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Potsdam Haftstrafe für Babelsberger Macheten-Schläger
Lokales Potsdam Haftstrafe für Babelsberger Macheten-Schläger
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00:24 01.10.2018
Am Freitag fiel im Potsdamer Justizzentrum das Urteil gegen Tobias B.: Zwei Jahre und acht Monate muss der Potsdamer ins Gefängnis. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Tobias B. muss nach einer Machetenattacke auf den vermeintlichen neuen Liebhaber seiner Lebensgefährtin für zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis.

Der schmächtige 28-Jährige wäre gern ein harter Kerl. In seinen Rapvideos posiert er mit Waffen, sein Bewährungshelfer attestiert Tobias B., „mit einer gewissen Gewaltaffinität zu kokettieren.“ Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fördern die Beamten ein beachtliches Arsenal zusammen: eine Axt, sechs Macheten, zwei Schusswaffen, Messer, Drogen, Schlangen, Spinnen und Skorpione. Auch im Internet gibt Tobias B. den Unangreifbaren. Unter ein Pressefoto des ersten Verhandlungstages gegen ihn schreibt er „Fuck Justice“ und „Lügenpresse“.

Hang zu Drogen, Alkohol und falschen Freunden

Doch vor Gericht zeichnet der Angeklagte ein ganz anderes Bild von sich. Er starrt fast ununterbrochen auf die Akte vor ihm, sieht kaum einmal hoch. Kleinlaut ist Tobias B., als er sich am Freitag wegen des Angriffs auf seinen Nebenbuhler Patrick R. und wegen einer weiteren Gewalttat verantworten muss. Der Bewährungshelfer beschreibt seinen Schützling als ängstlich, mit einem geringen Selbstvertrauen ausgestattet, aber dafür mit einem Hang zu Drogen, Alkohol und falschen Freunden.

„Lügenpresse“ und „Fuck Justice“ schrieb Tobias B. unter dieses Foto des ersten Verhandlungstages. Vor Gericht gab er sich kleinlaut. Quelle: Bernd Gartenschläger

Schon früh gerät sein Leben aus den Fugen. In der sechsten Klasse beginnt Tobias B., die Schule zu schwänzen, einen Abschluss erreicht er nicht. In der Maler-Lehre scheitert er an der Prüfung. Die kriminelle Karriere verläuft umso eindrucksvoller. Acht Vorstrafen hat der junge Mann, zweimal saß er bereits im Gefängnis. Schwere räuberische Erpressung, Verstöße gegen Waffen- und Betäubungsmittelgesetze, immer wieder Diebstahl. „Seinen Freundeskreis hat Herr B. mittlerweile durchaus geändert, aber es liegt weiter kein überzeugender Verhaltenswandel vor“, stellt der Bewährungshelfer fest – auch, als er Patrick R. mit der Machete verletzt, ist der Angeklagte auf Bewährung.

„Ich will ihn töten“

Am Tag des Angriffs selbst macht Tobias B. vor allem zwei Dinge, diese aber ununterbrochen. Er trinkt Alkohol und schreibt Chatnachrichten. An Claudia P., seine Ex. An Anna P., deren Schwester. Und offenbar auch an Patrick R., das spätere Opfer. Er ist der neue Mitbewohner der Exfreundin, vielleicht der neue Freund. Tobias B. ist rasend vor Eifersucht. „Ich baller dem Typen 9mm in den Kopf, wenn es sein muss“, schreibt er Anna P. „Ich will ihn töten.“ Diese sagt „zerhack ihn“. Dennoch habe sie nicht damit gerechnet, dass Tobias B. wirklich mit einer Machete in der Jackentasche losziehe.

„Gezielt, geplant und berechnend“ sei Tobias B. vorgegangen, als er sein Opfer aufsuchte, so die Staatsanwaltschaft. Erst habe er mit Stahlkugeln aus einer Softair-Waffe auf Patrick R. geschossen, als dieser ihn verfolgte dann die Machete gezogen. Das Opfer trug schwere Verletzungen am Kopf zurück, eine Narbe auf der Stirn wird bleiben. „Wir müssen uns vor Augen halten, dass das Opfer auch hätte tot sein können.“ Zwei Jahre und zehn Monate Haft fordert der Staatsanwalt, neben der Macheten-Geschichte steht auch noch ein Faustschlag gegen einen alten Bekanntes des Angeklagten zur Debatte. Im Zeugenraum fangen zwei der Begleiter an zu weinen. Das letzte Wort hat, wie üblich, der Angeklagte. „Ich wünschte, ich wäre an diesem Tag zu Hause geblieben.“ Auch Tobias B. bricht die Stimme. Ihm, der doch so gern ein harter Kerl wäre.

Von Saskia Kirf

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