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Potsdam Hafemeister-Cartoons im Potsdamer Stadtkurier
Lokales Potsdam Hafemeister-Cartoons im Potsdamer Stadtkurier
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13:57 05.12.2018
Cartoon zur Deutschen Einheit von Jörg Hafemeister. Quelle: Hafemeister
Potsdam

Am Eröffnungsbild von Jörg Hafemeister (55) für 2017 irritiert ein Schloss, das sich beim zweiten Hinsehen als Potsdams Stadthaus erweist. Denn sehr häufig sind seine Cartoons einige hundert Meter weiter in der historischen Stadtmitte angesiedelt mit dem Stadtschloss, dem Mercure-Hotel und der alten Fachhochschule als den markanten Erkennungszeichen. Das Personal aber bleibt das bewährte. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) mit rotem Schal, der Linken-Spitzenmann Hans-Jürgen Scharfenberg als sein ewiger Herausforderer im roten Pullover.

„Und? Was nimmste Dir für dieses Jahr so vor?“, fragt Jakobs mit dem Punsch in der Hand. Und Scharfenberg mit dem Glühwein antwortet: „Dich?!“ – mit Ausrufe- und Fragezeichen, als wisse er noch gar nicht so genau, was er nun wirklich will. Das ist schon speziell, schließlich steht am Montag ein erneuter Anlauf für die Wahl eines Baubeigeordneten an, der Jakobs nach der Erosion seiner bürgerlichen Rathaus-Kooperation eigentlich nur gelingen kann, wenn Scharfenberg mitsamt seiner Fraktion ihm Unterstützung gewährt.

Jörg Hafemeister karikiert seit Jahren die Potsdamer Lokalpolitik. Immer mittwochs hat er seinen festen Platz im Potsdamer Stadtkurier – hier eine Galerie dazu.

„Nach wie vor die beiden“, sagt Hafemeister, wenn man ihn als Zeichner mit Potsdam-Faible nach den Köpfen des Jahres fragt. Schließlich seien die einander wie Don Camillo und Peppone in Hassliebe verbundenen Männer nicht nur zentrale Personen im Politikbetrieb der Stadt, sondern mit ihrem hohen Wiedererkennungswert auch gut zu zeichnen. Doch wie im realen Leben gibt es auch in der Bilderwelt des Cartoonisten nachrückendes Personal.

Jörg Hafemeister daheim am Bildschirm. Er arbeitet mit Bleistift und Radiergummi und koloriert die Arbeiten dann am Computer. Quelle: Bernd Gartenschläger

Zu den Newcomern des vergangenen Jahres zählten Steffen Pfrogner (rundlich), André Tomczak (hager) und Frauke Röth (runde Brille) von der Initiative Potsdamer Mitte neu denken, die ein machtvolles Bürgerbegehren gegen den Abriss von Fachhochschule und Mercure initiierten und dafür von Hafemeister als kleines Orchester vor dem FH-Gebäude gezeichnet wurden. Die Arbeit war 2016 in einer Ausstellung im Flur der SPD-Landtagsfraktion zu sehen – zusammen mit vielen der Zeichnungen, die der Potsdamer Karikaturist in den vergangenen Jahren in der MAZ veröffentlichte.

Geboren und aufgewachsen in Mecklenburg, arbeitete der gelernte Schriftenmaler Anfang der 1980er Jahre als Maler, Heizer und Tonassistent bei der Defa, bevor er 1984 für eine längere Zeit zum Babelsberger Lindenpark wechselte. Das Gitarrenmännchen als Symbol für den Traditionsclub zählte zu den bekanntesten Zeichnungen Hafemeisters, Schöpfungen wie das Hafthorn-Kneipen-Logo oder die Kinderstadtplan-Tram „Hast’n Plan“ sind Teil des Stadtbildes. Cartoons veröffentlichte er zuerst im Potsdamer Ausgehheft (PAH), später im Stadtmagazin Potz und im Schleuder-Magazin des Waschhauses.

Nun hat Jörg Hafemeister seinen festen Platz immer mittwochs auf der zweiten Seite des Potsdamer Stadtkuriers.

Von Volker Oelschläger

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