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Potsdam Wohnpark-Projekt passiert den Bauausschuss
Lokales Potsdam Wohnpark-Projekt passiert den Bauausschuss
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01:16 30.11.2018
Der Wohnpark zwischen Geschwister-Scholl-Straße (unten links) und der Bahnline (oben rechts), die mit einer Lärmschutzwand versehen werden muss. Quelle: Schulz Huster Architekten
Potsdam-West

Nun schon zweiten Male musste sich der Potsdamer Bauausschuss mit einem geplanten Wohnpark an der Geschwister-Scholl-Straße befassen. Dort sollen zwischen der Straße und dem Bahndamm 38 Wohnungen in mehreren Gebäuden errichtet werden, für die Grünflächen beseitigt und eine Lärmschutzwand gegen die Eisenbahn gebaut werden muss. Das Projekt war schon 2013 diskutiert und 2014 die Aufstellung des Bebauungsplanes 35 beschlossen worden. Jetzt wurde die öffentliche Auslegung des so genannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschlossen.

Streitpunkt in der aktuellen Diskussion ist die eigentlich vorgeschriebene Sozialabgabe durch den Bauherren, mit der Kita- und Schulplätze sowie eine bestimmte Anzahl Sozialwohnungen geschaffen werden sollen. Weil die Planungs- und Abstimmungskosten wegen der Nähe zum Welterbe-Schlosspark Sanssouci und zur Bahnlinie aber überdurchschnittlich hoch sind, kann die Stadt diese Abgaben in Höhe von 160000 Euro nicht in Gänze einfordern, denn der Vorhabenträger muss bereits die Lärmschutzwand und die Neuanpflanzung von Bäumen bezahlen – das passiert im Ortsteil Golm.

Es ging um 7,6 Kitaplätze beziehungsweise die Zahlung von 159600 Euro dafür. Außerdem sollten 8,6 Wohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindung geschaffen werden – ein finanzieller Gegenwert von 575500 Euro. Der Bauausschuss beschloss am Dienstag, dass der Investor, die VVG Vermögensberatung aus Meckenheim (Nordrhein-Westfalen), trotzdem 57000 Euro an die Stadt zahlen muss für soziale Zwecke statt zuvor nichts.

Der hintere Teil des Grundstücks ist kurz vor der Bahnlinie eine recht wilde Grünanlage. Auf dem Grundstück mit einer denkmalgeschützten Villa daneben ist der entsprechende Teil sogar eine Parkanlage. Die Denkmalpflege will, das im Wohnpark dieser hintere Teil unbebaut bleibt, damit die Nachbarn mut dem Villen-Grundstück keinen Anspruch auf Bebaubarkeit ihres Parkteils erheben. Quelle: Peter Degener

Im hinteren Bereich des Grundstückes nahe der Bahnline sieht die Bauverwaltung Probleme mit dem Hausbau, weil auf dem Nachbargrundstück mit einer denkmalgeschützten Villa darauf der hintere Bereich eine Parkanlage ist. Das will die Denkmalpflege auch für den Wohnpark ähnlich haben.

Die allgemeine Öffentlichkeit war im März 2017 zu Stellungnahmen aufgefordert worden, doch gab es keine Reaktionen. Aber von den angeschriebenen 49 Behörden und anderen Trägern öffentlicher Belange kamen 35 Antworten; 23 davon ohne Einwände. Die übrigen Äußerungen bezogen sich im Wesentlichen auf die Auswirkungen der nahen Bahnanlagen. So muss die ursprünglich nicht geplant gewesene Schutzwand nun sogar schon vor dem Bau der Häuser da sein. Sie ist mit einer Höhe von vier Metern über Gleisoberkante durch die Deutsche Bahn genehmigt worden. Die Linke möchte die Wand niedriger haben, damit die Zuggäste einen freien Blick haben. „Das Landesumweltamt genehmigt das gesamte Vorhaben aber nicht ohne die vier Meter hohe Lärmschutzwand“, sagte Stadtplanungschef Andreas Goetzmann.

Wer so dicht an der Bahn wohnt, braucht eine Lärmschutzwand, sagt das Landesumweltamt. Doch unweit davon, am Schafgraben und an der Geschwister-Scholl-Straße, wurde ohne Lärmschutzwand bis an den Bahndamm heran gebaut; die baurechtlichen Voraussetzungen waren andere. Quelle: Schulz Huster Architekten

Es muss außerdem eine begrünte Aluminiumwand sein, die hoch schallabsorbierend ist. Eine durchsichtige Wand wäre nach Auskunft der Stadt lärmreflektierend; das darf sie aber nicht sein, um die andere Seite der Bahnlinie nicht zusätzlich zu belasten. Die Wand geht auch über eine Brücke, die marode ist und saniert werden muss.

Die Lärmschutzwand ist eine private Baumaßnahme auf dem Gelände der Bahn. Dazu mussten aufwändige Verträge geschlossen werden. Spezialauftragnehmer der Bahn planen die Wand. An anderen Stellen der Geschwister-Scholl-Straße wurde im Rahmen bestehender Bebauungspläne auf Lärmschutzwände verzichtet, doch der Wohnpark ist ein vorhabenbezogener Plan, für den dieser einfache Weg laut Stadtverwaltung nicht gangbar war. Das gesamte Vorhaben soll binnen sieben Jahren umgesetzt werden.

 

Von Rainer Schüler

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