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Potsdam Hauptausschuss votiert gegen Minsk
Lokales Potsdam Hauptausschuss votiert gegen Minsk
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10:52 17.05.2018
Im Verfall: Terassenrestaurant Minsk am 10. April 2018 auf dem Potsdamer Brauhausberg. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Brauhausberg

Die Tage des ehemaligen Terrassenrestaurants Minsk am Fuße des Brauhausberges scheinen endgültig gezählt: Nach dem Bauausschuss der Stadt Potsdam entschied auch der Hauptausschuss am Mittwochabend mit den Stimmen von SPD und der Fraktion CDU/ANW gegen einen Einzelverkauf der Flächen zur Sicherung des „Minsk“.

Antrag fand keine Mehrheit

Der Antrag der Linken und ein noch weiter gehender Änderungsantrag der Grünen, der eine Neuausschreibung der Flächen und eine Anpassung des Bebauungsplans, die einen Erhalt und freie Sicht auf den Solitär ermöglichen sollte, fanden keine Mehrheit, obwohl auch Bürgerbündnis/FDP und Die Andere dafür stimmten. Das letzte Wort haben allerdings noch immer die Stadtverordneten am 6. Juni.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hatte im Hauptausschuss auf eine Entscheidung gedrängt. Er hätte dem Verkauf aller Flächen auf dem Brauhausberg zum Höchstgebot „längst zugestimmt“, wenn nicht der Antrag der Linken wäre. „Ich handle gegenwärtig zum Schaden der Stadtwerke und der Landeshauptstadt und will mich absichern, bevor dieser Prozess mit weiteren Prüfungen verzögert wird“, sagte Jakobs vor der Abstimmung.

Vorausgegangen war dem erneut eine heftige Debatte. Mit Markus Löffler, dem Architekten, der den Wettbewerb für das städtebauliche Konzept rund um das Schwimmbad am Brauhausberg gewonnen hat, keimte bei den Befürwortern des Erhalts noch einmal Hoffnung auf.

„Wir hatten den ersten Preis bekommen, weil der grüne Berg in unserem Konzept sichtbar blieb. Mit einem Erhalt des ,Minsk’ würde der Berg viel stärker thematisiert“, sagte Löffler.

Da der Investor Jan Kretzschmar das Gebäude erhalten würde, wenn die übrigen Bauten dafür höher gebaut werden dürften, nahm Löffler auch zu den Baumassen Stellung: „Mehr Masse? Warum nicht? Man kann auch mit großen Häusern eine dem Berg angemessene Maßstäblichkeit schaffen“, sagte Löffler auf Nachfrage von Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg.

Es ging um Erlöse

Doch anschließend ging es nicht mehr um den Städtebau, sondern um Erlöse – der Verkauf der Flächen dient in erster Linie der Finanzierung des rund 42 Millionen Euro teuren „blu“-Schwimmbads am Brauhausberg.

„Wir können die Finanzierung der Kredite nicht in die Warteschleife schicken. Die ersten sechs Millionen Euro sind noch diesen Monat zu zahlen. “, sagte Kämmerer Burkhard Exner (SPD). „Der Investor bringt seine Schäfchen ins Trockene, indem er günstig den Berg kauft und ihn mit Hochhäusern zupflastert, aber dann werden alle Potsdamer für den Erhalt des ,Minsk’ zahlen“, spitzte Horst Heinzel (CDU) die Seite der Abrissbefürworter zu.

Pete Heuer (SPD) zog sogar das Angebot von Investor Kretzschmar in Zweifel. „Das ist ein sehr deplatzierter Investor. Gestern war von Wohnungen die Rede, heute von einer Kunsthalle und morgen dann von einem Gesundheitszentrum“, sagte Heuer.

Er spielte damit auf Aussagen Kretzschmars in den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ vom Mittwoch an, wonach das Minsk als Galerie samt Café und Werkstätten für künstlerische Ausbildung auch vollständig öffentlich genutzt werden könnte.

Nutzung als Gesundheitszentrum?

Eine Nutzung als Gesundheitszentrum wiederum dient den Potsdamer Stadtwerken in einem aktuellen Gutachten als Beispiel für die Sanierungskosten, die im Falle eines Erhalts des Gebäudes auf einen Investor zukämen. Die Kalkulation im Auftrag der Stadtwerke ermittelt „grobe Baukosten für die Herrichtung des Gebäudes für eine öffentliche Nutzung wie zum Beispiel ein Gesundheitszentrum“.

Das Berliner Architekturbüro Müller Reimann geht nach einer Begehung, sowie Planunterlagen von Gesamtkosten in Höhe von 13,7 Millionen Euro aus, um das Haus zu ertüchtigen, wobei knapp 2 Millionen Euro für „Unvorhergesehenes“ kalkuliert werden. Für die Sanierung der Fassade werden rund 1,9 Millionen Euro kalkuliert.

Eine deutlich geringere Summe wurde noch vor vier Jahren kalkuliert, als der Landessportbund (LSB) die Umnutzung des „Minsk“ zu einer sportbetonten Kindertagesstätte anbot. Die erste Kostenschätzung des LSB für Sanierung und Umbau betrug damals nur 3,5 Millionen Euro.

*in einer früheren Version des Textes hieß e,s dass auch die Fraktion Bürgerbündis/FDP gegen den Erhalt gestimmt habe. Tatsächlich hat sich die Fraktion für die Anträge der Linken und Grünen ausgesprochen.

Von Peter Degener

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