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Potsdam Grundschüler erkunden Zuhause von Hase und Igel
Lokales Potsdam Grundschüler erkunden Zuhause von Hase und Igel
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07:30 16.06.2016
Olivia, (li.) und Leo, beide 10, haben den Geruch „Honig“ auf Anhieb erraten. Quelle: Lisa Neumann
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Wildpark

Nur zwei Tage hat es gedauert, dann waren alle Plätze für die diesjährigen Waldjugendspiele vergeben. Am Mittwoch, den 15. Juni, fanden sich in der Waldschule der Oberförsterei 113 Kinder inklusive Lehrer ein.

Ebenso viel Freude wie die Viertklässler zeigte auch Oberförster Holger Hendke, der bei dieser 17-jährigen Tradition das erste Mal dabei ist. „Ich finde es spannend, das in Potsdam zu erleben“. Drei Wochen haben er und Ulf Weber, Leiter der Waldschule und Organisator der Waldjugendspiele 18 Stationen und Preise für die eifrigen Waldkundler vorbereitet. Sie stehen trotz Regen mit bester Laune pünktlich um 9:30 Uhr an ihrer ersten Station.

Jugendspiele vermitteln Wissen auf spielerische Weise

Vor den Schülern aus Eisenhart-, Max Dortu-, Zeppelin-, Bruno H. Bürgel- und Internationaler Grundschule liegen Aufgaben, die Wissen und praktische Fertigkeiten rings um das Thema Wald fordern. Ziel ist es, bei den Kindern ein Bewusstsein für den Wald und sein Ökosystem zu schaffen. Auch über die vielen, für den Menschen wichtigen Funktionen des Forsts werden die Grundschüler informiert. Natürlich, schmunzelt Holger Hendke, darf der Spaß auch nicht zu kurz kommen. Dass dies nicht der Fall ist, beweisen die “flinken Spitzmäuse“, sechs Schulkinder aus der Zeppelin Grundschule, die gerade freudestrahlend vom “Waldtabu“ kommen. Bei dem Spiel umschreibt ein Grundschüler einen vorgegebenen Begriff aus dem Wald, während die anderen versuchen müssen das gesuchte Wort zu erraten. Kniffelig, wenn drei relevante Wörter nicht verwendet werden dürfen. Da kommt man schon einmal ins Stottern, wenn für den Fliegenpilz weder “giftig“, noch “weiß“ oder “Punkte“ benutzt werden darf. „Das war schwierig“, beschreibt Erik (10) seinen Wort-Kampf. Dennoch stolz verkündet er, dass seine Gruppe bereits Nägel in Holz gehauen und Bäume bestimmt sowie vermessen habe.

Leo (10) ist sich nicht sicher, was er riecht. Die Betreuerin der Station klärte ihn auf: Mäusekot. Quelle: Lisa Neumann

Dann geht es weiter zur nächsten Station: Forstgeräte identifizieren. Dass dies selbst Erwachsenen nicht leicht fällt, weiß Oliver Dossow, der im Potsdamer Forstbetrieb arbeitet und die Station betreut. Er fragt nach insgesamt zwölf Geräten und Ausrüstung und bringt die großen Waldkundler das eine oder andere Mal in Verlegenheit. Tatsächlich ist er aber erstaunt über das umfangreiche Wissen der Kinder. Nicht nur die Jungen wüssten über Motorsägen Bescheid, auch Mädchen schauten ihren Vätern immer häufiger über die Schulter.

Zwischen den Stationen „Holz umschichten“ und „Wald-Alphabet“, bei dem die Schüler für jeden Buchstaben einen Gegenstand aus dem Forst suchen sollen, findet sich auch eine “Fühl-Box“. Nach anfänglicher Unsicherheit über den Inhalt, siegt doch die Neugier. Bald drängt sich eine kleine Traube von Viertklässlern um die Box und streckt abwechselnd ihre Hände in die abgedeckten Löcher. Kurz darauf sind sich alle einig: es ist ein Tannenzapfen. Ein Punkt mehr für die „neugierigen Maulwürfe“.

Zum Abschluss geht es zum Bratwurstessen in die Grillhütte. Bei der anschließenden Siegerehrung steht der Gewinner fest: Die „schnellen Spinnen“ von der Max Dortu Grundschule haben sich den Sieg mit 229 Punkten gesichert. Um ein Haar hätte es auch für die „scheuen Rehböcke“ von der Zeppelin Grundschule gereicht: Mit 227,5 Punkten sprangen sie auf das zweite Treppchen. Leer geht jedoch keiner aus. Alle Teilnehmer erhalten eine Urkunde und eine Preistüte mit einem T-Shirt und einer Baseballmütze.

Von Frederik Schiek

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