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Erinnerung an Gerhard Gundermann

Liedermacherfestival im Potsdamer „Freiland“ Erinnerung an Gerhard Gundermann

Das Potsdamer Jugendkulturzentrum „Freiland“ veranstaltet am 13. September sein erstes Liedermacherfestival. Gefeiert wird der Erfolg des Benefizalbums „Gundis Lieder – Gundis Themen“, das mit Unterstützung des Freiland-Zentrums zum 60. Geburtstag des „singenden Baggerfahrers“ Gerhard Gundermann (1955-1998) eingespielt wurde.

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Der „singende Baggerfahrer“ Gerhard Gundermann.

Quelle: Gabriele Senft

Potsdam. Mit einem Festival feiert das Jugendkulturzentrum „Freiland“ am 13. September den Erfolg des Benefizalbums „Gundis Lieder – Gundis Themen“, das zum 60. Geburtstag des „singenden Baggerfahrers“ Gerhard Gundermann (1955-1998) eingespielt wurde. Zu den namhaften künstlerischen Partnern der vom Freiland unterstützten Produktion des Potsdamer Tonstudios Showcase zählten Liedermacher Konstantin Wecker und Gundermanns Band „Die Seilschaft“.

Zum Festival „Eine Welt des Miteinanders nicht nur für einen Tag“ sind 16 an der Produktion des Albums beteiligte Bands und Einzelkünstler angekündigt, im Programm sind die Dokumentarfilme „Gundi Gundermann“ und „Ende der Eisenzeit“ von Richard Engel. Insgesamt werden auf den Freiland-Bühnen rund 150 Mitwirkende zu erleben sein, wie „Freiland“-Sprecher Achim Trautvetter am Montag bei einem Besuch von Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) auf dem Gelände an der Friedrich-Engels-Straße ankündigte.

Trautvetter und Dirk Harder, sein Partner in der für das „Freiland“ gegründeten Betreibergesellschaft Cultus UG, stellten sich der Ministerin als „Meta-Hausmeister“. Sie kümmern sich um die technischen Rahmenbedingungen, die inhaltliche Richtung hingegen wird von einem monatlich tagenden Nutzerplenum festgelegt. Offiziell eröffnet wurde das „Freiland“ auf dem alten Gelände Wasserbetriebes im Mai 2011.

Das mit Unterstützung der Stadtwerke aufgebaute Projekt entstand als Antwort auf Einbrüche in der Jugendkulturlandschaft. Waschhaus und Lindenpark mussten seinerzeit fast gleichzeitig Insolvenz anmelden. Nach Schließung des alten Spartacus-Klubs und der Skaterhalle in der Kurfürstenstraße gab es Demonstrationen.

Aktuell arbeiten auf dem 12 000 Quadratmeter großen Gelände nach Angaben der Betreiber 40 fest angemietete Projekte von der Caporeia-Trainingsgruppe bis zur Chill-Out-Drogenberatung, bei denen 250 bis 300 Personen teils ehrenamtlich, teils hauptberuflich beschäftigt sind. Beispielhaft steht der neue Spartacus-Klub, der laut Trautvetter von rund 80 Leuten im Alter zwischen 18 und 27 Jahren komplett ehrenamtlich betrieben wird. In den Ateliers des Zentrums wirken rund 20 junge Künstler.

Ein Festival für den „singenden Baggerfahrer“

Gerhard Gundermann (1955-1998) war ein ostdeutscher Liedermacher. Der „singende Baggerfahrer“ lebte in Hoyerswerda und arbeitete auch im Tagebau, als er nach dem Mauerfall von seiner Musik hätte leben können. Legendär ist ein gemeinsames Konzert Gundermanns und seiner Band „Seilschaft“ mit Silly 1994 im Babelsberger Lindenpark.

Für das Benefizalbum „Gundis Lieder – Gundis Themen“ spielten zahlreiche Musiker Titel des Liedermachers Gerhard Gundermann ein. Das Album wurde für den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ und als CD des Monats April 2015 nominiert.

Die CD wurde in einer Auflage von 1000 Stück hergestellt, ist unverkäuflich und wird kostenlos an Bibliotheken und Bildungseinrichtungen abgegeben. Inzwischen sind nach Angaben der Produzenten 5000 Euro für weitere 1000 Alben gesammelt worden.

Zum Festival am 13. Septembe r musizieren u. a. der Erich-Fried-Chor, Stoppok, Hannes Kreuziger und Band, „Die Seilschaft“ sowie Tino Eisbrenner.

150 Karten sollen an Kultür Potsdam , weitere 100 Karten an die Kulturloge Berlin zur kostenlosen Verteilung an Menschen mit geringem Einkommen gegeben werden. Asylsuchende Menschen und Kinder haben freien Eintritt.

Reguläre Tickets für das Festival kosten im Vorverkauf 20 Euro, an der Abendkasse 25 Euro.

Von der Stadt werde „Freiland“ pro Jahr mit 190 000 Euro gefördert. Die Warmmiete von sieben Euro pro Quadratmeter entspricht den Konditionen, die jetzt auch im neuen Kunst- und Kreativhaus im alten Rechenzentrum an der Breiten Straße gelten sollen. Pro Jahr kommen nach Schätzung der Betreibergesellschaft 70- bis 80 000 Nutzer und Gäste auf das Gelände. Sie stützen sich bei diesen Zahlen auf das Tagebuch, das sie bei der Stadt für den Modellzeitraum von 2010 bis 2013 als Nachweis für das Funktionieren ihres Konzeptes vorlegen mussten.

Ihr Traum sei es, so Trautvetter, mit den Einnahmen aus Gastronomie und Vermietung eines Tages einen Gewinn zu erwirtschaften, der als Kulturförderung an Projekte weitergegeben werden könnte.

Von Volker Oelschläger

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