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Potsdam Geheimnisse des Hauses Alexander
Lokales Potsdam Geheimnisse des Hauses Alexander
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16:53 12.04.2015
Vivien Lewis, Michael Harding und Frank Harding – Enkel der Hausbesitzer – entdeckten in der Küche des Hauses echte Delfter Fliesen. Quelle: Christel Köster
Groß Glienicke

Mehrere Dutzend wildentschlossen arbeitsame Menschen brachen am Samstag in Groß Glienicke frühzeitig in den verwilderten Garten des Alexander-Hauses an den Glienicker See auf und verwandelten das komplette Areal binnen Minuten in einen menschlichen Ameisenhaufen. Mit Spaten, Hämmern, Heckenscheren und bloßen Händen machten sie den nun schon zweiten „Clean-up Day“ zu einer kollektiven Ganzkörpererfahrung. Eine ansteckende Begeisterung, begleitet von komplexen Sinneswahrnehmungen, ergriff die Menschen und zauberte Lächeln auf Lächeln in ihre Gesichter.

Während Motorsägen kreischten und ein riesiger Baum-Schredder ohrenbetäubenden Lärm verursachte, begrüßten und umarmten sich Menschen und häufig waren auch englische Wortfetzen zu vernehmen. Nach jahrelangem Leerstand und Verfall soll das Wochenendhaus des jüdischen Arztes und ehemaligen Präsidenten der Berliner Ärztekammer Alfred Alexander, der 1936 nach England fliehen musste, wiederaufgebaut werden. Es könnte nun ein Ort der Kultur und Begegnung werden, an dem die Geschichte des 20-Jahrhunderts lebendig wird.

Pause beim gemeinsamen Arbeitseinsatz: Das Haus Alexander führt Groß-Glienicker und Nachfahren der Besitzer zusammen Quelle: Christel Köster

Seit dem ersten Arbeitseinsatz im April 2014 hat sich einiges getan. Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten im vergangenen Jahr die Rettung des Hauses. Im August 2014 wurde dann das in den 1920-er Jahren als Typenhaus entwickelte Gebäude in die Landesdenkmalliste eingetragen und eine entsprechende Plakette angebracht. Die Restaurierung des Sommerhauses soll im nächsten Jahr anlaufen. Die einvernehmlichen Konzeptabsprachen zwischen der Stadt Potsdam, dem Alexander-Haus Verein, aber auch dem Groß Glienicker Kreis sind Bestandteil einer Groß Glienicker Erfolgsgeschichte. Der in England lebende Urenkel, Thomas Harding, ist Vorsitzender des Alexander-Haus e.V. und einer der Motoren des Projekts. Er schreibt zurzeit an einem Buch mit dem Arbeitstitel „Sommerhaus am See“, das im September erscheinen soll. Eine der unglaublichen Geschichten ist die seines Großonkels Hans Alexander. Der Sohn von Alfred Alexander kehrte im Krieg als Britischer Offizier nach Deutschland zurück und hat den Kommandanten von Auschwitz Rudolf Höß gefangen genommen.

Die Geschichte des Hauses

Die Familie Alexander hatte hier 1927 ihr Wochenenddomizil. Der erfolgreiche jüdische Mediziner und damalige Präsident der Berliner Ärztekammer Alfred Alexander genoss mit Familienmitgliedern und berühmten Persönlichkeiten die Idylle direkt am Ufer des Groß Glienicker Sees.

Die Nachfahren der Familie Alexander gründeten mit Bürgern in Groß Glienicke den Verein Haus Alexander, der sich um die Restaurierung nach historischem Vorbild kümmert. Schon 2016 soll hier eine Begegnungsstätte entstehen, ermöglicht größtenteils durch Spenden.

Hans Alexander stattete damals auch dem einstigen Sommerhaus einen Besuch ab. Auf der am vergangenen Samstagnachmittag freigelegten Terrasse mit neuem Seeblick gab es nach getaner Arbeit ein Kulturprogramm. Schnell waren auf dem noch unebenen Grund Klappbänke aufgestellt auf denen die fleißigen Clean-up Helden Platz nahmen. Der Vorsitzende des Groß Glienicker Kreises, Dieter Dargies, und seine singende und Klavier spielende Frau Uschi hatten ein Programm mit Liedern des Erfolgskomponisten Willi Meisel und dessen Musikverlags vorbereitet, der einer der Nachnutzer des Sommerhauses war. Dabei beleuchten Harding und sein Übersetzer Moritz Gröning auch die zwielichtige Rolle, die Meisel in der NS-Zeit gespielt hatte. Beim Schlusshit der von den Nazis schikanierten Bruno Balz und Michael Jary „Wir wollen niemals auseinandergehn“ sang das Publikum mit.

Von Lothar Krone

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