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Hängepartie für Inselcafé-Pächter

Wie weiter im Havel-Idyll? Hängepartie für Inselcafé-Pächter

Gastronom André Lemke weiß nicht, wie es für ihn auf der Freundschaftsinsel weitergehen soll – seit Monaten wartet er auf die Ausschreibung für den Betrieb des Treffs im Grünen.

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André Lemke ist der langjährige Pächter des Inselcafés auf der Freundschaftsinsel.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Zitterpartie auf der Freundschaftsinsel: André Lemke, Betreiber des Inselcafés, weiß nicht, ob er die beliebte Ausflugsgaststätte Mitte April als Pächter wieder aufsperren kann. Seit Jahren wartet der Gastronom auf die Ausschreibung der Stadt für den Betrieb des Selbstbedienungscafés, das auf einer kommunalen Fläche steht. Mehrfach habe er in den vergangenen Jahren nachgefragt, um Planungssicherheit für die Sommersaison 2018 zu haben, berichtet Lemke – doch ewig sei er vertröstet worden: „Schon 2015 habe ich nachfragen lassen, aber es kam ewig nichts.“ Mitte Januar 2018 wurde ihm endlich die Ausschreibung für Ende Januar in Aussicht gestellt. Aber auch dieser Termin verstrich. Nun hat man ihm den Start des Interessensbekundungsverfahrens für die kommende Woche in Aussicht gestellt, berichtet der Gastronom.

Das Inselcafe soll Mitte April wieder öffnen

Das Inselcafe soll Mitte April wieder öffnen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Auf MAZ-Nachfrage erklärt Stadtsprecher Stefan Schulz: „Der Vertrag für das Insel-Café läuft Mitte April 2018 aus. Die Landeshauptstadt sucht im Anschluss per Ausschreibung einen neuen Betreiber. Diese Ausschreibung wird Mitte Februar veröffentlicht. Alle Beteiligten sind über dieses Verfahren informiert.“ Uneingeschränkte Freude will bei Lemke, der das Café mit rund 200 Sitzplätzen vor 15 Jahren übernommen hat, dennoch nicht aufkommen. Denn es ist nicht gesagt, dass er automatisch den Zuschlag bekommen wird. Aber selbst wenn es so sein sollte, würde das aufgrund der Ausschreibungsmodalitäten wohl erst Mitte März passieren – und langsam rennt dem Gastronomen die Zeit bis zum Saisonstart davon. Denn: „Es geht ja nicht nur darum, ein paar Kilo Kaffee zu kaufen und dann kann’s losgehen“, schildert er das knappe Zeitkorsett, das von der Suche nach Saisonarbeitskräften geprägt sein wird. Seine zehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen – davon sechs langjährig beschäftigte – würden zur Zeit „völlig in der Luft“ hängen. Sie bangen um ihre Arbeitsplätze.

Das Inselcafe auf der Potsdamer Freundschaftsinsel ist in der kalten Jahreszeit geschlossen

Das Inselcafe auf der Potsdamer Freundschaftsinsel ist in der kalten Jahreszeit geschlossen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Auch Lemkes Rechtsanwalt Götz Th. Friederich, designierter Oberbürgermeisterkandidat der CDU, versteht die Welt nicht mehr. Als Vorsitzender im städtischen Wirtschaftsrat sind ihm Fälle wie der des Inselcafé-Pächters ein Dorn im Auge. Es sei „unzumutbar“, dass die Stadt ein Verfahren so weit hinauszögere, „bis es wirklich schon fünf vor zwölf ist“. Denn nicht nur mit der Personalplanung wäre der Gastronom dann denkbar spät dran, auch die Anfragen für größere Feiern wie Jugendweihen müsse man momentan wegen der fehlenden Sicherheit unbeantwortet lassen.

André Lemke, der Pächter der Gaststätte, im Inselcafé

André Lemke, der Pächter der Gaststätte, im Inselcafé.

Quelle: Christel Köster

Schützenhilfe bekommt der Gastronom auch vom langjährigen Inselgärtner Jörg Näthe, der den Vorsitz im Verein „Freunde der Freundschaftsinsel“ hat. Näthe findet deutliche Worte: „Das ist nicht in Ordnung, dass Lemke immer noch nicht weiß, wie es weitergeht.“ Zumal dieser als Betreiber eines extrem wetterabhängigen Saisonbetriebs kein leichtes Brot habe. Überhaupt sei es seinerzeit nicht einfach gewesen, einen Pächter für das Café zu finden. Eröffnung war zur Bundesgartenschau 2001. Weil sich kein Betreiber fand, sprang die Buga GmbH ein. Nach Ende der Gartenschau übernahm der Potsdamer Gastronom Nico Gehn, der dann den mittlerweile alleinverantwortlichen André Lemke mit an Bord holte. Sollte dieser nun erneut den Zuschlag bekommen, möchte er auch Neues umsetzen: einen größeren Bootssteg direkt am Café als Anlegemöglichkeit für Wasserwanderer, bargeldloses Bezahlen und biologisch abbaubare Kaffeebecher.

Gartenjuwel der Buga 2001

Ihren Namen verdankt die Freundschaftsinsel einem Gasthaus, das vor etwa 150 Jahren dort stand. Bekannt ist die Insel durch die von Karl Foerster und Hermann Mattern angelegten Schau- und Lehrgärten, die von 1937 bis 1940 entstanden.

Ab 1997 wurden vom Sanierungsträger 7,5 Millionen D-Mark Landesfördermittel investiert, um die Insel zur Bundesgartenschau 2001 wieder zu einem Gartenjuwel zu machen.

Von Ildiko Röd

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