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Potsdam Gysi über Aktfotos und moderne Sklaverei
Lokales Potsdam Gysi über Aktfotos und moderne Sklaverei
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21:21 20.09.2017
Gregor Gysi (Linke) Mittwochabend auf dem Keplerplatz. Quelle: Bernd Gartenschläger
Am Stern

Für die Weltrevolution kommt Gregor Gysi zu spät. Andere haben sie vor ihm in die Wege geleitet, mitten auf dem Keplerplatz im Stadtteil Am Stern. „Lari und die Pausenmusik“, junge Musiker aus dem Berliner Wedding, die sich nach eigenem Bekunden in einem Marx-für-Einsteiger-Seminar kennengelernt haben, singen von „Liebe, Schnaps und Revolution“, schieben noch einen Geld-Blues hinterher und rechnen musikalisch mit der Konsumgesellschaft ab.

Gregor Gysis Abrechnung mit dem Kapital und der Großen Koalition folgt im Anschluss. Die Brandenburger Linke setzt im Wahlkampfendspurt für die Bundestagswahl auf ihren früheren Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, der als guter Redner und Rhetoriker gilt.

Potsdam, 20. September 2017 – Die Linke-Prominenz trifft sich zum Wahlkampfauftritt auf dem Marktplatz am Keplerplatz. Der Prominenteste: Gregor Gysi. Rund 300 Menschen wollen hören, was er zu sagen hat.

Nach einem Besuch in Frankfurt (Oder) am Nachmittag unterstützt Gysi am Abend neben Linken-Landeschef und Finanzminister Christian Görke den Direktkandidatin im Wahlkreis 61, Norbert Müller. Gysi, der Präsident der Europäischen Linken ist, kommt vor rund 300 Anhängern erst auf die Weltpolitik zu sprechen.

Russland-Sanktionen ein „großer Fehler“

Er geißelt die Russland-Sanktionen als „großen Fehler“, kritisiert Deutschlands ambivalentes Verhältnis zur Türkei, die „jedes Jahr einen Viertelschuss gegen den IS“ abgebe und gleichzeitig täglich gegen die Kurden vorgehe.

Kriege beenden

Die Flüchtlingskrise könne nur beendet werden, wenn die Kriege beendet würden – darauf müsse die Bundesregierung hinwirken. Flüchtlinge dürften die hiesige Kultur nicht einschränken, sondern erweitern. „Aktfotos gehören zu unserer Kultur. Punkt“, sagt Gysi und erntet dafür einige Lacher.

Leiharbeit eine „moderne Form der Sklaverei“

Dann benennt er soziale Probleme. Die neoliberale Entwicklung nennt er „katastrophal“. Wenn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) davon rede, „dass es uns doch gut gehe, meint sie sich und mich, aber nicht die anderen“. Wieder Lacher für Gutverdiener Gysi, der Leiharbeit eine „moderne Form der Sklaverei“ nennt.

Das Problem der Altersarmut möchten einige Politiker anderer Parteien lösen, „indem Leute in meinem Alter bei Rot über die Kreuzung gehen“, sagt der 69-Jährige.

Von Marion Kaufmann

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