Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Haltestellen sind Nichtraucherzonen

Potsdamer Fußboden-Poster gegen blauen Dunst Haltestellen sind Nichtraucherzonen

Potsdamer Wartehallen sind nun offiziell Nichtraucherzonen, aber: Ein striktes Raucherverbot an Haltestellen ist nicht umsetzbar. Zum Schutz der Nichtraucher bestreiten die Potsdamer Verkehrsbetriebe nun einen anderen Weg - und hoffen auf Rücksichtnahme der Raucher.

Voriger Artikel
"Wir profitieren vom Landtagsschloss"
Nächster Artikel
Finanzierung für Proberäume im Freiland steht

Bunter Appell an Nichtraucher: Martin Grießner, Annett Netzer und Oliver Glaser (v.r.) kleben das erste Poster auf.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. "Ich finde, das ist eine super Idee", sagt eine junge Mutter, die mit Kinderwagen an der Straßenbahnhaltestelle Campus Fachhochschule auf ihre Tram wartet. Der Wartebereich in der Kiepenheuer-/Ecke Georg-Hermann-Allee ist am Mittwoch als erste Nichtraucherzone des Potsdamer Verkehrsbetriebes (ViP) markiert worden. Auf dem Boden, gut sichtbar unter den Fahrplan-Informationen, leuchtet an diesem regnerisch-kalten Mittwochmorgen ein sonnengelbes Poster: "Unsere Helden mögen frische Luft und rauchen nicht in Wartehallen" ist darauf zu lesen. Eine etwas oberlehrerhaft bebrillte Person hebt die Hände, als wolle sie den blauen Dunst abwehren.

Im Rahmen der im vergangenen Jahr gestarteten ViP-Imagekampagne "Gute Tat, gute Fahrt" haben die Geschäftsführer Martin Grießner und Oliver Glaser das erste sogenannte Ground-Poster auf die steinernen Bodenplatten des überdachten Wartebereiches aufgeklebt. Nicht etwa, weil es eine Beschwerdewelle junger Mütter gäbe, die sich belästigt fühlen, so Grießner. Der städtische Verkehrsbetrieb setzt vielmehr ein Votum der Stadtverordneten um. Die hatten im März 2013 beschlossen, Potsdamer Wartehallen als Nichtraucherzonen auszuweisen. "Wir haben uns mit dem Beschluss schwer getan, denn mehr als ein Appell an die Vernunft unserer rauchenden Fahrgäste können die Poster nicht sein", so Grießner.

Mit andern Worten: Wer weiter pafft, hat nichts zu befürchten. Denn anders als auf rauchfrei deklarierten Bahnhöfen gebe es für die ViP-Haltestellen kein durchsetzbares Hausrecht. "Es besteht derzeit keine Rechtsgrundlage für die Erhebung eines Ordnungsgeldes", erklärt Grießner. In den Fahrzeugen selbst gelte seit Jahren ein Rauchverbot. "Ich habe durch Raucher an Haltestellen noch keine negativen Erfahrungen gemacht", sagt die junge Mutter aus Bornstedt, die ihren Namen nicht in Zeitung lesen will.

300 solcher selbstklebenden Poster sollen in der Präventionsoffensive angebracht werden. "Je nach Wetterlage werden wir etwa vier Wochen dafür benötigen", sagt Annett Netzer von der Berliner Werbeagentur Visucom, die den Auftrag erhalten hat. Entwickelt wurden die Plakate vom ViP-Marketing im Design der Imagekampagne "Gute Tat, gute Fahrt". Die Poster im A 3-Format bestehen aus einer speziellen robusten Fußbodenfolie, die wetter- und trittfest ist.

Marcel Kosubeck, Koordinator für Psychiatrie und Suchtprävention der Landeshauptstadt, begrüßt die Aktion als Teil "vorsorgender Gesundheitspolitik" im Sinne des Bundesnichtraucherschutzgesetzes. Dadurch könnten die Risiken des Passivrauchens minimiert werden. Er monierte jedoch, dass es keine extra Aschenbecher gibt wie auf Bahnhöfen. "Wir haben Papierkörbe, da können Raucher ihre ausgedrückten Kippen entsorgen", sagte ViP-Chef Grießner. Und sein Kollege Glaser ergänzt: Es gehe einfach um mehr Rücksichtnahme. "Es ist ein Appell mit Augenzwinkern. Wir haben ja keinen Erziehungsauftrag."

3000 Euro für Nichtraucher-Schutz

  • 69 Prozent der Männer und 79 Prozent der Frauen in Deutschland sind Nichtraucher.
  • Für die Nichtraucherzonen-Aktion hat der städtische Verkehrsbetrieb ViP rund 300 „Ground-Poster“ geordert. Dafür gab das Unternehmen zirka 3000 Euro aus. Die Imagekampagne „Gute Tat, gute Fahrt“, in die das Projekt integriert ist, kostet insgesamt zehn Mal soviel.
  • Zentrale Wartebereiche werden zuerst markiert, darunter Hauptbahnhof, Lange Brücke, Alter Markt, Platz der Einheit, Kirschallee, Kepler-Platz, Bisamkiez, Rathaus Babelsberg und Volkspark.

Von Carola Hein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg