die „Pauschalkritik“ an geplanten Hotels rund um den Hauptbahnhof.

28.02.2018
Anzeige