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Potsdam Hasso Plattner wird Ehrenbürger
Lokales Potsdam Hasso Plattner wird Ehrenbürger
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13:51 15.09.2016
Hasso Plattner im April 2015 beim Richtfest für den Palast Barberini Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung hat am Mittwoch mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit beschlossen, Professor Hasso Plattner die Ehrenbürgerwürde der Stadt zu verleihen. Für den Antrag von Oberbürgermeister Jann Jakobs stimmten 41 von insgesamt 57 Stadtverordneten. Hasso Plattner wird somit neben dem Treppenforscher Professor Friedrich Mielke aktuell der zweite Ehrenbürger Potsdams. Die offizielle Verleihung findet beim Neujahrsempfang der Landeshauptstadt am 20. Januar 2017 statt.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sagte: „Professor Hasso Plattner hat sich in herausragender Weise um die Landeshauptstadt Potsdam verdient gemacht. Er hat der Stadt in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Städtebau und Kultur durch sein Engagement und sein Wirken wichtige Impulse verliehen, die beständig sind und die Stadtentwicklung entscheidend beeinflussen.“

Hasso Plattner gründete im Jahr 1998 das gleichnamige Institut für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam. Er verpflichtete sich, der Stiftung 20 Jahre lang einen hohen Millionenbetrag zur Verfügung zu stellen, um die Arbeit des Instituts zu fördern und dessen Ausbau zu finanzieren. 2005 gründete Hasso Plattner in Potsdam den Inkubator „Hasso Plattner Ventures“ mit einem Risikokapitalfonds in dreistelliger Millionenhöhe. Startups aus aller Welt – aber natürlich auch aus der Region – können sich dort um eine Beteiligung bewerben und Risikokapital erhalten, um ihr Unternehmen zu entwickeln.

Als Aufsichtsratsvorsitzender des Softwareunternehmens SAP SE trug Hasso Plattner zur Ansiedlung des „SAP Innovation Centers“ am Jungfernsee bei. Im Jahr 2007 spendete Hasso Plattner über seine Förderstiftung die nötigen finanziellen Mittel für die historische Fassade des neuen Landtages in der Gestalt des Stadtschlosses am Alten Markt. Im Jahr 2011 ergänzte er seine Spende, um auch das Kupferdach auf dem neuen Gebäude zu ermöglichen.

Im Jahr 2013 entschied sich Plattner, das Palais Barberini am Alten Markt als „Museum Barberini“ von seiner Stiftung erbauen zu lassen, um dort Teile seiner Kunstsammlung auszustellen. Die Stiftung errichtet damit den einzigen Leitbau gemäß des von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Leitbautenkonzeptes in der Potsdamer Mitte nach Vorlage des historischen Palais Barberini am Alten Markt. Dort trifft in Zukunft „historische Architektur auf moderne Kunst“. Im Januar 2017 soll das Museum feierlich eröffnet werden.

Die Stadtverordnetenversammlung kann Persönlichkeiten, die sich in besonderem Maße um die Entwicklung und das Ansehen der Stadt Potsdam oder um das Wohl ihrer Bürger verdient gemacht haben oder aufgrund herausragender Leistungen mit hochrangigen nationalen oder internationalen Auszeichnungen geehrt wurden, die Ehrenbürgerschaft verleihen. Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger haben das Recht, städtische Einrichtungen kostenfrei zu nutzen und können Anliegen dem Oberbürgermeister persönlich vortragen.

Berühmte Ehrenbürger waren unter anderem der Wissenschaftler Alexander von Humboldt, der Naturforscher Hermann von Helmholtz und der 2014 verstorbene Professor Hans-Joachim Giersberg, Direktor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

Abgelehnt wurde am Mittwoch ein Geschäftsordnungsantrag der Fraktion Die Andere auf Vertagung der Entscheidung. Sie wollten zunächst klären zu lassen, „wann der naturschutzrechtliche Ausgleich“ für „mehrere hundert“ gefällte Bäume auf dem Plattner-Campus am Jungfernsee erfolgt. Zudem sollte die Stadt erst klären, ob „der als Ehrenbürger Vorgeschlagene Bürger der Stadt Potsdam ist und seinen Hauptwohnsitz in der Stadt hat“.

Oberbürgermeister Jann Jakolobs (SPD) antwortete, es gebe „keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Verpflichtungen nicht oder nicht sachgerecht erfüllt würden“. Die Frage des Wohnsitzes hingegen ist laut Satzung über die Verleihung des Ehrenbürgerrechts der Landeshauptstadt nicht entscheidend für die Verleihung der Ehrenbürgerschaft: „Die zu ehrende Persönlichkeit muss nicht Bürger der Stadt Potsdam sein.“

Von Volker Oelschläger

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